KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16917
Illegalen Export von E-Schrott verhindern
Bonn, 25.06.2010: Mit den Zielen die Sammelquote zu erhöhen, den illegalen Export einzudämmen sowie die Rückgabemöglichkeiten für die Verbraucher zu erweitern, setzt der Umweltausschuss dabei an den richtigen Stellen an. Das erklärte Ullrich Didszun, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling.Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hatte am Dienstag, 22.06.2010, den Bericht des Europaabgeordneten Karl-Heinz Florenz (CDU) zur Neufassung der WEEE-Richtlinie verabschiedet.
Erfreulich sei, so der bvse, dass das längst überholte Sammelziel, von derzeit vier Kilogramm pro Einwohner und Jahr auf 85 Prozent der eingesammelten Elektro(nik)-Altgeräte, erhöht werden soll. Allerdings sei nicht verständlich, dass die neue Sammelquote erst im Jahr 2016 zu erfüllen ist. Bis zu diesem Zeitpunkt, und damit für die nächsten sechs Jahre, werden damit keine ambitionierten Sammelquoten definiert. "Der Umweltausschuss verpasst hier die Chance den effektiven Ausbau der vorhandenen Sammelstrukturen bereits heute zu fördern. Wir hätten es daher begrüßt, wenn sich der Umweltausschuss auf einen früheren Zeitpunkt, zum Beispiel auf 2013 hätte durchringen können"?, so Ullrich Didszun.
Einheitliches europäisches Kontrollsystem erforderlich Der bvse machte zudem deutlich, dass es auch nicht ausreichend sei, nur die Sammelquote zu erhöhen, wenn die Einhaltung der Quote nicht entsprechend kontrolliert werde. "Erforderlich ist deshalb ein einheitliches europäisches Monitoringsystem. Ansonsten ist nicht nur sehr fraglich, ob die Quote überhaupt erfüllt wird, sondern es führt auch zu extremen Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Europäischen Union", warnte der bvse-Vizepräsident eindringlich.
Dabei steht außer Frage, dass das Monitoring auf die Sammelkette erweitert werden muss. Deutschland verfügt zwar über eine sehr leistungsfähige Infrastruktur von Recyclingunternehmen, die sich täglich den Herausforderungen der Wertstoffgewinnung stellen. Investitionen in moderne Rückgewinnungstechniken und in die Schaffung von Arbeitsplätzen sind aber nur dann möglich, wenn die Betriebe auch mit stabilen Erfassungsmengen kalkulieren können.
Schon die Sammlung muss in die Quotenberechnung einbezogen werden Daher sei es nicht ausreichend, wenn die Quotenberechnung erst bei den Erstbehandlungsanlagen beginne, kritisiert Didszun. Ein Großteil der Altgeräte komme nämlich überhaupt nicht bei den fachgerecht arbeitenden Demontagebetrieben an und werde damit auch nicht für die Sammelquote erfasst. Die Vorschläge des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments könnten daher nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn nicht nur die Behandlung sondern auch die Erfassung der Altgeräte für alle transparent gemacht wird, gibt der bvse zu bedenken.
Nach den Worten von bvse-Referent Andreas Habel gebe es derzeit keine effektive Kontrolle der Abfallerzeuger, der Sammelstellen oder der Einzel- und Schrotthändler. Der Handel mit Elektro- und Elektronikgeräten durch diese Parteien sei jedoch gängige Praxis, deshalb müssten sie auch in das Kontrollsystem mit einbezogen werden, denn ansonsten gingen zu viele wertvolle Rohstoffe dem Wirtschaftskreislauf verloren.
Illegalen Export eindämmen
Einen "wichtigen Beitrag" stellt nach Überzeugung des bvse die Neuregelung des Exportes in der Novelle dar. Ob Export erlaubt sei oder nicht werde sich zukünftig nach konkreten Kriterien richten, die an der Funktionstüchtigkeit der Geräte ausgerichtet sind. Das ist ganz im Sinne des bvse, der sich dafür ausgesprochen hat, dass alle Exporteure nachweisen müssen, dass es sich bei den betreffenden Exportgütern tatsächlich um gebrauchsfähige Geräte handelt.
Geteilte Produktverantwortung hat in Deutschland Erfolg Das System der geteilten Produktverantwortung mit kommunalen Sammelstellen, denen die Verbraucher ihre Altgeräte kostenlos zurückgeben können, hat sich in Deutschland bewährt. Dieses Sammelnetz hat in Deutschland zur Übererfüllung des bislang geforderten WEEE-Sammelziels beigetragen. Deshalb ist es nur zu begrüßen, dass der EU-Umweltausschuss die Voraussetzungen dafür gesichert hat, dass dieses Modell auch weiterhin Bestand haben kann.
bvse-Vizepräsident Ullrich Didszun ist davon überzeugt, dass das System der geteilten Produktverantwortung auch die Sammelergebnisse in anderen europäischen Ländern verbessern würde. Für Deutschland stellte er aber auch fest: ?Wir dürfen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen, sondern die vorhandene Sammel- und Logistikkette weiter optimieren und fortentwickeln.
