KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16949
Jungbär aus grausamer Gefangenschaft gerettet
Hamburg, 07.07.2010: Vor einigen Tagen machten Mitarbeiter von VIER PFOTEN im bulgarischen Ort Rousse eine grausame Entdeckung: In einem etwa neun Quadratmeter großen Gebäude, das zu einer Hotelanlage gehört, fristete ein kleiner Bär sein Dasein. Recherchen führten zutage, dass der etwa eineinhalbjährige Monti sich bereits seit frühen Kindertagen in diesem Käfig befand.Glücklicherweise reagierten sowohl die bulgarischen Behörden als auch das dortige Team von VIER PFOTEN schnell: Nur drei Tage nach der Entdeckung wurde der Bär in den von VIER PFOTEN geführten Tanzbärenpark Belitsa gebracht.
Am Freitag war es dann soweit: Der kleine Monti machte seine ersten Schritte in sein neues Zuhause, ein Freigehege im Tanzbärenpark Belitsa. Obwohl er durch die ihm komplett unbekannten Laute seiner Artgenossen aus den benachbarten Gehegen stark eingeschüchtert war, konnte man die freudige Überraschung über das Gras und den Naturboden unter seinen Füßen nicht übersehen. Monti entspannte sich zusehends und genoss seine erste Mahlzeit unter freiem Himmel in vollen Zügen. Carsten Hertwig, Leiter des Bärenkompetenzzentrums von VIER PFOTEN, erklärt: "Zunächst wollen wir Monti noch eine Weile intensiv beobachten, daher ist er derzeit in einem etwas kleineren Freigehege in der Nähe unseres Infozentrums untergebracht. Nun soll er nach und nach an seine Artgenossen gewöhnt werden, damit wir ihn bald zu einer Bärengruppe in eines der großen Gehege geben können."
Carsten Hertwig ist erleichtert: "Monti muss trotz seiner erst eineinhalb Jahre eine schreckliche Vergangenheit haben. Er wurde höchstwahrscheinlich gefangen und verkauft, nachdem seine Mutter bei einer illegalen Jagd abgeschossen wurde. Diese illegalen Jagden auf eigentlich geschützte Wildtiere finden in Bulgarien leider immer wieder statt, verstärkt durch den Jagdtourismus von gewissens- oder ahnungslosen Jägern aus Westeuropa. Doch zum Glück können wir zumindest dem kleinen Monti nun ein sorgenfreies Leben gemeinsam mit seinen Artgenossen im Tanzbärenpark Belitsa bescheren."
Bären, die in schlechter Haltung leben mussten, können nicht mehr in die freie Wildbahn entlassen werden. Der Tanzbärenpark Belitsa, im bulgarischen Rilagebirge gelegen, bietet diesen Tieren einen naturnahen und artgemäßen Lebensraum. Mit einer Fläche von 120.000 m2 natürlich strukturierten Geländes und nun 27 Bären die vorher unter der grausamen, inzwischen verbotenen Tradition des Tanzbärentums leiden mussten ist der Tanzbärenpark Belitsa das größte europäische Bärenschutzzentrum seiner Art.
Autor: VIER PFOTEN e.V.
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Stand: 7. Juli 2010
Erstellt: 7. Juli 2010
Stand: 7. Juli 2010
Erstellt: 7. Juli 2010
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