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Gestaltete Ökologie und nichtkünstliche Kunst


Köln, 09.07.2010: Mit Lippe+ schafft RUHR.2010 ein neues Gesicht für das Ruhrgebiet. Das Porträt einer jungen Frau: Nur aus der Vogel- oder Google-Earth Perspektive ist das gepflanzte Landschaftsbild zu erkennen, das auf einem Acker an der Lippe bei Datteln entsteht.

Lippe+ heißt das RUHR.2010 Projekt der HVG Haus Vogelsang GmbH. In ihm verbinden sich digitale Technik, Kunst und Ökologie zu einem einzigartigen Bauvorhaben – einer Symbiose zwischen Kultur und Natur.

„Wir denken, dass Lippe+ zu einem Prototyp für gestaltete Renaturierung werden kann: Ein lebendiges Biotop , das eine künstlerische Handschrift mit natürlicher Landschaftserfahrung und neuen, virtuellen Raumerlebnissen verbindet“, sagt Ewald Steinmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der zum Evonik Konzern gehörigen HVG.

Ein digitales Foto wird mit Hilfe GPS-gesteuerter Bodenbearbeitung in reale Pflanzen übersetzt und speist sich wiederum als Luftbild in das digitale Netz ein. Was der Besucher am Boden als Auenlandschaft genießen kann, eröffnet hoch über Wald und Wiese aus der Ballon-, Hubschrauber- oder Flugzeugperspektive einen neuen Blickwinkel. So wird Lippe+ auch auf Internetplattformen wie Google-Earth oder Bing sichtbar: Das „Landschaftsbild“ bekommt menschliche Züge, ein Gesicht blickt zu den Wolken hinauf. Lippe+ ist zur selben Zeit dauerhafte Kunstinstallation, ein Stück Naturschutzgebiet und Ergebnis modernster GPS-Technologie.

Über den Sommer ist direkt am Landschaftsbild eine Gartenlounge für Besucher eingerichtet. Die Lounge ist Samstags und Sonntags geöffnet und bietet die Möglichkeit, die Gesichtskonturen zu Fuß zu erkunden. Weiterhin begleitet eine kleine Ausstellung zum Thema „Luftbildarchitektur“ die Gartenlounge.

Nicole Büsing, Geschäftsbereichsleiterin Consulting bei der HVG, die das Projekt zusammen mit Landschaftsarchitekt Ulli Pinick entwickelte, hebt vor allem die Nachhaltigkeit der Umstrukturierung hervor: „Technologie kann Natur formen, Ökologie kann gestaltet sein und Kunst ist nicht notwendigerweise künstlich - die Verschränkung von Disziplinen und Perspektiven gibt der Landschaft menschliche Züge und versinnbildlicht so den Weg in ein neues Miteinander von Mensch und Natur: Natürliche Auenlandschaften sind geprägt durch ein vielfältiges Mosaik aus Wald, Gebüschformationen und Grasland. Bei der endgültigen Bepflanzung der Gesichtskonturen werden ausschließlich standortgerechte und heimische Baum- und Pflanzenarten der natürlichen Vegetation verwendet. Diese stehen im Kontrast zum extensiv genutzten Grünland. Die mit der Realisierung von Renaturierungsprojekten wie Lippe+ verbundene ökologische V
erbesserung der Landschaft wird zur Kompensationsleistung an der Natur.̶
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Das bepflanzte Grundstück umfasst eine Fläche von ungefähr 20 Hektar, welche die HVG, eines der größten Unternehmen für Landschaftsgestaltung Deutschlands, in ein Land Art Gemälde der nächsten Generation umgestaltet.
„Mit Lippe + wird Landschaft auf eine neue Art und Weise erlebbar, die überall auf der Welt und zu jedem Zeitpunkt zugänglich ist. Die HVG bewegt sich damit nicht mehr nur im Bereich klassischer Landschaftsarchitektur und traditioneller Bodenkultivierung, sondern stößt in das relativ junge Feld der Google-Architektur oder Luftbildarchitektur vor“, so der Landschaftsarchitekt Ulli Pinick.

Das finale Landschaftsbild, wie es sich in der Animation darstellt, wird von Jahr zu Jahr besser erkennbar. Der erste sichtbare Arbeitsschritt in diesem Mai, der Größe und Ausdehnung verdeutlicht, sind gemähte Konturen im Getreidefeld. Sie ergeben eine grobe Schablone für die darauf folgenden Feinarbeiten. Die Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern der natürlichen Auenwaldgesellschaft erfolgt mit ca. 180 cm hohen „Bäumchen“. Diese anfangs zarten Gewächse werden zunächst aus der Luft als leiser Schatten wahrgenommen. Dies ändert sich nach dem fünften Standjahr, wenn die Baumkronen die nötige Laubdichte für die Konturen erzeugen. Die Natur gestaltet alles weitere - von Jahr zu Jahr bringen die Bäume größere Kronen hervor und schaffen dadurch eine gleichmäßig dichte Textur im Luftbild. Lebendig wird das Landschaftsbild durch den jahreszeitlichen Wandel: Im Frühjahr u
nd Herbst kommen unterschiedliche Blüh- und Herbstfärbungen hinzu, über die Wintermonate wird es aus de
r Luftperspektive möglicherweise nur noch als Schatten wahrzunehmen sein.
Autor: Televisor Troika GmbH
1497 Aufrufe
Stand: 9. Juli 2010
Erstellt: 9. Juli 2010

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