KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16601
Neue Studie macht Biokraftstoffe mit Milchmädchenrechnung schlecht
Berlin, 11.02.2010: Einmal mehr rechnet eine Studie die Klimabilanz von Biodiesel und Bioethanol mit unrealistischen und undifferenzierten Annahmen schlecht, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Offenbar kennen die deutschen Autoren die Verhältnisse in Brasilien nicht.Denn kein Rinderfarmer aus dem Südosten zieht 1000 Kilometer in den Norden zum Amazonas, rodet den Der Regenwald ist der immergrüne Wald der inneren Tropen mit ganzjährig heißem, feuchtem Klima. Die tropischen R. sind die artenreichste Lebensgemeinschaft auf der Erde. Regenwald und lässt dort sein Vieh grasen. Das wäre so, als würde ein Bauer aus Schleswig-Holstein nach Bayern ziehen, dort die Berge begradigen und dann Kartoffeln anbauen. Der Grund für Abholzung von Regenwald im Amazonas ist nach Angaben der brasilianischen Behörden der illegale Holzeinschlag. Baumann äußerte sich zu einer Studie, in der verschiedene deutsche Forschungsinstitute zu dem Ergebnis gekommen waren, dass in Brasilien der Anbau von Energiepflanzen für Biokraftstoffe andere Nutzungen wie zum Beispiel die Viehhaltung in den Amazonas vertreibe.
Es sei ärgerlich, dass erneut in einer Studie haltlose Behauptungen aufgestellt würden, die Biokraftstoffe in Verruf bringen. Nach Prognosen der brasilianischen Regierung wird die Rinderhaltung zukünftig deutlich weniger Platz verbrauchen als bisher, so dass die in der Studie behauptete Verdrängung nicht wahrscheinlich sei. Allein dieser Fehler zeigt, dass wir es mit einer Milchmädchenrechnung zu tun haben, erklärte Baumann.
Er wies darauf hin, dass in Deutschland ab diesem Jahr für Biokraftstoffe eine Nachhaltigkeitsverordnung gelte; ab Dezember 2010 werde es eine entsprechende Regelung für ganz Der Name Europa wird heute häufig synonym für die Europäische Gemeinschaft (EG) verwendet, die jedoch nur einen Teil von E. umfaßt. Dem geographischen Umfang nach ist E. mit etwas über 10 Mio km2 der zweitkleinste Erdteil. Europa geben. Danach dürfen die Rohstoffe für In einer Ökobilanz des ifeu-Institutes (2003) wurde nachgewiesen, dass beim Einsatz von einem Liter B. 2,2 Kilogramm Treibhausgase eingespart werden. Für die Handhabung des Produktes Biodiesel sprechen seine gute biologische Abbaubarkeit und die daraus resultierende niedrige Wassergefährdung Biodiesel und Bioethanol nicht von Flächen stammen, auf denen sich vor dem Jahr 2008 besonders wertvolle Ökosysteme wie Regenwälder befanden. Diese siehe Rechtsverordnung. Verordnung gelte weltweit, also auch für Brasilien, und werde derzeit von den Herstellern von Biokraftstoffen umgesetzt. Damit die in der Studie unterstellte Verdrängung in den Regenwald nicht stattfindet, fordert der VDB, dass für jegliche landwirtschaftliche Nutzung eine geeignete Nachhaltigkeitsverordnung eingeführt wird. Das wäre ein praktikabler und sinnvoller Weg, um den Regenwald zu schützen, sagte Baumann.
Autor: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e. V.
