im Lexikon
Social Bookmarks
Über unser Institut
Inserate
Folgen Sie uns nach Facebook


Top-News Politik und Wirtschaft
EU-Analyse unterstreicht wirtschaftliche Vorteile von stärkerem Klimaschutz
Wie wär´s mit einer grünen FDP, Herr Wirtschaftsminister? Offener Brief von Franz Alt an Philipp Rösler
EU will sich aus Tierschutz zurückziehen
Unilever schert sich nicht um Palmöl-Opfer
Klientelpolitik statt Energiepolitik
Letzter Akt für die ZDF-Serie „Unser Charly“
Erfolgreiche Kampagne des Umweltinstitut München: 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm
Umweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für Agrarreform
Lacoma-Baumbesetzung: Polizei räumt rechtswidriges Vorgehen gegen ROBIN WOOD-Aktivisten ein
Outdoor-Konzern Patagonia setzt auf Tierquälerei: Patagonia-Daunen aus brutaler Stopfmast
Inserate

Fragwürdiges CCS-Gesetz soll schmutzigem Kohlestrom sauberes Image verschaffen


Berlin, 29.08.2010: Anlässlich der Anhörung im Bundeswirtschaftsministerium zum "Gesetz zur Demonstration und Anwendung von Technologien zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid" (CCS-Gesetz) hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine ablehnende Haltung zu diesem Vorhaben und dem Gesetzentwurf bekräftigt.

"Die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid ist eine Feigenblatt-Technologie, hinter der die schmutzigen Folgen der Kohleverstromung versteckt werden sollen", sagte der BUND -Energieexperte Robert Pörschmann.

Die CCS-Technologie, die sich noch im Forschungsstadium befinde, stehe vor allem für ein 'Weiter so' in der Energiepolitik. Ob CCS in der Zukunft überhaupt machbar und bezahlbar sei und ob die Technologie dem Klimaschutz diene, seien offene Fragen. Mit vagen Verweisen auf das künftig einzusetzende CCS-Verfahren wollten die Energiekonzerne vor allem die für sie lukrativen Strukturen der Energieversorgung zementieren. Dies verhindere den Ausbau erneuerbarer Energien und trage dazu bei, dass sich die Energiekonzerne vor ihrer Verantwortung für mehr Klimaschutz drückten. CCS berge zudem zahlreiche Sicherheitsrisiken für Mensch und Umwelt , die nach dem jetzigen Stand der Technologieentwicklung nicht auszuschließen seien.

"CCS ist ineffizient und teuer. Diese Technik bindet viele Millionen Euro, die in große teure Kohlekraftwerke anstatt in erneuerbare Energien fließen. Hinzu kommen weitere Nachteile. Nicht nur, dass ein Kraftwerk mit CCS zur Erzeugung der gleichen Strommenge bis zu einem Drittel mehr Braun- oder Steinkohle benötigt als ein Kraftwerk ohne CCS. Es verursacht auch neue schwere Umweltschäden durch den Abbau von mehr Kohle und seinen enormen zusätzlichen Wasserbedarf", sagte Pörschmann.

Der Umweltverband kritisiert am CCS-Gesetzentwurf, dass er zwar formal vorgebe, zunächst nur der Erprobung der Technologie zu dienen, tatsächlich aber durch unzureichende Beschränkungen die Tür zur Anwendung von CCS weit aufstoße. Insgesamt könne auch der neue Gesetzentwurf – der erste war im Juni 2009 gescheitert – die wesentlichen Sicherheitsfragen nicht beantworten. Der Verband lehne den vorgelegten Gesetzentwurf daher strikt ab. Unverfroren sei insbesondere, dass die Allgemeinheit auf den Risiken der CCS-Technologie sitzen bleiben solle. So werde es den Energiekonzernen erlaubt, spätestens 30 Jahre nach Beendigung der CO2-Verpressung sämtliche Haftungsrisiken auf die Bundesländer zu übertragen.

