KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 13018
Vorzeitiger Ausstieg aus ozonschicht- und klimaschädigenden Stoffen beschlossen
Berlin, 23.09.2007: Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat die Beschlüsse der Montrealer Konferenz als einen wichtigen Beitrag zur schnelleren Erholung der Ozonschicht und zugleich zum Klimaschutz bezeichnet. Gabriel hob hervor, dass die gut funktionierende Kooperation von Industrieländern und Entwicklungsländern zum Erfolg der Konferenz beigetragen habe.Die Konferenz hatte sich zuvor darauf verständigt, den Ausstieg aus Herstellung und Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (HFCKW) wesentlich zu beschleunigen.
HFCKW werden u. a. als Kältemittel in Kälte- und Anlagen zur Aufrechterhaltung eines bestimmten Klimas (Temperatur und Feuchtigkeit) der Raumluft, insb. in öffentlichen Gebäuden, Büroräumen und anderen Arbeitsplätzen. Klimaanlagen verwendet. Ihre Produktion und Verwendung steigt insbesondere wegen der in den Entwicklungsländern rasant zunehmenden Nachfrage nach Kühlung und Klimatisierung derzeit noch stark an. HFCKW schädigen die siehe Ozonabbau Ozonschicht und tragen durch ihr hohes Treibhauspotential (bis zu 2000-mal höher als CO2) auch erheblich zum Globale Klimaveränderungen sind bereits im Gang und der Mensch ist dafür hauptverantwortlich.
Klimawandel bei.
Gabriel: "Die G8-Staaten hatten in Heiligendamm verabredet, auf einen beschleunigten Ausstieg aus HFCKW hinzuarbeiten. Dass es bereits in Montreal gelungen ist, einen Beschluss zu erreichen, ist zum großen Teil aber der Bereitschaft der Entwicklungs- und Schwellenländer zu verdanken, konkrete Ausstiegsverpflichtungen zu übernehmen. Insbesondere China als weltweit größter Hersteller und Verwender von HFCKW hat zu diesem Erfolg wesentlich beigetragen. Wir werden die in Montreal bewiesene Kooperationsbereitschaft von Industrieländern und Entwicklungsländern nutzen, um auch auf der Klimakonferenz im Dezember auf Bali zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen."
Die in Montreal beschlossene Regelung sieht vor, dass die Entwicklungsländer Produktion und Verbrauch von HFCKW im Jahr 2013 auf dem Niveau von 2009/2010 einfrieren und dann in mehreren Teilschritten (2015: 10%, 2020: 35%, 2025: 67,5%) bis zum Jahr 2030 bis auf einen kleinen Anteil für die Unterhaltung von Altgeräten ganz zurückführen. Nach der bisherigen Regelung war in den Entwicklungsländern lediglich die Verwendung ab 2016 auf dem dann erreichten Niveau einzufrieren; und es galt ein Ausstiegsdatum 2040 ohne Zwischenschritte. Auch für die Industrieländer wurden die bisherigen Ausstiegsregelungen deutlich verschärft und der Ausstieg von 2030 auf 2020 (mit Zwischenschritten 2010: 75% und 2015: 90%) vorgezogen. Ferner sagten die Industrieländer den Entwicklungsländern finanzielle Unterstützung bei deren Ausstieg zu.
Die 19. Vertragsstaatenkonferenz in Montreal fiel zeitlich zusammen mit dem 20. Jahrestag der Unterzeichnung des Montrealer Protokolls zum Schutz der Ozonschicht am 16. September 1987. Das Protokoll, dem inzwischen 191 Vertragsparteien angehören und das damit fast universale Gültigkeit hat, gilt als eines der erfolgreichsten internationalen U. werden zwischenstaatlich geschlossen und sind von daher für den einzelnen Bürger nicht einklagbar. Umweltschutzabkommen . Mit Hilfe verbindlicher Ausstiegsregelungen und eines finanziellen Unterstützungsmechanismus ist durch das Protokoll inzwischen eine Reduktion von Herstellung und Verbrauch ozonschichtschädigender Stoffe von 95 % bezogen auf das Ozonabbaupotential erreicht worden. Als Folge gehen Wissenschaftler von einer vollständigen Erholung der siehe Ozonabbau Ozonschicht bis zum Jahr 2065 aus. Wegen des hohen Treibhauspotentials der ozonschichtschädigenden Stoffe konnte außerdem eine deutliche Entlastung der Treibhausgasemissionen erreicht werden.
