KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 11752
Bioethanol als Benzinersatz: "Deutschland liegt voll im Trend"
Hohenheim, 28.01.2007: Politik setzt auf den alternativen Wunderkraftstoff - Mineralölindustrie bisher sehr zögerlich - Acht Fragen an den Bioethanol-Experten Oliver Henniges von der Universität Hohenheim. Bioethanol ist ein Multitalent: als Zusatz in der Lebensmittel- bzw. Kosmetikindustrie wie auch mit hohem Potential als Kraftstoff. Im Gegensatz zum fossilen Brennstoff Benzin ist Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen und senkt den CO2-Ausstoß.In Deutschland ist der Trend zu Bioethanol jetzt angekommen. Seit dem 1. Januar 2007 müssen deutsche Autofahrer B. ist ein Kraftstoff für Ottomotoren, auch Vergaserkraftstoff oder Ottokraftstoff genannt. Benzin mit einem durchschnittlichen Anteil von 1,2 Prozent Bioethanol tanken. Bis 2015 sollen es sogar 8 Prozent Biokraftstoffe sein. Doch während das Geschäft mit dem Umweltkraftstoff in Deutschland jetzt erst anläuft, haben Länder wie Brasilien und die USA diesen Weg bereits früher eingeschlagen. Hauptproduzent USA fördert seit Jahren die Ethanolproduktion aus Der Mais ist eine einhäusige, getrenntgeschlechtlich (monözisch) Pflanze, die bis zu 2,5 Meter hohe Stängel hat, die in einen männlichen Blütenstand enden. Die weiblichen Blütenstände entspringen der mittleren Stängelhälfte. Die Fremdbestäubung erfolgt durch den Wind.
Mais , Brasilien produziert Bioethanol mit Zuckerrohr ist eine mehrjährige, sich bestockende Kurztagspflanze. Sie bildet Gras mit bis zu sieben Meter hohen und 5 cm dicken Stängeln mit zuckerspeicherndem Mark (7 bis 20 Prozent Saccharose). Zuckerrohr , während in Der Name Europa wird heute häufig synonym für die Europäische Gemeinschaft (EG) verwendet, die jedoch nur einen Teil von E. umfaßt. Dem geographischen Umfang nach ist E. mit etwas über 10 Mio km2 der zweitkleinste Erdteil. Europa erst zögerlich Der Weizen ist einjähriges meist unbegrantes Gras. Die Ährenspindel sind mit
Ährchen besetzt, die 3 bis 6 Blüten umfassen. Selbstbestäubung tritt noch vor der Öffnung der Blüte ein. Das Korn ist eine Karyopse.
Weizen , Roggen und Zuckerrüben als Rohstoffe für Bioethanol Verwendung finden. Dr. Oliver Henniges ist Bioethanol-Experte der Universität Hohenheim.
Führende Länder wie die USA und Brasilien haben Bioethanol als Als K. für Verbrennungsmotoren kommen feste, flüssige und gasförmige Stoffe, bestehend aus Kohlenstoff, Kohlenwasserstoffen oder Wasserstoff in Frage, die bei Verbrennung mit Luft Wärme freisetzen. Kraftstoff der Zukunft erkannt. Haben wir Deutsche diesen Trend verschlafen?
DR. OLIVER HENNIGES: "So kann man das nicht sagen. Bis vor wenigen Jahren hat die deutsche Politik einfach keinen Handlungsbedarf gesehen. Öl war billig und abgesehen von einigen Krisen ständig verfügbar. Doch der internationale Rohölmarkt hat sich verändert, die Benzinpreise steigen genauso wie die Abhängigkeit von Als Energie wird die Fähigkeit eines Systems bezeichnet, Arbeit zu leisten. Verschiedene Formen von Energie sind: Wärme, chemische, mechanische und elektrische Energie, die sich ineinander umwandeln lassen. Energie produzierenden Ländern. In den letzten Jahren hat eine Trendwende eingesetzt. Die Deutschen wollen unabhängiger vom Öl werden. Vor allem der steigende Ölpreis führt zu einer lauter werdenden Forderung nach Biokraftstoffen. Auch gesellschaftlich liegen Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen. Umwelt - und Klimaschutz bezeichnet Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegen wirken sollen. Im Mittelpunkt steht derzeit die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Klimaschutz derzeitig offenbar im Trend. Gute Voraussetzungen für Nutzung und Produktion von Bioethanol."