Pörschmann: "Ob die sichere Endlagerung des Kohlendioxids über mehrere tausend Jahre funktioniert, weiß niemand. Diese Technologie ist ein teurer Weg, dessen Risiken vor allem die Bundesländer und damit die Steuerzahler und die betroffenen Regionen tragen sollen. Unklar ist auch, ob es überhaupt genügend sichere CO2-Lagerstätten gibt und welche Mengen Kohlendioxid tatsächlich verpresst werden könnten. Zudem eignen sich mit CCS ausgerüstete Großkraftwerke nicht als flexible Regelkraftwerke zur Ergänzung erneuerbarer Energien."

Ein CCS-Gesetz, das prinzipiell keine Sicherheit für die CO2-Lagerstätten gewährleisten könne, keine ausreichende Vorsorge treffe und die Betreiber schon nach kurzer Zeit vollständig aus jeglicher Haftung entlasse, dürfe vom Bundestag nicht verabschiedet werden, sagte der BUND-Sprecher.

Autor: BUND Freunde der Erde
1120 Aufrufe
Stand: 18. November 2010
Erstellt: 29. August 2010

Weitere Meldungen zum Thema "Kohlestrom":

„Kaltreserve“ mit Kohlestrom birgt weniger Risiken als Atomkraft „Kaltreserve“ mit Kohlestrom birgt weniger Risiken als Atomkraft
Berlin, 31.08.2011: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) akzeptiert die Entscheidung der Bundesnetzagentur, für die kommenden zwei Winterperioden einen älteren Steinkohlekraftwerksblock in Mannheim und zwei weitere Kohlekraftwerksblöcke im Rhein-Neckar-Raum (Kraftwerk 2 in Mainz-Wiesbaden und Block C des Kraftwerks in Ensdorf) als „Kaltreserve“ zur Überbrückung möglicher Stromengpässe vorzuhalten.
Energiebosse ohne Energie (Ein Kommentar von Franz Alt) Energiebosse ohne Energie (Ein Kommentar von Franz Alt)
Baden Baden, 14.8.2011: Die alten Energiekonzerne bekommen jetzt immer größere Probleme. Obwohl sie seit langem hätten wissen können, dass der Ausstieg aus der Kernenergie kommt, waren sie überhaupt nicht darauf vorbereitet.
Fragwürdiges CCS-Gesetz soll schmutzigem Kohlestrom sauberes Image verschaffen Fragwürdiges CCS-Gesetz soll schmutzigem Kohlestrom sauberes Image verschaffen
Berlin, 29.08.2010: Anlässlich der Anhörung im Bundeswirtschaftsministerium zum "Gesetz zur Demonstration und Anwendung von Technologien zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid" (CCS-Gesetz) hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine ablehnende Haltung zu diesem Vorhaben und dem Gesetzentwurf bekräftigt.
Solarstrom erstmals billiger als Kohle- und Atomstrom Solarstrom erstmals billiger als Kohle- und Atomstrom
Baden-Baden, 28.07.2006: Am Donnerstag dieser Woche war Solarstrom an der Leipziger Strombörse erstmals preiswerter als Atom-, Gas- oder Kohlestrom. Strom aus Windrädern war bereits im Februar 2006 erstmals billiger als konventioneller Strom. Kühlwasserprobleme einiger Atom- und Kohlekraftwerke sowie der durch die Sommerhitze gestiegene Strombedarf haben die Strompreise im Juli zeitweise explodieren lassen.
Protest gegen Kohlestrom für Thailand Protest gegen Kohlestrom für Thailand
Hamburg/Rayong, 22.04.2005: Greenpeace-Aktivisten haben am Donnerstag in Thailand den Bau eines Kohlekraftwerks unterbrochen. Sie erkletterten den Hauptkran auf der Baustelle des Kraftwerks in der Stadt Rayong und entfalteten ein Banner mit der Aufschrift "Stoppt Kohle". Das Kraftwerk soll eine Kapazität von fast 1500 Megawatt haben und 2006 fertiggestellt sein.
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012