Katalysejournal
| Artikel Nr.: 11277
Vogelgrippe rettet Millionen Wildvögel
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München, 28.10.2006: Das Einfuhrverbot von Wildvögeln in die EU jährt sich. Es war aus Angst vor der Vogelgrippe in Kraft getreten und scheint nicht nur bei der Seuchenbekämpfung erfolgreich zu sein. Artenschützer melden, dass es bis zum Jahresende rund vier Millionen Wildvögel gerettet hat. Das Verbot war verhängt worden, nachdem importierte Papageien in einer englischen Quarantänestation an Vogelgrippe gestorben waren. Im Moment ist allerdings geplant, dass der Einfuhrstopp nur bis Ende 2006 gelten soll. Experten finden das absurd. "Dem muss endlich permanent ein Riegel vorgeschoben werden", so Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. Die Umweltorganisationen NABU und PRO WILDLIFE fordern die Bundesregierung auf, im Rahmen der deutschen EU-Präsidentschaft entsprechende Schutzbestimmungen voran zu treiben.
Die Einfuhr von Wildvögeln bietet nicht nur die Gefahr einer Infektion mit Krankheiten wie der
Grippe können auch Vögel bekommen. Der Erreger ist das Influenza A-Virus. Alle Influenza-Viren vom Subtyp H5 und H7 können Vögel infizieren. Es erkranken allerdings nicht alle Vögel. Wildvögel sind weitestgehend immun gegen die Vogelgrippe.
Vogelgrippe
, sie ist auch aus Tier- und Naturschutzgründen unverantwortlich. Die EU ist mit Abstand der größte Importeur von Ziervögeln aus freier Natur. Während Fang und Handel europäischer Vögel bereits seit 1979 streng verboten ist, sind der Einfuhr exotischer Arten kaum Grenzen gesetzt. "Ohne das derzeitige Einfuhrverbot wären für den EU-Markt bis Jahresende rund vier Millionen Wildvögel in Afrika, Asien und Südamerika eingefangen worden," betont die PRO WILDLIFE
Sprecherin.
Vorsichtig geschätzt stirbt die Hälfte der Tiere bereits bevor sie beim Händler ankommen. Sie verenden beim Fang mit Netzen, Schlingen und Leimruten, während des Transportes oder wenn sie zusammengepfercht gelagert werden.
Die öffentliche Meinung scheint auf Seiten des Artenschutzes zu stehen. "92 Prozent der Befragten in Deutschland lehnen nach einer aktuellen Umfrage von BMRB International den Handel mit Wildvögeln ab, nur zwei Prozent befürworten ihn", betont Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des NABU.
PRO WILDLIFE und NABU sowie zahlreiche weitere Natur- und Tierschutzverbände fordern die Bundesregierung auf, die Weichen für ein permanentes Ende des Wildvogelhandels zu stellen, wenn sie im Januar 2007 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt.
Autor: Natur + Kosmos
Aufrufe seit August 2009
Stand: 28. Oktober 2006
Erstellt: 28. Oktober 2006
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