Der größte Hersteller von Bioethanol sind zurzeit die USA, dicht gefolgt von Brasilien. Wie sieht die derzeitige Entwicklung von Bioethanol in Deutschland aus? Sind wir konkurrenzfähig?
DR. OLIVER HENNIGES: "Auf dem internationalen Markt hat Deutschland derzeit keine Chance. Im Durchschnitt kostet die Herstellung von Bioethanol in Deutschland mit 45 Euro/hl fast dreimal soviel wie in Brasilien. Das liegt unter anderem an den vorteilhaften klimatischen und ökonomischen Rahmenbedingungen des Landes, nicht zu vergessen, dass Brasilien in der Bioethanolproduktion mit einer 30jährigen Erfahrung trumpfen kann."
Wäre es dann nicht ökonomischer, Bioethanol zu importieren, statt selbst herzustellen?
DR. OLIVER HENNIGES: "Eigentlich ist Bioethanol aus Zuckerrohr ist eine mehrjährige, sich bestockende Kurztagspflanze. Sie bildet Gras mit bis zu sieben Meter hohen und 5 cm dicken Stängeln mit zuckerspeicherndem Mark (7 bis 20 Prozent Saccharose). Zuckerrohr in Hinblick auf die CO2-Reduktion sogar umweltfreundlicher als die europäische Variante. Die Vorteile von Bioethanol haben aber nicht nur mit dem Umweltaspekt zu tun - auch der deutsche Arbeitsmarkt könnte erheblich davon profitieren. Für die Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft wäre das eine einmalige Chance. Viele Bauern produzieren schon in erheblichem Umfang Pflanzen für die Energieproduktion, da sie mit der herkömmlichen Nahrungsmittelproduktion weniger verdienen. Durch den Ausbau der Bioenergieproduktion steigt die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten wie z.B. Zuckerrüben und Der Weizen ist einjähriges meist unbegrantes Gras. Die Ährenspindel sind mit
Ährchen besetzt, die 3 bis 6 Blüten umfassen. Selbstbestäubung tritt noch vor der Öffnung der Blüte ein. Das Korn ist eine Karyopse.
Weizen für die Produktion von Bioethanol. Vielleicht können die Landwirte langfristig ihre Ware zu einem besseren Preis verkaufen und müssten nicht ausschließlich auf EU-Gelder hoffen. Diese Hoffnung haben viele Bauern. Für die Produktion des Pflanzenkraftstoffes im eigenen Land sind ebenfalls viele Wirtschaftszweige betroffen. Das schafft Arbeitsplätze und wirkt sich letztlich auf den Staatshaushalt aus. Wir hätten im Prinzip alle etwas davon. Es darf aber nicht übersehen werden, dass der Verbraucher zukünftig mehr an der Tankstelle bezahlen muss! Aber bei der hohen Besteuerung von Kraftstoffen in Deutschland fällt das kaum ins Gewicht."
Schützenhilfe bekommt der neue Kraftstoff aus der Politik: Seit dem 1. Januar 2007 müssen Benzin oder Diesel einen gewissen Prozentsatz an Bioethanol oder In einer Ökobilanz des ifeu-Institutes (2003) wurde nachgewiesen, dass beim Einsatz von einem Liter B. 2,2 Kilogramm Treibhausgase eingespart werden. Für die Handhabung des Produktes Biodiesel sprechen seine gute biologische Abbaubarkeit und die daraus resultierende niedrige Wassergefährdung Biodiesel enthalten. Ist das ein Weg?
DR. OLIVER HENNIGES: "Unter den beiden Voraussetzungen, dass Biokraftstoffe politisch und gesellschaftlich erwünscht sind und dass auf eine Steuerbefreiung verzichtet wird, ist es eine notwendige Maßnahme. Ohne diese Regelung hätte Bioethanol als alternativer Rohstoff auf dem deutschen Markt keine Chance, weil sich einerseits die Benzinhersteller gegen Biokraftstoffe wehren und andererseits der Verbraucher wegen der hohen Kosten das billigere B. ist ein Kraftstoff für Ottomotoren, auch Vergaserkraftstoff oder Ottokraftstoff genannt. Benzin tanken würde."
Gleichzeitig ist jedoch die Besteuerung für Bioethanol weggefallen. Ist das nicht ein Widerspruch?
