KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 9660
Feinstaubquelle Streusalz?
Neuherberg, 30.12.2005: Wintereinbrüche und die damit einhergehenden Behinderungen auf Deutschlands Straßen werfen immer wieder auch die Frage nach dem Für und Wider des Einsatzes von Streumitteln auf. So hat auch vor dem Hintergrund der Feinstaubdiskussion dieses Thema neue Aktualität gewonnen. Der FLUGS-Fachinformationsdienst am GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit gibt Hintergrundinformationen zu den möglichen ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen des Einsatzes von Streumitteln. 1. Zusammensetzung
Als Streusalze sind Natriumchlorid hat die chemische Formel NaCl und ist das Natriumsalz der Salzsäure (HCl). Es besteht aus farblosen Kristallen und wir dauch als Kochsalz oder Speisesalz bezeichnet. Natriumchlorid (NaCl), Magnesiumchlorid (MgCl2), Calciumchlorid (CaCl2) und Magnesiumchlorid-Calciumchlorid-Salzmischungen in Gebrauch. Das übliche Streusalz besteht aus Natriumchlorid, auch Steinsalz oder siehe Natriumchlorid. Kochsalz genannt. Als natürliche Begleitstoffe kommen unlösliche Bestandteile, z.B. Ton, und andere S. sind Verbindungen, die aus Ionen aufgebaut sind, wobei anorganische S. entweder aus Metall-Kationen oder dem Ammonium-Ion NH4+ (Ammoniak) und aus Säurerest-Anionen bestehen. Salze , z.B. Calciumsulfat bzw. G. dient zur Herstellung von Putz, Stuck und Spachtelmassen, G.-Karton, G.-Faserplatten und G.-Bausteinen. Gips , vor. Natriumchlorid ist das preiswerteste Auftausalz und eignet sich für Temperaturen von 1 °C bis 10 °C, während bei tieferen Temperaturen Magnesium- und Calciumchlorid besser geeignet sind. Dementsprechend ist es das in Deutschland zur Eisfreihaltung von Straßen am häufigsten verwendete Streusalz. Der Durchschnittsbedarf liegt bei ungefähr 1,5 Millionen Tonnen pro Saison, schwankt jedoch je nach Stärke des Winters enorm.
Feuchtsalz, das heißt die Verwendung von Calciumchlorid- oder Magnesiumchlorid-Lösungen, haftet im Gegensatz zum Natriumchlorid-Trockensalz besser auf der Straße und besitzt eine höhere Tauwirkung; dadurch ist es bei Glatteis effektiver. Durch das verminderte Verwehen von Feuchtsalz kann sich der Salzverbrauch verringern. Neben den damit verbundenen geringeren Kosten vermindert sich die Salzzufuhr in den Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste. Boden , die schädigende Wirkung auf Bäume und Pflanzen sowie auf die korrosionsgefährdeten Bauteile (Brücken, Zu K. (Kfz) gehören Autos, Lastkraftwagen (Lkw) und Motorräder. Kraftfahrzeuge ). Andererseits bewirkt das besondere Haftvermögen zugleich ein längeres Verweilen auf Karosserien, Brückenbauwerken und Vegetation, so dass speziell im innerstädtischen Bereich vermehrt Kontaktschäden auftreten können. Das Streuen von Feuchtsalz findet bereits seit Jahren eine starke Verbreitung.
2. Auswirkungen des gestreuten Salzes auf Umwelt und Gesundheit
Auf die Fahrbahn ausgebrachtes Streusalz bildet ein Gemisch mit Eis und Schnee. Ein Teil des Salzes geht in Lösung und wird mit dem von der Straße abfließenden Schmelzwasser in den Straßenrandbereich befördert, wo es entweder versickert und bis ins
G. ist im Boden vor Jahrzehnten versickertes Niederschlagswasser, das sich an wasserundurchlässigen Schichten ansammelt.
Grundwasser
gelangt oder über den
Bach oder Fluß, in den die gereinigten Abwässer einer Kläranlage (Abwasserreinigung) eingeleitet werden.
