KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 15432
Schadstoffe in Kinderspielzeug sicher nachweisen
Frankfurt a.M., 21.03.2009: Immer wieder geraten Spielzeuge in die Schlagzeilen, weil sie verbotene Farbstoffe, giftige Weichmacher oder Schwermetalle enthalten und so die Gesundheit von Kleinkindern gefährden. Welche Schadstoffe in Spielzeug vorkommen können, wie man diesen Substanzen auf die Spur kommt, und warum Grenzwerte alleine nicht ausreichen, sind Themen der Märzausgabe der "Nachrichten aus der Chemie".Die mit Abstand meisten Warnungen im europäischen Schnellwarnsystem für gefährliche Konsumgüter Rapex betreffen Die Herstellung von K. ist gesetzlich geregelt durch das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz. Kinderspielzeug . Zwei Drittel der beanstandeten Spielwaren kommen aus Fernost, über die Hälfte aus China. Bei diesen hat der Importeur in der Regel keine Informationen über die Produktionsumstände und die eingesetzten Rohstoffe. Hier ist die chemische Analytik gefragt, die zunächst die Materialien identifiziert, um herauszufinden, welche Stoffe in dem betreffenden Spielzeug überhaupt vorkommen können.
Insgesamt sind bei der Untersuchung von Spielzeug etwa 3000 Stoffe, die durch ihre chemische oder physikalische Wirkung in der Lage sind, Mensch und Umwelt zu schädigen. Schadstoffe zu berücksichtigen. Dazu gehören giftige Sammelbezeichnung für Metalle mit einer Dichte von über 4,5 g/cm3. Schwermetalle , krebserregende Substanzen wie polyzyklische aromatische K. Verbindungen der organischen Chemie aus Kohlenstoff und Wasserstoff, meist in einem Gerüst aus Kohlenstoffatomen. Während beispielsweise Propan ein kettenförmiger K. ist, ist Benzol ein ringförmiger K. Kohlenwasserstoffe oder N. (N-Nitrosoverbindungen)können sich aus Nitrit und Aminen im Magen-Darm-Trakt bilden. Nitrosamine , hormonell wirksame wie Organozinnverbindungen oder Phtalate. Es kann sich bei den Substanzen um Klasse von Farbstoffen und organischen Pigmenten, die als farbgebende Gruppe eine oder mehrere Azogruppen enthalten. Azofarbstoffe handeln, die im Körper krebserregende A. werden grob in aliphatische und aromatische sowie zusätzlich noch in primäre, sekundäre und tertiäre A. eingeteilt. Amine freisetzen, oder um Produktionsrückstände wie Rohstoff für N. ist Steinkohlenteer, in dem N. als mengenmäßig wichtigste Einzelkomponente vorkommt. Naphthalin . Der Nachweis all dieser Stoffe, die durch ihre chemische oder physikalische Wirkung in der Lage sind, Mensch und Umwelt zu schädigen. Schadstoffe erfordert spezielle, auf die Substanz und das Spielzeug zugeschnittene Analysenverfahren.
Ebenso schwierig wie umstritten ist die Interpretation der Analysenergebnisse. Oft ist nicht klar, wie ein Kind die Schadstoffe aus dem Spielzeug aufnimmt und in welcher Menge.
In der Märzausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" geben die Chemiker Andreas Pfalzgraf, Jörg Wolter und Kristina Pötter einen Überblick über Schadstoffe in Spielwaren - und zeigen, warum die derzeitigen Richtlinien zu wünschen übrig lassen.
Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.
Autor: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
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Stand: 21. Maerz 2009
Erstellt: 21. Maerz 2009
Stand: 21. Maerz 2009
Erstellt: 21. Maerz 2009
Weiterführende Informationen:
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