Autor: Bundesumweltministerium, Berlin
3136 Aufrufe
Stand: 23. September 2007
Erstellt: 23. September 2007
Stand: 23. September 2007
Erstellt: 23. September 2007
Weiterführende Informationen:
Weitere Meldungen zum Thema "Klimaschutz":
| EU-Analyse unterstreicht wirtschaftliche Vorteile von stärkerem Klimaschutz Berlin / Brüssel, 31.01.2011: Eine gestern in Brüssel vorgestellte Analyse der Europäischen Kommission über die ökonomischen Auswirkungen stärkeren Klimaschutzes ist laut Oxfam ein wichtiger Meilenstein für die längst überfällige Anhebung des EU-Klimaschutzziels auf 30 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2020. |
| Dämmung ist laut Umfrage die effektivste Sanierungsmaßnahme Berlin, 31.01.2012: Die Dämmung von Dach oder Fassade gilt den Teilnehmern einer Umfrage aus dem aktuellen Klima-Barometer der gemeinnützigen co2online GmbH als effektivste Sanierungsmaßnahme. |
| Klimawandel: Deutsche sind besorgt, fühlen sich aber gut informiert München, 17. Januar 2012: Auch im Jahr 2012 wird der zu beobachtende Klimawandel, die globale Erwärmung der Erde seinen Platz in der öffentlichen und medialen Diskussion einnehmen. |
| „Biosprit“ ist keine Lösung für klimaschädliches Fliegen und verschärft Lebensmittelknappheit Berlin, 13.01.2012: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und sein internationales Netzwerk Friends of the Earth (Freunde der Erde) haben die Fluggesellschaften aufgefordert, sogenanntes Biokerosin künftig nicht mehr in Flugzeugen einzusetzen. |
| Veranstaltung: Dörfer im Wettbewerb Schwerte, 11.01.2012: Der Ländliche Raum ist etwas Besonderes? "Ja!", würden die Menschen auf dem Lande sagen. Es gibt besondere Qualitäten, die den ländlichen Raum auszeichnen. Offene Landschaften, weniger Hektik, gesunde Luft. Doch auch hier gibt es neue große Themen, die auf der Tagung Regionen und Dörfer im Wettbewerb vom 7. bis 8. Februar in der Evangelischen Akademie Villigst diskutiert werden. |
| Klimaschutz im Klassenzimmer: Energiesparmeister-Wettbewerb 2012 startet Berlin, 10.01.2012: Deutschlands Schüler sagen dem Klimawandel den Kampf an: ob mit Klima-Litfaßsäulen, Energiespar-Waschsalons oder einem selbst angepflanzten Schulwald. |
| Umweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für Agrarreform Berlin, 27.12.2011: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will sich im kommenden Jahr verstärkt bei der Durchsetzung ökologischer Agrarreformen engagieren. 2012 muss die Bundesregierung zeigen, dass sie die Lokomotive der EU-Agrarreform ist und nicht die Blockiererin. |
| Kostenlose Plattform für Modernisierer motiviert Hauseigentümer zur Gebäudesanierung Berlin, 16.12.2011: Erfolgreiche Modernisierungsbeispiele auf einen Blick: Die vom Bundesumweltministerium geförderte Kampagne Klima sucht Schutz zeigt Effizienz-Vorbilder in ihrem BestPractice Archiv. |
| WWF protestiert gegen brasilianisches Waldgesetz Berlin, 14.12.2011: Mit lauten Samba-Trommeln, einem großen roten Notruf-Telefon und Protest-Plakaten hat der WWF heute vor der brasilianischen Botschaft in Berlin gegen die Abschwächung des brasilianischen Waldgesetzes demonstriert. |
| Boykott von kanadischem Erdöl (Ein Kommentar von Hans Josef Fell) Berlin, 14.12.2011: Zum ersten Mal steigt ein Land noch vor Ablauf des Klimaschutzvertrages im Dezember 2012 aus. Begründet wird der Austritt von der kanadischen Regierung mit dem bisherigen mauen Ergebnissen des Kyoto-Protokolls. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