Vorfluter
des Abflusssystems wegtransportiert wird. Ein anderer Teil des Salzes erreicht über Spritzwasser (sog. "Verkehrsgischt") den Straßenrandbereich. Im innerstädtischen Bereich werden ca. 5 bis 15% abhängig vom
Durch ökonomisches F. lassen sich die Lärm- und Abgasemissionen des Autos z.T. mehr mindern als durch technische Maßnahmen.
Fahrverhalten
der Autofahrer der ausgebrachten Streumenge mit der Verkehrsgischt als Salz-Aerosole aufgewirbelt und verfrachtet.2.1 Gesundheitsrelevanz durch Feinstaubbelastung?
Aus gesundheitlicher Sicht muss betont werden, dass die aus Streumitteln stammenden Partikel im Staub weist eine Teilchengröße zwischen 1 und 10 Mikrometer. Als Feinstaub bezeichnet man winzige, mit bloßem Auge nicht sichtbare Partikel mit einer Teilchengrößen unter 1 Mikrometer. Feinstaub sicher keine nennenswerte Relevanz besitzen. Zwar werden sie auch in den Feinstaubfraktionen nachgewiesen. Die Wirkung ihrer Bestandteile tritt aber - im Vergleich zu der von Partikeln, die aus Verbrennungsprodukten stammen - völlig in den Hintergrund.
In jüngerer Zeit war die hohe Feinstaubbelastung in verkehrsnahen Gebieten auch mit dem Einsatz von Streumitteln in Zusammenhang gebracht worden. So hatten Messungen des bayerischen Landesamts für Mit Beginn der staatlichen Umweltpolitik ca. 1970 geprägter Begriff für Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und damit der Lebensgrundlagen von Organismen einschließlich des Menschen, wobei bedingt durch die anthropozentrische Sichtweise die Eigenrechte der Natur zu wenig Berücksichtigung finden. Umweltschutz im Februar 2005 erhöhte Salzgehalte in den Messwerten der Fraktion PM10 ergeben. Insgesamt wurden Streusalz und Rollsplitt in Bayern für etwa 15 Prozent der Feinstaubbelastung verantwortlich gemacht.
Dagegen hat der Einsatz von Streusalz nach einer Untersuchung des österreichischen Umweltbundesamts aus dem Jahr 2002 keinen maßgeblichen Einfluss auf die Feinstaubbelastung. Vielmehr fanden sich im Rahmen einer Messkampagne zur Ermittlung der PM10- und PM 2,5-Staubfraktionen in verkehrsnahen Gebieten (englisch und französisch: sodium) Chemisches Element der I. Hauptgruppe, Symbol Na, Ordnungszahl 11, Schmelzpunkt 97,8 Grad C, Siedepunkt 882,9 Grad C, Dichte 0,97 g/cm3. Leichtmetall, das an feuchter Luft sofort oxidiert. Natrium - und Chloridinhaltsstoffe bevorzugt in den gröberen Staubfraktionen.
2.2 Straßenrandbereich
Man unterscheidet direkte Kontaktschäden durch Verspritzen der Salzlösung auf die Pflanze durch den Verkehr verursacht Umweltauswirkungen, die v.a. durch die Transportaktivitäten und durch den Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur entstehen. Verkehr sowie indirekte Schäden durch Der Prozeß der Bodenversalzung läßt sich gliedern in eine unter natürlichen Bedingungen ablaufende Versalzung und in eine künstliche Versalzung, die durch Bewässerung (Melioration) hervorgerufen wird. Bodenversalzung : Hochkonzentrierte salzhaltige Aerosole können sich auf oberirdischen Pflanzenteilen ablagern und in die Pflanzen eindringen. Das Überangebot an (englisch und französisch: sodium) Chemisches Element der I. Hauptgruppe, Symbol Na, Ordnungszahl 11, Schmelzpunkt 97,8 Grad C, Siedepunkt 882,9 Grad C, Dichte 0,97 g/cm3. Leichtmetall, das an feuchter Luft sofort oxidiert. Natrium und Chlorid ruft Ätz- und Verbrennungsschäden hervor. Salzgeschädigte Bäume weisen typische Symptome auf: Späterer Austrieb im Frühjahr, kleinere Blattoberflächen und Nekrosen an Blatträndern und Spitzen, frühere Verfärbung und Laubabfall im Herbst. In Deutschland gehört die Mehrzahl der Straßenbäume zu den besonders streusalzempfindlichen Arten, wie Ahorn, Linde oder Kastanie.