1706 Aufrufe
Stand: 11. Februar 2010
Erstellt: 11. Februar 2010
Stand: 11. Februar 2010
Erstellt: 11. Februar 2010
Weitere Meldungen zum Thema "Biodiesel":
| Dioxine: Essen Sie vielseitig: Neue Forschungsergebnisse zur Aufnahme von Umweltkontaminanten Bonn, 14.01.2011: Dioxine sind langlebig und reichern sich am Ende der Nahrungskette an, vor allem in den Fettanteilen tierischer Lebensmittel. Pflanzliche Lebensmittel enthalten im Allgemeinen deutlich weniger Dioxine und tragen deshalb lediglich zu rund einem Viertel der durchschnittlichen Belastung eines Menschen bei. |
| Dioxin-Skandal: Tausende getötete Tiere und Millionen gefährdete Verbraucher durch Profitgier Hamburg, 05.01.2011: Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ist entsetzt über den neuesten Futtermittelskandal: Zum wiederholten Male wurde krebserregendes Dioxin in teilweise deutlich grenzwertüberschreitenden Mengen in Lebensmitteln entdeckt. |
| „Grüne Energie” bedroht Borneos Regenwald und indigene Völker doppelt Berlin, 09.12.2010: Während sich Umweltminister aus aller Welt in Mexiko bei der UN-Klimakonferenz versammeln, sind indigene Völker in den Regenwäldern Borneos zweifach durch grüne Energie bedroht: Staudämme zerstören ihre Flüsse und ihre Wälder werden für den Anbau von Palmöl abgeholzt. |
| Zukunft ohne Öl (Raggam/ Faißner) Graz, 22.06.2010: Können erneuerbare Energien die fossilen Energieträger ersetzen, ohne daß es zu massivem Wohlstandsverlust kommt und ohne daß die Agrarpreise explodieren? Die Autoren analysieren die verschiedensten Formen erneuerbarer Energie in Bezug auf ihren Wirkungsgrad, ihre technische Entwicklungsmöglichkeit und ihre Praktikabilität als echte Alternative zu den fossilen Energieträgern: |
| Rohstofflieferant WAL: Von Futtermittel bis Biodiesel Agadir, 15.06.2010: Wenige Tage vor der Entscheidung, ob das derzeitig international gültige kommerzielle Walfangverbot für 10 Jahre aufgehoben werden soll, veröffentlicht die internationale Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS einen Bericht, der die Bestrebungen der Walfangstaaten - Norwegen, Island und Japan dokumentiert, neue Walprodukte zu entwickeln und diese für den internationalen Handel vorzubereiten. |
| Kritik an der Stellungnahme der Umweltverbände gegen die Elektromobilisierung Bonn, 05.05.2010: Als "unverständlich, kurzsichtig und widersprüchlich" hat der Präsident von EUROSOLAR, Dr. Hermann Scheer, die Stellungnahme verschiedener Umweltverbände gegen die Elektromobilität bezeichnet. |
| Biodiesel aus Palmöl fast ausschließlich aus dem Ausland importiert Berlin, 04.05.10: Biodiesel wird in Deutschland nur in äußerst geringen Mengen aus Palmöl hergestellt. Zu diesem Ergebnis kommt der VDB in einer aktuellen Mitgliederbefragung. Damit reagierte der Verband auf eine Untersuchung von Greenpeace, die an Tankstellen unter anderem Palmöl als Rohstoff von Biodiesel identifiziert hatte. |
| Ifo-Studie: Deutsche Biodieselproduktion hat positive volkswirtschaftliche Auswirkungen Berlin, 22.02.2010: In einer neuen Studie haben die Wissenschaftler des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) die volkswirtschaftlichen Effekte der Biodieselproduktion in Deutschland errechnet. Im Ergebnis erzielt der Staat nach der Studie Einnahmen durch Steuern, Abgaben und Sozialbeiträge, die durch eine Wiederbelebung des B100-Marktes deutlich steigen würden. |
| Neue Studie macht Biokraftstoffe mit Milchmädchenrechnung schlecht Berlin, 11.02.2010: Einmal mehr rechnet eine Studie die Klimabilanz von Biodiesel und Bioethanol mit unrealistischen und undifferenzierten Annahmen schlecht, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Offenbar kennen die deutschen Autoren die Verhältnisse in Brasilien nicht. |
| Biokraftstoffe verringern Abhängigkeit von russischem Erdöl Berlin, 05.01.2010: Biodiesel und Bioethanol aus nachhaltiger, heimischer Produktion verringern im Verkehrsbereich die Abhängigkeit Deutschlands von fossilem Erdöl aus Russland. Im Jahr 2007 hatten Biokraftstoffe einen Anteil von 7,3 Prozent am Kraftstoffmarkt, beim Diesel waren es sogar über 12 Prozent. Wenn wir nicht in der Lage sind, die Abhängigkeit von unsicheren Lieferanten wie Russland zu reduzieren, ist Deutschland politisch und wirtschaftlich erpressbar. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










