KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 17090
UN: 34 indigene Völker Kolumbiens kurz vor der Auslöschung
London / Berlin, 07.09.2010: Ein Bericht des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen warnt, dass mindestens 34 indigene Völker in Kolumbien aufgrund der anhaltenden Gewalt auf ihrem Land in ihrer Existenz bedroht sind.In dem Bericht heißt es: Trotz neuer Bemühungen des kolumbianischen Staates bleibt das Risiko des physischen oder kulturellen Verschwindens bestehen, in einigen Fällen ist es sogar gestiegen.
Ein Anstieg an Morden, Todesdrohungen und die Zwangsrekrutierung indigener Jugendlicher in bewaffnete Gruppen sind Berichten zufolge lediglich einige der Gefahren für Kolumbiens Indigene. Außerdem kommt es zu Vertreibungen innerhalb des Landes. Der Anteil der Indigenen an Kolumbiens vier Millionen Binnenflüchtlingen beträgt 15%, bei einem Bevölkerungsanteil von nur 2%.
Zwei Wochen vor Veröffentlichung des UN-Berichts wurde Luis Socarrás Pimienta, ein führender Vertreter der Wayúu, von einem mutmaßlichen Paramilitär vor seinem Haus in der nordkolumbianischen Provinz La Guajira. erschossen. Nach Angaben des Berichts ist die Zahl der Morde an kolumbianischen Indigenen von 2008 auf 2009 um 63% angestiegen. Allein 33 Mitglieder der Awá wurden 2009 ermordet.
Den Awa habe besondere Aufmerksamkeit zu gelten, ebenso wie den Nukak, die zu den letzten nomadischen Völkern des Amazonas-Gebietes zählen, so der Bericht. Über die Hälfte der Nukak wurden ausgerottet, seit Koka-Pflanzer auf ihr Land vordrangen. Die Nukak sind nach wie vor in einem brutalen Schwebezustand gefangen zwischen beklemmenden Flüchtlingsunterkünften an den Rändern der Städte und dem Wald, in dem ihnen Gewalt droht.
Ein früherer UN-Bericht spricht von einem mutmaßlichen Programm ethnischer Säuberung in Kolumbien, um Platz zu schaffen für den Anbau illegaler Kulturen, oder um Agro-Business im großen Stil einzuführen, darunter Palmöl-Plantagen und Rindfleisch-Produktion.
Ein Anführer der kürzlich vertriebenen Wounaan sagte: Wir können uns immer weniger frei bewegen, selbst um zu jagen oder Nahrung zu sammeln. Schuld daran seien die Anwesenheit bewaffneter Gruppen und die als Folge der auf Wounaan-Gebiet eingeströmten Koka-Kultivierung angestiegene Gewalt.
Stephen Corry, der Direktor von Survival International ist eine weltweit aktive Nicht-Regierungsorganisation, die 1969 in London als Antwort auf den Genozid an indigenen Völkern im Amazonasgebiet gegründet wurde. Survival International , erklärte heute: Kolumbiens ehemaliger Präsident Uribe erhebt Anspruch auf eine erfolgreiche Bekämpfung der Gewalt- Dieser Bericht hat jedoch erneut die katastrophale Bilanz des Landes bei Menschenrechtsverletzungen gegen seine indigene Bevölkerung belegt. Die neue Regierung von Juan Manuel Santos muss nun ein für alle mal handeln, bevor es zu spät ist, um die gefährdetsten Bürger Kolumbiens vor der Auslöschung zu bewahren.