DR. OLIVER HENNIGES: "Die Ökosteuer für Bioethanol ist schlicht widersinnig und zeigt, das politische Aussagen nur eine kurze Man unterscheidet die physikalische und die biologische Halbwertszeit und die aus beiden abgeleitete effektive Halbwertszeit. Halbwertszeit haben. Ein Liter Bioethanol hat nur zwei Drittel des Energiegehalts von einem Liter B. ist ein Kraftstoff für Ottomotoren, auch Vergaserkraftstoff oder Ottokraftstoff genannt. Benzin - trotzdem zahlen Sie für beides den gleichen Steuersatz. Das heißt, steuerlich wird Bioethanol sogar bestraft. Wenn die Ökosteuer eine politische Lenkungswirkung haben soll, darf sie nicht auf Biokraftstoffe angewendet werden! Aber die Ökosteuer ist offensichtlich mehr "Steuer" als "Öko"!"
Die Beimischungsquote für Biokraftstoffe steigt bis 2015 auf 8 Prozent an. Könnten wir den steigenden Bioethanolbedarf durch heimischen Anbau decken, ohne auf den konventionellen Ackerbau zu verzichten?
DR. OLIVER HENNIGES: "Auf den Nahrungsmittelanbau müssen wir nicht verzichten. 2015 könnten schätzungsweise drei Milliarden Liter Bioethanol in die Tanks der Autos fließen, wenn die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Theoretisch könnte der deutsche Agrarsektor die benötigten Getreide- oder Rübenmengen aufbringen. Das könnte in der Tendenz zu höheren Getreidepreisen führen - was Getreideproduzenten hilft, dafür aber die Tiermast verteuert. Allerdings könnten stillgelegte Flächen nutzbar gemacht und auf subventionierten Export verzichtet werden. Ich gehe aber davon aus, dass der Bedarf an Bioethanol nicht allein aus der Produktion durch heimische Rohstoffe kommt."
Das bedeutet Importe vor allem aus den Tropen. Umweltschützer sehen in dem steigenden Bedarf von Biokraftstoffen den Grund für die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes. Wie sehen Sie diese Behauptung?
DR. OLIVER HENNIGES: "Diese Gefahr sehe ich nicht. Zuckerrohr ist eine mehrjährige, sich bestockende Kurztagspflanze. Sie bildet Gras mit bis zu sieben Meter hohen und 5 cm dicken Stängeln mit zuckerspeicherndem Mark (7 bis 20 Prozent Saccharose). Zuckerrohr wächst nicht in den Gebieten des Regenwaldes sondern weiter südlich, vor allem in der Region um Sao Paulo. Möglicherweise gibt es eine Verschiebung der Anbauflächen nach Norden, die aber nur bedingt mit dem Zuckerrohranbau zu tun hat. Es ist zu einfach, umweltpolitische Probleme Brasiliens einseitig der Bioethanolproduktion anzulasten. Natürlich sind Politiker Brasiliens gefordert, dem Abholzen des Regenwaldes entgegenzuwirken. Das schafft man aber nicht, indem man die Bioethanolproduktion verbietet!"
Wie sieht die Zukunft der Bioethanolproduktion in Deutschland aus?
DR. OLIVER HENNIGES: "Die Nachfrage nach Bioethanol ist durch die neue Gesetzgebung bis zu einem bestimmten Ausmaß gesetzlich gesichert. Die Wettbewerbsfähigkeit der Bioethanolproduktion jedoch in Deutschland wird zum größten Teil vom stets unsicheren Rohölpreis abhängen. Wer behauptet, er könne den Ölpreis vorhersagen, muss sich allerdings die Frage gefallen lassen, warum er noch arbeitet!"
Zur Person
Oliver Henniges (29) promovierte am Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre an der Universität Hohenheim über die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bioethanolproduktion. In seinem kürzlich erschienenen Buch "Die Bioethanolproduktion - Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland unter Berücksichtigung der internationalen Lebewesen stehen in einem K.-Verhältnis zueinander, wenn sie die gleichen für sie wesentlichen Umweltfaktoren eines Biotops nutzen, diese aber nicht für alle sie beanspruchenden Lebewesen ausreichen. Konkurrenz " gibt er wertvolle Hinweise für Wirtschaft und Politik, wie die Zukunft der Bioethanolproduktion in Deutschland aussehen könnte (Josef Eul Verlag, ISBN 987-3-89936-551-1, 79 EUR).
Autor: Universität Hohenheim
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Stand: 28. Januar 2007
Erstellt: 28. Januar 2007
Stand: 28. Januar 2007
Erstellt: 28. Januar 2007
Weiterführende Informationen:
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