im Lexikon
Social Bookmarks
Über unser Institut
Inserate
Folgen Sie uns nach Facebook


Top-News Politik und Wirtschaft
EU-Analyse unterstreicht wirtschaftliche Vorteile von stärkerem Klimaschutz
Wie wär´s mit einer grünen FDP, Herr Wirtschaftsminister? Offener Brief von Franz Alt an Philipp Rösler
EU will sich aus Tierschutz zurückziehen
Unilever schert sich nicht um Palmöl-Opfer
Klientelpolitik statt Energiepolitik
Letzter Akt für die ZDF-Serie „Unser Charly“
Erfolgreiche Kampagne des Umweltinstitut München: 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm
Umweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für Agrarreform
Lacoma-Baumbesetzung: Polizei räumt rechtswidriges Vorgehen gegen ROBIN WOOD-Aktivisten ein
Outdoor-Konzern Patagonia setzt auf Tierquälerei: Patagonia-Daunen aus brutaler Stopfmast
Inserate

Wirtschaftsministerium hält Energiebericht zurück


Hamburg, 25.08.2010: Das Bundesministerium für Wirtschaft verzögert rechtswidrig die Veröffentlichung eines Berichts an die EU-Kommission, der entscheidende Daten über die zukünftige Energieversorgung Deutschlands enthält.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace reicht deshalb heute beim Berliner Verwaltungsgericht Klage ein. Das Wirtschaftsministerium muss die Daten über die Versorgungssicherheit bei der Elektrizitätsversorgung nach dem Energiewirtschaftsgesetz umgehend veröffentlichen. Aus dem Bericht lässt sich ableiten, ob die zukünftige Stromversorgung Deutschlands auch ohne Laufzeitverlängerungen bei Atomkraftwerken gesichert ist.

„"Wirtschaftsminister Rainer Brüderle bricht deutsches Recht, nur um zu vertuschen, dass wir die Atomkraft in Deutschland nicht mehr brauchen. Schon der letzte Monitoring-Bericht aus dem Jahr 2008 kommt zu dem Schluss, dass die Versorgungssicherheit auch bei einem Atomausstieg bis 2020 gewährleistet ist"“, sagt Tobias Münchmeyer, Energieexperte bei Greenpeace. „"Der überfällige Bericht von 2010 wird diese Aussage noch deutlicher unterstreichen. Ihn zurückzuhalten kann in der aktuellen Debatte nur heißen, dass dadurch die überflüssige Atomkraft geschützt werden soll. Wir reichen deshalb heute eine Verpflichtungsklage zum Gesetzesvollzug gegen das Bundeswirtschaftsministerium ein."“

Im Bericht von 2010 müssten die Rahmenbedingungen für einen Atomausstieg noch deutlicher sichtbar sein, als im Vorbericht 2008. So ist zum einen der Strombedarf durch die Wirtschaftskrise zurückgegangen. Gleichzeitig liegt die aktuelle Schätzung des Beitrags der Erneuerbaren Energien zur Stromversorgung im Jahr 2020 mit 38,6 Prozent gegenüber 2008 um 15 Prozentpunkte höher.

Das Wirtschaftsministerium ist nach §63 Abs. 1 EnWG strikt dazu verpflichtet, alle 24 Monate bis spätestens zum 31. Juli des entsprechenden Jahres fristgerecht einen Bericht über die bei dem Monitoring der Versorgungssicherheit nach § 51 EnWG im Bereich der leitungsgebundenen Elektrizitätsversorgung gewonnenen Erkenntnisse zu veröffentlichen und diesen unverzüglich an die Europäische Kommission zu übermitteln. Die gegenwärtige Säumnis des Ministeriums gilt daher als Amtspflichtverletzung.

Die Bundesregierung will Ende September ein langfristiges Energiekonzept beschließen. Das Bundeswirtschaftsministerium hat hierfür mehrere Institute mit der Erstellung von vier Energieszenarien beauftragt. Die Rahmenbedingungen für die Berechnungen wurden vom Wirtschaftministerium vorgegeben und laut Medienberichten so gewählt, dass die Versorgungssicherheit als gefährdet erscheint und dadurch lange Laufzeiten der Atommeiler begründet werden können. Die Daten des jetzt zurückgehaltenen Monitoringberichts würden die Ergebnisse der Energieszenarien konterkarieren.
Autor: Greenpeace e.V.
815 Aufrufe
Stand: 24. August 2010
Erstellt: 25. August 2010

Weitere Meldungen zum Thema "Stromversorgung":