Lesen Sie diese Meldung online: http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6443
Autor: Survival Deutschland
948 Aufrufe
Stand: 7. September 2010
Erstellt: 7. September 2010
Stand: 7. September 2010
Erstellt: 7. September 2010
Weitere Meldungen zum Thema "Ausrottung":
| Illegaler Kaviar-Handel bedroht Störe Berlin, 15.11.2011: Nach einer Untersuchung der Umweltschutzorganisationen WWF und TRAFFIC stehen die letzten Störe der Donau auch wegen des illegalen Handels mit Kaviar am Rand der Ausrottung. |
| Grausame Ausrottung von Fuchsfamilien an der Tagesordnung Hamburg, 19.05.2011: Nahezu überall in Deutschland ist die gnadenlose Ausrottung ganzer Fuchsfamilien derzeit an der Tagesordnung: Jungfüchse werden am Bau erschossen oder in speziellen Jungfuchsfallen gefangen, ihre Eltern mit der Flinte getötet. Das Saarland beweist, dass es auch anders geht. |
| WWF begrüßt Stör-Fangverbot in Bulgarien Berlin, 03.05.2011: Die Donau-Störe stehen heute am Rand der Ausrottung. Die Fische, die aus der Zeit der Dinosaurier stammen, sind heute wegen Überfischung stark bedroht. Nun hat Bulgarien ein einjähriges generelles Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer erlassen. |
| UN: 34 indigene Völker Kolumbiens kurz vor der Auslöschung London / Berlin, 07.09.2010: Ein Bericht des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen warnt, dass mindestens 34 indigene Völker in Kolumbien aufgrund der anhaltenden Gewalt auf ihrem Land in ihrer Existenz bedroht sind. |
| Rehabilitations-Programm setzt neue Maßstäbe im Kampf gegen die Ausrottung der Orang-Utans Hamburg/Samboja Lestari, 26.08.2010: Im kommenden Winter wird die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN damit beginnen, verwaiste und ehemals misshandelte Orang-Utans in Ost-Kalimantan, dem indonesischen Teil der Tropeninsel Borneo, auszuwildern. |
| 2010 wird entscheidend für den Artenschutz. Hunderttausende Pflanzen- und Tierarten gefährdet Berlin, 28.12.2009: Eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) darin, den Schwund der biologischen Vielfalt zu stoppen. Das Ziel, bis 2010 den Verlust der Biodiversität aufzuhalten, werde leider verfehlt. Unzähligen Tier- und Pflanzenarten drohe nach wie vor die Ausrottung. |
| Europaweite Aktionswoche für bedrohte Haie München, 08.10.2009: Protestaktion gegen brutale Tötungsmethoden Verbrauchertipps für Meeresfreunde. Vom 10. bis 18. Oktober findet die Europäische Haiwoche statt. Das Ziel: über die Bedrohung von Haien zu informieren. Vor allem für die in Asien beliebte Haiflossensuppe werden manche Haiarten bis an den Rand der Ausrottung gejagt. Die Tiere enden aber auch an der Fischtheke, in Kosmetikprodukten, Nahrungsergänzungen und sogar als Lederarmband. Besonders grausam ist das so genannte Finning, das Abtrennen der Rückenflossen. |
| Flussdelphine stehen kurz vor der Ausrottung Frankfurt, 28.03.2009: Höchstens 70 Irawadi-Delphine leben nach aktuellen WWF-Zählungen im Mekong. Damit steht die Population kurz vor der Auslöschung. Seit Jahren bereitet den Experten das rätselhafte Massensterben der Jungtiere große Sorgen. Nach intensiven Untersuchungen geht die Umweltstiftung WWF jetzt davon aus, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren das Immunsystem der Delphinkälber im extremen Maße schwächt. |
| Interview mit einer Riesenschildkröte München, 17.11.2008: "Ihr wart schlimmer als jede Naturkatastrophe!". "Lonesome George", der letzte seiner Art, spricht mit uns über Ausrottung, plötzlich aufgetauchte Eier und den Ursprung seines Namens. |
| Steht der nächste Flussdelfin vor dem Aus? München, 09.12.2007: Vor wenigen Monaten bestimmte die drohende Ausrottung des chinesischen Flussdelfins Baiji die internationalen Schlagzeilen. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife befürchtet, dass nun ein weiterer Flussdelfin ausstirbt: der Indus-Flussdelfin in Pakistan. Es gibt nur noch 600 bis 800 Tiere in einem kleinen Flussabschnitt. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










