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Alpenflora in Bewegung

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München, 01.11.2005: Mit kürzeren Wintern und längeren Vegetationsperioden verändert sich die Flora in den Alpen. Und dieser Prozess ist bereits in vollem Gange, haben Forscher der Universitäten Hannover und Zürich entdeckt. Im untersuchten Gebiet in den Schweizer Alpen zwischen 2900 und 3200 Metern gibt es heute mehr Arten als früher. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist das ein deutlicher Hinweis für den Einfluss des Klimawandels.


FÜr die Studie wurden aktuelle pflanzensoziologische Aufnahmen mit Daten aus dem frühen 20. Jahrhundert und den 80er Jahren verglichen. Bislang galt, dass sich die Vegetation um die Berggipfel aus wenigen, aber gut angepassten Arten zusammensetzt. Heute jedoch steigt die Artenzahl auf den zehn untersuchten Berggipfeln.

"Während des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Artenvielfalt mehr als verdoppelt, auf einzelnen Gipfeln sogar verdreifacht", so Gian-Reto Walther vom Institut für Geobotanik an der Uni-Hannover. "Erstaunlich ist auch wie sehr und wie schnell sich die Gipfelflora gewandelt hat: In nur 20 Jahren war die Änderungsrate der Flora fast dreimal höher als in den ersten 80 Jahren des 20. Jahrhunderts", erklärt der Wissenschaftler. Dies zeige, dass Pflanzen auf die veränderten Klimabedingungen der 90er Jahre deutlich reagieren. Die 90er Jahre waren das wärmste Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

"Anfang des 20. Jahrhunderts waren zwischen zehn und 30 Arten in der alpinen Region heimisch. Heute sind es zwischen 30 und 50", so Walther, der davon ausgeht, dass sich diese Daten auch auf die Ost- und Zentralalpen bestätigen lassen.

Allerdings scheinen die neuen Gipfelarten die alteingesessenen nicht zu verdrängen. "In diesen Regionen ist der Bewuchs eher locker und ein tatsächlicher Konkurrenzdruck anderer Spezies ist nicht nachweisbar", erklärt Walther.

Die Alpen und andere Bergregionen sowie das Mittelmeergebiet werden am stärksten durch eine Erwärmung verändert, glauben auch Forscher der amerikanischen Universität Harvard. In einer aktuellen Studie sagen sie etwa eine Verschiebung der Niederschläge voraus. So wird etwa in den Alpen weniger Schnee fallen und damit das Wasser schneller über die Hänge und Flüsse abfließen.

Im Mittelmeerraum wird es noch häufiger brennen. Allerdings könnten die Bauern nördlicherer Länder möglicherweise mediterrane Pflanzen anbauen, berichten die Forscher im Magazin Science.


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Autor: Natur + Kosmos
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Stand: 1. November 2005
Erstellt: 1. November 2005

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  • Klimawandel , Alpen

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