Klientelpolitik statt Energiepolitik Klientelpolitik statt Energiepolitik
Bonn, 18.01.2012: Das angeblich so marktkonforme Quotensystem, das laut Bundeswirtschaftsminister Rösler einen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Technologien auslösen soll, ist in Großbritannien gescheitert.
Umweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für Agrarreform Umweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für Agrarreform
Berlin, 27.12.2011: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will sich im kommenden Jahr verstärkt bei der Durchsetzung ökologischer Agrarreformen engagieren. „2012 muss die Bundesregierung zeigen, dass sie die Lokomotive der EU-Agrarreform ist und nicht die Blockiererin.
Greenpeace-Kommentar zu EU-Energiefahrplan 2050 Greenpeace-Kommentar zu EU-Energiefahrplan 2050
Wien/ Brüssel, 15.12.2011: Den heute Vormittag in Brüssel von EU-Energieminister Günther Öttinger präsentierten EU-Energiefahrplan 2050 kommentiert Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl wie folgt:
Philippsburg 2: Atome spalten ohne Sicherheitsgurt Philippsburg 2: Atome spalten ohne Sicherheitsgurt
Berlin, 20.10.2011: Ein Verstoß gegen zentrale Sicherheitsgrundsätze im baden-württembergischen Atomkraftwerk Philippsburg 2 soll ungeahndet bleiben.
Öko-Zeugnis der Bundesregierung offenbart erhebliche Mängel Öko-Zeugnis der Bundesregierung offenbart erhebliche Mängel
Berlin, 06.10.2011: In einer umweltpolitischen Halbzeitbilanz haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland NABU die Arbeit der schwarz-gelben Regierungskoalition kritisiert und für die kommenden zwei Jahre konkrete Fortschritte bei der ökologischen Modernisierung Deutschlands angemahnt.
„Kaltreserve“ mit Kohlestrom birgt weniger Risiken als Atomkraft „Kaltreserve“ mit Kohlestrom birgt weniger Risiken als Atomkraft
Berlin, 31.08.2011: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) akzeptiert die Entscheidung der Bundesnetzagentur, für die kommenden zwei Winterperioden einen älteren Steinkohlekraftwerksblock in Mannheim und zwei weitere Kohlekraftwerksblöcke im Rhein-Neckar-Raum (Kraftwerk 2 in Mainz-Wiesbaden und Block C des Kraftwerks in Ensdorf) als „Kaltreserve“ zur Überbrückung möglicher Stromengpässe vorzuhalten.
Ökostromwechsel -  aber richtig! Ökostromwechsel - aber richtig!
Hamburg, 05.08.2011: ROBIN WOOD hat die bundesweit aktiven Anbieter von Ökostrom geprüft und empfiehlt auch weiterhin ausschließlich die Ökostromanbieter Lichtblick, Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy sowie Naturstrom.
260.000 Menschen fordern deutschen Atomausstieg bis 2015 Greenpeace übergibt Unterschriften an Bundeskanzlerin Merkel 260.000 Menschen fordern deutschen Atomausstieg bis 2015 Greenpeace übergibt Unterschriften an Bundeskanzlerin Merkel
Wien / Berlin, 29.06.2011: Mehr als 260.000 Bundesbürger fordern in Deutschland von der Bundesregierung und dem deutschen Bundestag einen Atomausstieg bis 2015 und einen beschleunigten Ausbau Erneuerbarer Energien.
Slowenien setzt 3 Monate nach Fukushima voll auf Atomenergie Slowenien setzt 3 Monate nach Fukushima voll auf Atomenergie
Wien, 10.06.2011: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übt heftige Kritik am heute von der slowenischen Regierung veröffentlichten nationalen Energieplan. In diesem werden sowohl eine 20-jährige Lebenszeitverlängerung des bestehenden Risikoreaktors in Krško bis 2043 als auch ein zusätzlicher Reaktor am selben Standort vorgeschlagen.
GLOBAL2000, Greenpeace, Klimabündnis kritisieren faule Tricks der Ökostromgegner GLOBAL2000, Greenpeace, Klimabündnis kritisieren faule Tricks der Ökostromgegner
Wien, 10.06.2011: Die Umweltschutzorganisationen GLOBAL2000, Greenpeace und das Klimabündnis Österreich üben heftige Kritik am vorgelegten Entwurf zum Ökostromgesetz 2011. Trotz vollmundiger Ankündigungen der Regierung kann der Gesetzesentwurf weder als Antwort auf die Abhängigkeit von Atomstrom-Importen noch als Beitrag zu mehr Investitionssicherheit für Ökostromanbieter gesehen werden.
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012