Autor: bvse-Bundesverband Sekundaerrohstoffe und Entsorgung e.V.
1290 Aufrufe
Stand: 25. Juni 2010
Erstellt: 25. Juni 2010
Stand: 25. Juni 2010
Erstellt: 25. Juni 2010
Weitere Meldungen zum Thema "Schrott":
| Atom-Beschlüsse: „Das kann den Konflikt nicht befrieden“ Hamburg, 30.05.2011: Zur den Ergebnissen des Koalitionsausschusses zur Atompolitik erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: |
| Tschernobyl – Fukushima – Krümmel? Hamburg, 21.04.2011: ROBIN WOOD macht weiter Druck gegen den Energiekonzern Vattenfall. Drei AktivistInnen der Umweltorganisation seilten sich heute Mittag vom Dach des Vattenfall-Kundenzentrums in der Spitaler Straße in der Hamburger City ab und hängten ein Banner auf mit dem Slogan: GAU-Roulette: |
| Greenpeace-Kommentar zum geplanten Abschalten der sieben ältesten Atomreaktoren in Deutschland Hamburg / Wien, 15.03.2011: Das geplante Abschalten der sieben ältesten Atomkraftwerke Deutschlands für drei Monate durch die Bundesregierung kommentiert Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace Deutschland: |
| Illegalen Export von E-Schrott verhindern Bonn, 25.06.2010: Mit den Zielen die Sammelquote zu erhöhen, den illegalen Export einzudämmen sowie die Rückgabemöglichkeiten für die Verbraucher zu erweitern, setzt der Umweltausschuss dabei an den richtigen Stellen an. Das erklärte Ullrich Didszun, bvse-Vizepräsident und Vorsitzender des Fachverbandes Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling. |
| Visionäres Wohnen: Wie aus Sperrmüll Designerstücke werden Köln, 17.04.2010: Wohnen im Müll? Das will keiner, sollte man meinen. Doch in Köln ist aus einem ehemaligen Stunden- ein Schrott-Hotel entstanden. Eingerichtet ist es nur mit Gegenständen, die andere weggeworfen haben. Das Design soll trotzdem stimmen. In einer Doku-Soap hat ZDF-Neo das Projekt verfilmt. Ab dem 20. April ist der 18-tägige Umbau im Fernsehen zu sehen. |
| 60 Jahre Laufzeiten für Atomkraftwerke bedeuten massive zusätzliche Gefahren Berlin, 28.03.2010: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warf der Bundesregierung vor, mit dem Plan, Atomkraftwerke bis zu 60 Jahren am Netz zu lassen, die Risiken zunehmender Störfälle massiv zu erhöhen. Die Hardliner in der Bundesregierung scheinen sich durchzusetzen. |
| Weltverbrauchertag: Weg mit dem Finanzschrott! Berlin, 15.03.2010: "Verbraucherschutz in die Finanzaufsicht" fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) anlässlich des Weltverbrauchertages 2010. "Jährlich verlieren Verbraucher durch teure Finanzprodukte, unfairen Vertrieb und mangelnde Transparenz viel Geld", so Vorstand Gerd Billen. |
| Merkel und Röttgen müssen Pro-Atom-Lobbypolitik der Länder zurückweisen Berlin, 13.02.2010: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat den Kurs der Landesumweltminister Silke Lautenschläger (Hessen), Tanja Gönner (Baden-Württemberg) und Markus Söder (Bayern) in der Atomfrage kritisiert. Wer für verlängerte AKW-Laufzeiten eintrete, dürfe den Titel Umweltminister eigentlich nicht mehr für sich beanspruchen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. |
| Schattenseiten des Fortschritts Berlin, 01.09.2009: Wenn am 04. September die Internationale Funkausstellung IFA ihre Pforten öffnet, werden wieder Neuheiten und Technik-Wunder der Informations- und Kommunikationstechnologien präsentiert. Mehr Anwendungen, größer und überhaupt besser lautet dabei die Devise. Dass "besser" auch die Produktion, Nutzung und Entsorgung unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten ... |
| Abwrackprämie: Förderprogramm für die organisierte Kriminalität Berlin, 07.08.2009: Zur "Halbzeit" der Abwrackprämie bestätigt sich offensichtlich die Prognose der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH), dass die Abwrackprämie ein "Förderprogramm für die organisierte Kriminalität" ist. "Die Kripo hat 50.000 Betrugsfälle registriert und damit nun die Recherchen der DUH vom Januar bestätigt", ... |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










