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Schlechte Noten für Klimagutachter


Berlin, 28.06.2010: Die Arbeit der Gutachter zu Einschätzungen von Klimaprojekten in Entwicklungsländern im Rahmen des Clean Development Mechanismus (CDM) ist nach wie vor schlecht. Eine jährlich durchgeführte Studie des WWF belegt, dass die Arbeit der Gutachterorganisationen weiterhin häufig von der UN bemängelt wird.

Auf einer Skala von A (Beste) bis F (Schlechteste) wurde als „beste“ Bewertung lediglich einmal D vergeben.
„Seit unserem Rating 2009 sind die Probleme nicht weniger sondern mehr geworden“, erklärt Juliette de Grandpré, Referentin für Klimaschutz beim WWF Deutschland. „Durch die Mängel werden möglicherweise große Mengen von nichtzusätzlichen CO2-Zertifikaten zugelassen, die am Ende zu einer Steigerung der globalen CO2-Emisionen führen, statt zu der vorgesehenen und möglichen Verringerung.“

Die Zahl der automatisch registrierten Projekte ist seit dem Rating 2009 von 41% auf 36% zurückgegangen, bei 57% der positiv begutachteten Projekte hat die UN Nachbesserungen gefordert (2009: 51%) und 7% der Anträge wurden von der UN sogar abgelehnt (2009: 6%). In vielen Fällen scheitern die Projekte nach wie vor am fehlenden Beweis der Zusätzlichkeit.

„Die Analyse zeigt, dass alle Versuche, die Zusätzlichkeit der Emissionsminderungen nachzuweisen, bisher gescheitert sind“ so de Grandpré. „Der CDM-Mechanismus basiert auf der Annahme, dass ein Projekt ohne die zusätzlichen Einnahmen aus dem CDM nicht durchgeführt wird. Eine belastbare Überprüfung dieser Zusätzlichkeit ist bisher jedoch nicht gelungen.“ Statt in Ausgleichprojekte zu investieren, sollten Industrieländer und Unternehmen besser ihre Reduktionsverpflichtungen im Inland erfüllen.

Grundsätzlich sei positiv zu bewerten, dass der CDM-Exekutivrat der UN ein Bewertungs- und Sanktionssystem für die Gutachterorganisationen entwickelt. Allerdings sei dieses System nach drei Jahren Entwicklung noch nicht einsatzfähig. Zudem seien wichtige Informationen zu den Mängeln bei der Begutachtung nicht öffentlich zugänglich. Der WWF fordert deshalb vom CDM Exekutivrat, beim nächsten Treffen Ende Juli im Bonn klare Regeln und strengere Prozeduren für die Gutachter zu beschließen und die Ergebnisse von Überprüfungen der Begutachtung zu veröffentlichen.

Das Öko-Institut untersuchte im Auftrag des WWF zum zweiten Mal, in welchem Umfang die Gutachterorganisationen (Designed Operational Entities, DOEs) die Ansprüche des CDM Exekutivrates erfüllen. Dafür wurden mehr als 900 Projekte ausgewertet. Je nachdem wie oft und wie viele positive begutachtete Projektanträge von der UN zurückgewiesen werden, wird die die Organisation eingruppiert. Schon eine WWF Studie in November 2007 hatte gezeigt, dass diese Projekte teilweise eine zweifelhafte Qualität haben und nicht zu Emissionsminderungen führen.
Autor: WWF Deutschland
1167 Aufrufe
Stand: 29. Juni 2010
Erstellt: 28. Juni 2010

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