KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 13479
Schule im ewigen Eis
Jena, 22.12.2007: Die Weihnachtszeit ist für den Polar-Ornithologen Dr. Hans-Ulrich Peter von der Friedrich-Schiller-Universität Jena - wie für viele Landsleute - traditionell Reisezeit. Doch während die meisten die Feiertage bei Verwandten zur Erholung und Besinnung nutzen, beginnt für Dr. Peter und sein Team eine arbeitsintensive Zeit. So auch in diesem Jahr.Gerade sind die Forscher vom Institut für Ökologie der Universität Jena zu einer mehrwöchigen Expedition in die Antarktis aufgebrochen. Per Flugzeug und Schiff geht es rund 14.000 Kilometer nach Süden, zur Fildes-Halbinsel auf King George Island, wo Peters Arbeitsgruppe seit 1983 regelmäßig arbeitet.
Begleitet werden Dr. Peter und seine Mitarbeiter bei ihrer diesjährigen Expedition in den antarktischen Sommer von 14 Studierenden. "Ziel des im März begonnenen Internationalen Polarjahrs ist es unter anderem, Studenten an die Polarforschung heranzuführen", erläutert der Jenaer Expeditionsleiter. Die Nachwuchswissenschaftler sollen später eigenständig in diesem Gebiet arbeiten können. Studierende aus vier Nationen haben sich erfolgreich um die Plätze in Peters Expedition beworben. Neben Studenten aus Jena, Tübingen, Würzburg und Leipzig sind auch junge Russen, Luxemburger und Argentinier mit an Bord. Die antarktische Summer School wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung und privaten Sponsoren gefördert.
Die Studierenden erwartet neben Exkursionen auf der Fildes Halbinsel zum Kennenlernen der Geologie, Geomorphologie, Botanik und Zoologie des Gebietes vor allem eigene Feldarbeit in kleinen Gruppen. "Schwerpunkt dieser Arbeit werden die Auswirkungen der globalen Klimaveränderungen auf die antarktische Bezeichnung für die Gesamtheit der Pflanzenarten eines Gebiets. Flora und Die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem begrenzten Areal lebende Tierwelt.
Fauna sein", erläutert Dr. Peter. In einigen Regionen der Antarktischen Halbinsel sei der Temperaturanstieg fünfmal so stark wie im Durchschnitt.
"Auch wenn gerade der zurückliegende Winter der kälteste seit 20 Jahren war, lassen die steigenden Durchschnittstemperaturen das antarktische Packeis schmelzen." Für viele Tiere bedeute das den Entzug ihrer Lebensgrundlagen. "Mit dem Packeis verschwinden auch Kieselalgen, die an der Eisunterseite wachsen", so Hans-Ulrich Peter. "Ohne diese Artenreiche Abteilung des Pflanzenreichs. Niedere, autotroph lebende Pflanzen aus einzelnen Zellen oder Zellverbänden, die zumeist im Wasser, aber auch im Boden leben. Algen gibt es deutlich weniger Krill - die Hauptnahrungsquelle für die Adelie- und Zügel-Pinguine." Seit seinen ersten Bestandserhebungen Ende der 1980er Jahre beobachtet der Forscher von der Jenaer Universität einen kontinuierlichen Rückgang der Bestände der Zügel- und besonders Adelie-Pinguine in diesem Gebiet.
Auch an der Vegetation lasse sich die Veränderung des Klimas deutlich ablesen. Die wärmeren und längeren antarktischen Sommer haben beispielsweise zu einer enormen Verbreitung der Blütenpflanze Deschampsia antarctica (Antarktische Schmiele) geführt. Die Zunahme der Schmiele ist ein Ein I. zeigt das Erreichen oder die Veränderung eines Zustandes an. Indikator für Veränderungen im terrestrischen antarktischen Ökosystem. Die Studenten sollen während ihres Forschungsaufenthaltes die Bestände kartieren und ihre Vitalität dokumentieren.
Zwei Doktoranden, die ebenfalls an der Expedition teilnehmen, werden die Wochen vor Ort nutzen, um die Nahrungssuche und Wanderung antarktischer Raubmöwen (Skuas) zu untersuchen. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützte Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen, deren Erfüllung eine Organisation erfordert, die die Umsetzung der Aufgaben plant, steuert, durchführt und kontrolliert. Projekt der Jenaer Polar-Ornithologen untersucht den Einfluss lokaler und regionaler Klimaveränderungen auf die Ressourcennutzung und das Brutverhalten der Raubmöwen.
Nach ihrer Rückkehr wollen die Studenten und Wissenschaftler ihre Ergebnisse in einem Forschungsbericht zusammenfassen und auf internationalen Konferenzen im Frühjahr und Sommer präsentieren. Ihren Daheim gebliebenen Kommilitonen und allen anderen Interessierten werden die Studenten im Januar 2008 in einem Online-Tagebuch (www.uni-jena.de/antarktistagebuch) über ihre Arbeit im antarktischen Sommer berichten.
Autor: Friedrich-Schiller-Universität Jena
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Stand: 22. Dezember 2007
Erstellt: 22. Dezember 2007
Stand: 22. Dezember 2007
Erstellt: 22. Dezember 2007
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