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Gewinn in alle Ewigkeit

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Köln, 30.04.2010: „Wir haben Ihnen 15 Prozent per annum versprochen, und das haben Sie geglaubt!“, so schreien es die Bankiers in Elfriede Jelineks Wirtschaftskomödie „Die Kontrakte des Kaufmanns“. Sie haben es geglaubt! Die Finanzkrise hat einmal mehr gezeigt, dass zu unserem Wirtschaftssystem ein entsprechender Glaube gehört: Der Glaube daran, dass das Wachstum niemals aufhört und dass es Gewinn ohne Reue gibt.

Der Kölner Journalist Christoph Fleischmann blickt zurück auf die Anfänge des Kapitalismus an der Schwelle zur Neuzeit. Dabei nimmt er den Faden von Walter Benjamin auf, der im Kapitalismus eine Religion sah, die in Europa das Christentum abgelöst hat.

Anschaulich legt Fleischmann dar, wie die kapitalgetriebene Wirtschaft die Wahrnehmung der Welt veränderte: Die Habgier, einst als eine Todsünde verschrien, machte Karriere als Wirtschaftstugend Nummer eins. Und die Vorsehung Gottes wurde kurzerhand für die Wirtschaft reklamiert: Wenn alle den eigenen Vorteil suchen, dann lenkt die kosmische Harmonie alles zum Wohle aller.

Eine andere Geschichte des Kapitalismus, unterhaltsam geschrieben, welche die Selbstverständlichkeiten dieses Wirtschafts- und Gesellschaftssystems hinterfragt. Woran glauben die Griechen eigentlich jetzt noch? Und welche Nation verliert als nächste ihren Glauben?

VERANSTALTUNGSHINWEISE FÜR KÖLN:

Köln, 10. Mai 2010, 20.00 Uhr, Literaturhaus Köln: In der Reihe „Gegen den Strich“ spricht Christoph Fleischmann über den Glauben an unser Wirtschaftssystem.

Köln, 20. Mai 2010, 20.00 Uhr, Braunsfelder Buchhandlung Klinski:
Buchvernissage und Christoph Fleischmann im Gespräch mit Burkhard Müller-Ullrich.

Christoph Fleischmann
Gewinn in alle Ewigkeit
Kapitalismus als Religion
Rotpunktverlag, Zürich 2010, 250 Seiten, 21,50 Euro
ISBN 978-3-85869-416-4

Buchrezension bearbeitet von: Dr. Thomas Wardenbach – Beratung und Pressebüro für Geowissenschaften & Agrarwirtschaft, Köln
Autor: Dr. Thomas Wardenbach
1537 Aufrufe
Stand: 30. April 2010
Erstellt: 29. April 2010

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