Im Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste. Boden kann der Einsatz von Streusalz zur Verschlämmung und Verdichtung führen. Dies hat zur Folge, dass die Wasserbeweglichkeit gehemmt und die Durchlüftung verringert wird. Die freigesetzten Nährstoffe werden mit dem siehe Deponiesickerwasser, Grundwasser. Sickerwasser in tiefere Bodenregionen ausgewaschen und stehen somit den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung.
Eine dauerhafte Erholung von Boden ist ein Teil der belebten obersten Erdkruste. Boden und Vegetation kann nur durch vollständigen Verzicht auf Auftausalze erreicht werden. Untersuchungen im Auftrag des Umweltbundesamts haben gezeigt, dass nach mehrjährigem vollständigem Verzicht auf Tausalz im innerstädtischen Bereich sowohl die Schadsymptome als auch die Chlorid- und Natriumkonzentrationen in Blättern und Zweigholz stark abnehmen.
2.3 Gewässer
Über das Abfließen oder Versickern von Tauwasser von mit Streusalz behandelten Flächen, das Ablagern von Räumschnee und -eis und über Verluste beim Lagern und Anwenden der S. sind Verbindungen, die aus Ionen aufgebaut sind, wobei anorganische S. entweder aus Metall-Kationen oder dem Ammonium-Ion NH4+ (Ammoniak) und aus Säurerest-Anionen bestehen. Salze gelangen Streusalze auch in die Gewässer. Sie belasten die Gewässer und ggf. Kläranlagen. So wurden in der Vergangenheit in der Nähe von Autobahnen erhöhte Salzgehalte im G. ist im Boden vor Jahrzehnten versickertes Niederschlagswasser, das sich an wasserundurchlässigen Schichten ansammelt. Grundwasser von 20-30 mg/l auf 300 mg/l während einer Streuperiode gemessen.
Der Einsatz von Streusalz in den Kommunen in aber den vergangenen Jahren laut Umweltbundesamt stetig zurückgegangen; daher deuten die in straßennahen Grundwasserhauptmessstellen ermittelten Chloridgehalte langfristig auf eine überwiegend fallende Tendenz der Chloridkonzentration im Grundwasser hin. Insgesamt stellt die Belastung von Grundwasser, Oberflächengewässern und Kläranlagen mit Chloriden aus der Streusalzverwendung derzeit kein vorrangiges Problem für den Gewässerschutz dar.
2.4 Ökonomische Schäden
Neben den ökologischen Konsequenzen auf Straßenrandböden und -bewuchs sollte man die ökonomischen Folgeschäden von ausgebrachter und verspritzter Salzlösung wie Korrosionsschäden an Betonbauteilen, Stahlträgern und
siehe Auto, Lastkraftwagen, VerkehrKfz -Karosserien nicht außer Acht lassen. Schäden an Betonteilen werden durch lokale Unterkühlung und chemischen Angriff hervorgerufen. Korrosionsschäden an tragenden Teilen und Karosserien von Kraftfahrzeugen werden zu ca. 50% auf die Einwirkung von Streusalz zurückgeführt. Von den anderen 50% nimmt einen Großteil die atmosphärische K. ist eine von der Oberfläche ausgehende, allmähliche Zerstörung von Metallen, aber auch nichtmetallischer Werkstoffe. Korrosion durch luftschadstoffbelastete Umgebungsluft ein.
3. Abstumpfende Streustoffe als Alternative?
Salzfreie Man unterscheidet abstumpfende (Splitt, Granulat, Sand, Kies o.ä.) und auftauende S. (Streusalz, Harnstoff). Streumittel Split, Kies, Granulat und Sand scheinen auf den ersten Blick umweltfreundlicher zu sein als chemische Auftaumittel, sind aber insgesamt betrachtet aus Umweltsicht nicht besser zu werten als Auftausalze.
