Katalysejournal | Artikel Nr.: 17676

Greenpeace erklärt Platz vor IAEO-Hauptquartier zu Evakuierungszone


Wien, 14.04.2011: Anlässlich der heute zu Ende gehenden Tagung zur nuklearen Sicherheit (CNS – Convention on Nuclear Safety) errichteten mehr als zwanzig AktivistInnen der Umweltschutzorganisation Greenpeace heute Früh eine symbolische “Atom-Evakuierungszone” vor dem Hauptquartier der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in Wien.

Mit Bannern und einem rauchenden Reaktor-Kühlturm protestierten die Greenpeace-AktivistInnen erneut gegen die Atomindustrie und für eine Zukunft ohne Atomkraft.

„Nur ein Weg kann zur atomaren Sicherheit führen und das ist der komplette Ausstieg aus der Atomkraft“, erklärt Niklas Schinerl, Anti-Atom-Sprecher von Greenpeace. „Die Mitgliedsstaaten, die hier in Wien vertreten sind, müssen aus der Katastrophe von Fukushima lernen und sich zu einem raschen Ende des Atomzeitalters bekennen. Es ist das Gebot der Stunde, statt in Atomenergie ab sofort sowohl in Energieeffizienzmaßnahmen als auch in sichere und saubere Energiequellen zu investieren“, so Schinerl.

Erst vor wenigen Tagen wurde der Reaktorunfall in Fukushima auf der höchsten INES-Stufe eingestuft und ist damit historisch nur noch mit der Katastrophe in Tschernobyl vor 25 Jahren zu vergleichen. „Die Unfälle in Fukushima wie auch in Tschernobyl haben deutlich gemacht, dass die Stromerzeugung durch Atomenergie immer ein Sicherheitsrisiko darstellen wird. Obwohl uns die Regierungen atomfreundlicher Länder und die Atomindustrie immer etwas anderes glauben machen wollen. In Fukushima sieht man derzeit sehr deutlich, dass die Konsequenzen eines Atomunfalls Werte jenseits jeder Bemessungsskala erreichen können“, führt Schinerl aus.

Greenpeace übt außerdem scharfe Kritik an der Rolle der Internationalen Atombehörde während der aktuellen Reaktorkatastrophe in Fukushima „Die IAEO soll laut ihrer Satzung, den Beitrag der Kernenergie zu Frieden, Gesundheit und Wohlstand beschleunigen und vergrößern. Das ist eine unhaltbare Position, die bei einer Reaktorkatastrophe wie derzeit in Fukushima zu Widersprüchen führt. Anhand der intransparenten und teilweise kontraproduktiven Informationspolitik war das deutlich sichtbar. Sollen Friede, Gesundheit und Wohlstand der Bevölkerung tatsächlich im Vordergrund stehen, muss die Behörde ihre Pro-Atom-Haltung endlich aufgeben und sich für den schnellstmöglichen sicheren Atomausstieg einsetzen“, so Schinerl abschließend.
Autor: Greenpeace Österreich
Aufrufe seit August 2009
Stand: 23. September 2011
Erstellt: 14. April 2011

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