Katalysejournal | Artikel Nr.: 731

Die Latex-Allergie. eine Problematik der Normalbevölkerung?

$SpezialLogo$
Hauptvorkommen von Naturlatex in unserer täglichen Umgebung sind elastische Artikel des Alltags, so z.B. Luftballons, Schnuller, Babyflaschensauger, Bälle, Wärmflaschen, Haushaltshandschuhe, Sport- und Spielzeugartikel, Kondome, Gummiringe, elastische Gewebe und Litzen, aber auch Matratzen aus Latexschaum. In medizinischen Artikeln ist Latex noch häufiger: Gummihandschuhe (insbesondere gepuderte haben meist höhere Allergengehalte), selbsthaftende Verbände, Katheter, Kofferdam (Abdichtungsmasse beim Zahnarzt!) sind bekannte Latexquellen.

In der Medizin wurde bereits vom Gesetzgeber reagiert: "Gepuderte Handschuhe sind durch allergenarme und ungepuderte Handschuhe zu ersetzen!" sagen die seit 1997 geltenden Arbeitsschutzvorschriften. Doch aus Kostengründen halten sich Industrie und viele Praxen und Krankenhäuser nicht daran und gefährden so Patienten und Personal. Und das, obwohl internationale Studien bei medizinischem Personal eine Allergiequote gegen Latex von 1 % bis 17 % angeben! Soweit ist man bei den Artikeln des täglichen Gebrauchs noch lange nicht, eine gesetzlich regelnde Vorschrift ist hier noch nicht gültig. Doch auch für alltägliche Gegenstände wurde eine Freisetzung von Allergenen aus dem Gummimaterial (Schnullern, Bällen, Puppen, Latexmatratzen usw.) mit gesundheitlich negativen Folgen für die Benutzer nachgewiesen. Und dies nicht von irgendwelchen "Hysterikern", sondern ernst zu nehmenden wissenschaftlichen Arbeitsgruppen an Universitätskliniken weltweit.

Und so sieht die Latex-Allergie (Typ-I- = Soforttyp-Allergie) für den Patienten aus: Haut- und Schleimhaut röten sich und schwellen (wie bei Brennnesselkontakt) an. Bei Kontakt mit allergenhaltiger Luft : läuft die Nase oder sie verstopft, die Augen werden rot, evtl. kommt es zu schweren Reaktionen wie Asthmaanfall oder Schock mit akuter Lebensgefahr. Der Kontakt mit dem Allergen geschieht durch direkte Berührung oder über Schleimhautkontakt mit dem - z.B. an den Puder in Handschuhen - gebundenen Allergen.
Auch zum Latex gibt es Kreuzallergene, d.h. Substanzen, durch die gleichzeitig Beschwerden auftreten können. So können Kartoffeln (roh), Avocados, Maronen, Melonen und Bananen bei bestehender Latex-Allergie unverträglich sein, müssen es aber nicht. Zur Sicherheit sollten sie aber im Falle einer Latex-Allergie vom Speiseplan gestrichen werden. Auch die Birkenfeige Ficus benjamina gehört mit ihrem Blattstaub, den sie über die Atemluft verbreitet, zu diesen Kreuzallergenen. Bei Latex-Allergikern gehört diese Pflanze nicht in Schlaf-, Wohn- oder Arbeitsräume.

Eine Therapie zur Behandlung der Latex-Allergie steht bisher nicht zur Verfügung. Den Erkrankten ist wegen der möglichen schweren Krankheitssymptome unbedingt anzuraten, das auslösende Naturlatex in jeder Form zu meiden. Dies setzt auch im Alltag eine erhöhte Wachsamkeit beim Umgang mit Gegenständen, insbesondere aus dem medizinischen Bereich, voraus.

<<Zurück | Weiter>>

Autor: KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung
Aufrufe seit August 2009
Stand: 11. Oktober 2002
Erstellt: 16. Februar 2001
Die letzten 5 Meldungen zum Thema "Latex":