Problematisch ist vor allem die siehe Atommüll, Abfall, kommunale Abfallbeseitigung, Abwässerreinigung
Entsorgung des Streusplits. Eine Wiederaufbereitung ist aus Kostengründen nicht rentabel, aufgrund von Verunreinigungen durch Reifenabrieb und Straßenschmutz wäre eine Nassreinigung erforderlich. Im innerstädtischen Bereich ist zudem eine aufwändige siehe Abwasserreinigung. mechanische Reinigung der Fahrbahnrinnen und Einlaufschächte der Bauwerksystem zur Sammlung und Ableitung von Abwasser, meist in Gestalt von unterirdischen Rohrleitungen, aber auch von ausgebauten (begradigten und befestigten) Bachläufen. Kanalisation notwendig.
Die Verkehrssicherheit durch salzfreie Streumittel ist auch nur gewährleistet, wenn häufiger und größere Mengen gestreut werden, da sie auf glatten Straßen nur eine begrenzte Wirksamkeit haben. Bei Eis- und Reifglätte sind sie nahezu wirkungslos, weil die Splittkörner von den Fahrzeugen schon nach kurzer Zeit an den Fahrbahnrand befördert werden.
Eine Schweizer Untersuchung zeigt, dass abstumpfende Streumittel Streusalz nicht nur hinsichtlich der Gesamtkosten Splitstreuung ist um das sechsfache, in strengen Wintern sogar um das zehnfache teurer als Salzstreuung sondern auch in der Ökobilanz unterlegen ist.
4. Maßnahmen / Handlungsbedarf
Für einen umweltfreundlicheren Winterdienst gelten folgende Empfehlungen:
- Die mechanische Schneeräumung sollte verstärkt werden.
- Ein differenzierter Winterdienst mit verringertem Salzeinsatz versucht, den bestmöglichen Kompromiss zwischen den Erfordernissen der Verkehrssicherheit, der Wirtschaftlichkeit und des Umweltschutzes zu erreichen: Nach der mechanischen Räumung kann die Salzung auf Außerortsstraßen und stark befahrene Straßen in Orten sowie Gefahrenstellen (starke Steigungen, verkehrsreiche Kreuzungen, Engstellen, Brücken, Fußgängerüberwege) beschränkt werden. Auf allen anderen Straßen empfiehlt sich grundsätzlich die Nullstreuung, d.h. der Verzicht auf jegliches Streumittel.
- Wenn Salzstreuung erforderlich ist, sollte die Streumenge je nach Straßenzustand, dem
Wetter bezeichnet die verschiedenen Phänomene (z.B. Sonnenschein, Regen, Gewitter) in der Troposphäre, an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit.
Wetter und dem noch vorhandenen Restsalz angeglichen werden. Um eine größere Schädigung der Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen. Umwelt zu vermeiden, sollte die Richtgröße von 10 g Salz/m2 nicht überschritten werden. - Der Einsatz von anderen chemischen Auftaumitteln wie Harnstoff, Phosphatverbindungen, Ammoniumsalzen usw. stellt aus ökologischer Sicht keine Alternative zum Streusalz dar.
- Von Mischungen von Salz mit abstumpfenden Streumitteln wird aus ökologischer Sicht ebenfalls abgeraten, da diese in größeren Mengen ausgebracht werden müssen.
- Feuchtsalz ist beim Straßenwinterdienst Trockensalz vorzuziehen, so lässt sich die Salzmenge bei gleicher Wirkung reduzieren.
- Abstumpfende Man unterscheidet abstumpfende (Splitt, Granulat, Sand, Kies o.ä.) und auftauende S. (Streusalz, Harnstoff). Streumittel sollten nur auf Gehwegen und in besonderen Gebieten zum Beispiel in höheren Lagen oder dort, wo Bäume zu schützen sind, eingesetzt werden. Produkte mit Blauem Engel (RAL-ZU 13) sind dabei vorzuziehen.
Autor: GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
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Stand: 17. Februar 2006
Erstellt: 30. Dezember 2005
Stand: 17. Februar 2006
Erstellt: 30. Dezember 2005
Weiterführende Informationen:
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