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Transport- und Logistiksektor bleibt auf der Strecke


Berlin, 16.08.2010: Die Transport- und Logistikunternehmen liegen im Vergleich mit anderen Branchen beim Klimaschutz im Hintertreffen, obwohl gerade diese Industrie einen großen langfristigen Einfluss auf die Entwicklung des Klimawandels haben wird.

Derzeit ist diese Branche für 13 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich und verbraucht 60 Prozent des Erdöls in den OECD-Staaten.

Das Carbon Disclosure Projekt fragte 2009 die 219 größten Transport- und Logistikunternehmen nach Klimadaten, CO2-Reduktionsmaßnahmen und -zielen. Nur 53 Prozent kamen der Informationsanfrage nach. Von den 16 deutschen Unternehmen berichteten 11 (69 Prozent) an das CDP. Die Transparenz in der Emissionsberichterstattung ist in Deutschland damit überdurchschnittlich. Nicht berichtet haben Bertrandt AG, die BERU AG, die Hamburger Hafen und Logistik AG und die Sixt AG.
Matthias Kopp, Klima - und Finanzexperte des WWF Deutschland kommentiert die Studie folgendermaßen: „Die transport- und verkehrsbezogenen Emissionen werden kontinuierlich steigen. Zusätzlich sind gerade in diesem Sektor wirksame emissionsarme Technologien noch in weiter Ferne. Gerade deshalb sind Minderungsziele und langfristige CO2 Reduktionsstrategien als Weichenstellung so entscheidend. Die Unternehmen der Branche zeigen leider viel zu zögerliches Handeln“.

Die wichtigsten Ergebnisse der Befragung sind:

  • Nur weltweit 36 Prozent der teilnehmenden Unternehmen im Transport- und Logistiksektor haben CO2- und Energiereduktionsziele. Zum Vergleich: 51 Prozent der 500 weltweit größten Unternehmen haben entsprechende Klimaziele.
  • Nur 9 Prozent der Unternehmen berichten über derzeitige Investitionen in Emissionsreduktion und andere kohlenstoffarme Technologien.
  • De meisten unternehmensbezogenen Emissionen entstehen in der Transport- und Logistikbranche mit 80 Prozent immer noch auf der Straße. Der Flugverkehr macht 13 Prozent aus, die Schifffahrt 7 Prozent, der Verkehr auf der Schiene verursacht dagegen nur 0,5 Prozent der Treibhausgasemissionen.
  • In Deutschland haben 10 (91 Prozent) der befragten Unternehmen konkrete Emissionsziele und Reduktionpläne.

Am 21. Oktober 2010 werden die neuen Ergebnisse des CDP-Reportings in Deutschland veröffentlicht. Im Auftrag von 534 institutionellen Investoren fordert das Carbon Disclosure Project jährlich weltweit börsennotierte Unternehmen auf, ihre klimarelevanten Unternehmensdaten zu berichten. Das CDP stellt die Daten den Kapitalmärkten und der Öffentlichkeit zur Verfügung. Ziel ist es, CO2-Emissionen als wichtige Wirtschafts- und Erfolgsfaktoren in Unternehmen wahrzunehmen.

Antwortstatus Fragebogen 2009 deutsche Unternehmen
Beantwortet
Audi AG
Celesio AG
Continental AG
Daimler AG
Deutsche Lufthansa AG
Deutsche Post AG
Fraport AG
Hamburger Hafen und Logistik AG
Porsche AG
Volkswagen AG
BMW AG
VTG AG

Teilnahme abgelehnt
Air Berlin AG
Information geliefert
Bertrandt AG

Nicht geantwortet
BERU AG
Sixt AG

Autor: WWF Deutschland
1041 Aufrufe
Stand: 16. August 2010
Erstellt: 16. August 2010

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