KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 17059
Wieviel Boden braucht der Mensch?
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München, 22.08.2010: Jeder sechste Mensch auf der Welt hat nicht genug zu essen, insgesamt wird die Zahl der Hungernden weltweit inzwischen auf etwa eine Milliarde geschätzt; das 21. Jahrhundert wird schon als Hungerjahrhundert bezeichnet. Ein Grund für diese alarmierende Entwicklung ist nicht zuletzt unser sorgloser Umgang mit dem Fundament unserer Existenz, der Ressource Boden.Der Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste. Boden ist der natürliche Rohstoff, den wir am wenigsten zu schätzen wissen obwohl er für unser Leben und Überleben unverzichtbar ist. Der amerikanische Geologe und Sachbuchautor David R. Montgomery erzählt in "Dreck. Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert", das am 8. September in der Reihe Stoffgeschichten im oekom verlag erscheint, die Geschichte des Bodens und seiner elementaren Bedeutung für jede Kultur. In einer faszinierenden Synthese aus Archäologie, Geologie und Kulturgeschichte zeigt er, welchen fundamentalen Einfluss der Umgang des Menschen mit dem fruchtbaren Erdboden auf die Zukunft unserer Zivilisation hat und er macht klar, warum wir den Boden nicht wie den letzten Dreck behandeln dürfen.
Durch industrielle Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft , zunehmende Verstädterung und falsche Infrastrukturplanung verbrauchen wir den Erdboden sehr viel schneller, als er sich neu bilden kann, weitgehend unbeachtet ist fruchtbarer Boden inzwischen zu einem knappen und wertvollen Gut geworden. Schon immer war der Umgang der Menschen mit der Ressource Boden ausschlaggebend für den Wohlstand und die Überlebensfähigkeit einer Gesellschaft; der Verlust an produktivem Boden hat zum Niedergang ganzer Kulturen geführt. Von Mesopotamien über Ägypten, die Antike, das europäische Mittelalter, die Dustbowl im amerikanischen Mittleren Westen der 1930er Jahre bis in die Gegenwart hinein verfolgt Montgomery die Wechselwirkungen zwischen unserem Umgang mit fruchtbarem Boden und der gesellschaftlichen Entwicklung. Warum konnte Ägypten über 7000 Jahre lang eine florierende Landwirtschaft betreiben, während Mesopotamien an Die Abtragung lockerer Bodenteile der Erdoberfläche durch Wasser oder Wind wird als Erosion bezeichnet. Erosion und Bodenermüdung zu Grunde ging? Warum ließen die Alten Römer ihre Böden erodieren, obwohl sie bereits über ein umfangreiches Wissen über Bodenpflege verfügten? Doch wir scheinen aus der Vergangenheit nichts gelernt zu haben; die unangemessene Bewirtschaftung von Böden setzt sich ungehindert fort und birgt gewaltige Gefahren für die moderne Gesellschaft: Während die Weltbevölkerung fortwährend wächst, nimmt die Fläche ertragreichen Ackerlandes ab die Folgen sind Hungerkrisen, rasante Preissteigerungen bei Lebensmitteln und eine wachsende Zahl von Menschen auf der Flucht vor einer lebensfeindlichen Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen. Umwelt . Montgomery beleuchtet aber auch die Alternativen für einen zukunftsfähigen Umgang mit dem fruchtbaren Dreck, etwa die ökologische Landwirtschaft und alternative urbane Gartenbewegungen es liegt in unserer Hand, die dünne Haut unseres Planeten durch nachhaltiges Wirtschaften auch für zukünftige Generationen zu bewahren.
So ungewöhnlich es klingen mag, eine Zivilisation überlebt nur dann, wenn wir Boden wie ein wertvolles Erbe behandeln, nicht als Ware und ganz sicher nicht wie den letzten Dreck. (David Montgomery)
David R. Montgomery ist Geologe. Er lehrt als Professor an der Universität von Washington in Seattle/USA. Für sein Buch Dirt. The Die Abtragung lockerer Bodenteile der Erdoberfläche durch Wasser oder Wind wird als Erosion bezeichnet. Erosion of Civilizations wurde er 2008 mit dem Washington State Book Award ausgezeichnet.
Veranstaltungshinweis
David R. Montgomery ist vom 10. bis 15. September 2010 in Deutschland auf Lesereise. Er stellt sein Buch Dreck am 13. Oktober beim Der BUND ist mit über 365.000 Mitgliedern der größte deutsche Umweltverband und Mitglied im FriendsOfTheEarth. BUND in Berlin vor und am 14. Oktober im Münchner Stadtmuseum. Außerdem ist er am 15. Oktober zu Gast auf dem Symposium Der Boden - Quell des Lebens oder wertloser Dreck? im Münchner Stadtmuseum, das der oekom verlag zusammen mit der Hofpfisterei München und Naturland, Verein für naturgemäßen Landbau e.V., wurde 1982 mit Sitz in Gräfelfing bei München gegründet. Die 1357 Mitgliedsbetreibe bewirtschaften in der BRD insgesamt 55.000 ha Anbaufläche. Die wichtigsten Zielsetzungen des Verbandes sind gezielte Bodenpflege, Aufbau einer fruchtbaren Humusschicht, artgerechte Tierhaltung mit Verfütterung betriebseigener Futtermittel und insbesondere die Förderung der Vermarktung der naturgemäß erzeugten Produkte. Naturland veranstaltet. Der Autor steht für Interviews zur Verfügung.
Stoffgeschichten: eine Reihe mit Substanz
Die Reihe Stoffgeschichten widmet sich der Geschichte und dem Wesen einzelner Stoffe und Materialien, die unser Leben prägen, aber oft wenig beachtet sind. An ihren Lebenslinien zeigen sich die Konflikte unserer
globalisierten Welt. Dreck Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert ist der sechste Band der Reihe. Bisher erschienen sind die Bände Bei S. handelt es sich um in der Luft verteilte, feste Teilchen, die je nach Größe in Grob- und Fein-S. unterschieden werden. Staub , Kaffee, Holz ist das Zellgewebe von Bäumen. Es besteht zum größten Teil aus Zellulose und zelluloseähnlichen Stoffen.
Holz , Aluminium ist das dritthäufigste Element (8,13 Prozent) und häufigste Metall der Erdkruste. Es liegt in der Natur hauptsächlich in Form schwerlöslicher Oxide und Silikate in Form von Tonmineralien vor und kommt deswegen nur in Spuren in biologischen Systemen vor. Aluminium und CO2.
David R. Montgomery
Dreck
Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Elke Walter
oekom verlag, München
September 2010, 352 Seiten, 24,90 EUR
ISBN-13: 978-3-86581-197-4
Autor: oekom verlag
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Stand: 23. August 2010
Erstellt: 23. August 2010
Stand: 23. August 2010
Erstellt: 23. August 2010
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