KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16969
Biologische Vielfalt immer stärker im Fokus der Wirtschaft
Berlin, 13.07.2010: Auch die Wirtschaft erkennt zunehmend, dass sich hinter den natürlichen Ressourcen der Erde ökonomische Werte, Geschäftsmöglichkeiten und Gewinnchancen verbergen. Die Kosten des Biodiversitätsverlusts summieren sich weltweit auf viele Billionen Dollar und beeinflussen damit auch zunehmend Märkte und Verbraucher:60 Prozent der Verbraucher aus Amerika und Der Name Europa wird heute häufig synonym für die Europäische Gemeinschaft (EG) verwendet, die jedoch nur einen Teil von E. umfaßt. Dem geographischen Umfang nach ist E. mit etwas über 10 Mio km2 der zweitkleinste Erdteil. Europa und mehr als 90 Prozent der Verbraucher aus Brasilien sind sich des Problems des Biodiversitätsverlusts bewusst. Mehr als 80 Prozent der Verbraucher weltweit wollen zukünftig keine Produkte mehr von Unternehmen kaufen, die ökologische und soziale Aspekte in ihrer Geschäftspolitik vernachlässigen.
Dies sind Ergebnisse des jüngsten Berichts der TEEB-Studie TEEB für Unternehmen, der heute auf einer Konferenz in London vorgestellt wurde. Die Wissenschaftler von TEEB kommen zu dem Schluss, dass Unternehmen aktuellen Marktanforderungen nur gerecht werden können, wenn sie ein nachhaltiges Biodiversitätsmanagement in ihre Unternehmensstrategie integrieren.
TEEB schlägt Unternehmen dazu vor, sich neuartige Konzepte zur Bilanzierung ihrer Tätigkeit zu Eigen zu machen. Als erfolgreiches Modell nennt der TEEB-Bericht das Beispiel des multinationalen Bergbaukonzerns Rio Tinto. Das Unternehmen hat sich freiwillig zu, positiven Nettoauswirkungen im Bereich Biodiversität verpflichtet. In Zusammenarbeit mit führenden Naturschutzexperten hat das Unternehmen neue Wege zur Bewertung der biologischen Vielfalt seiner Ländereien entwickelt und damit begonnen, Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen.
Der TEEB-Bericht für Unternehmen fordert außerdem eine verbesserte Bilanzierung von Unternehmensauswirkungen positive wie negative - auf die Biologische Vielfalt ist die Biodiversität von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen.
Für weitere Infos siehe auch Stichwort "Artenvielfalt".
biologische Vielfalt , um Änderungen bei Unternehmensinvestitionen und Geschäftsbetrieb herbeizuführen. Dazu empfiehlt er, dass Fachverbände und Bilanzfachleute neue Instrumente wie beispielsweise gemeinsame Standards und Kennzahlen für Unternehmen entwickeln.
TEEB (The Economics of Ecosystems and Biodiversity) wurde von Deutschland und der Europäischen Kommission auf Vorschlag der G8-Umweltminister im Jahr 2007 initiiert, um den ökonomischen Wert der biologischen Vielfalt und die Kosten der Naturzerstörung zu untersuchen. Die Studie wird unter der Schirmherrschaft des Umweltprogramms der Vereinten Nationen ( (United Nations Environmental Program) Die U. ist das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UN) und wurde 1972 gegründet. UNEP ) durchgeführt. Ein erster Zwischenbericht der TEEB-Studie wurde auf der UN-Naturschutzkonferenz im Mai 2008 in Bonn vorgelegt. Im November 2009 erschien der TEEB-Bericht für politische Entscheidungsträger. Bis Oktober 2010 werden ein Bericht für öffentliche Verwaltungen und Empfehlungen für Verbraucher folgen. Der TEEB-Abschlussbericht soll bei der 10. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity CBD) im Oktober 2010 in Japan vorgestellt werden.
Weitere Informationen finden sich unter www.teebweb.org und www.bmu.de/46218
Autor: Bundesumweltministerium, Berlin
946 Aufrufe
Stand: 13. Juli 2010
Erstellt: 13. Juli 2010
Stand: 13. Juli 2010
Erstellt: 13. Juli 2010
Weitere Meldungen zum Thema "Artenvielfalt":
| Luchs, Nashorn & Co: Die Gewinner und Verlierer 2011 Berlin, 20.12.2011: Die Umweltstiftung WWF zieht unter Artenschutzgesichtspunkten eine zweischneidige Jahresbilanz. |
| Kleines Nachtpfauenauge ist Schmetterling des Jahres 2012 Berlin, 15.12.2011: Das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia), einer der größten und farbenprächtigsten Nachtfalter, wurde von der Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Schmetterling des Jahres 2012 gekürt. |
| Neuentdeckungen: Klonende Eidechsen und Stubsnasen-Affen Berlin, 12.12.2011: Innerhalb eines Jahres wurden nach einem aktuellen Bericht der Umweltschutzorganisation WWF in der Mekong-Region über 200 bisher unbekannte Spezies entdeckt. |
| Schicksalstag für den Mekong? WWF fordert Verzicht auf Staudammprojekt in Laos Berlin, 01.12.2011: Wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung warnt der WWF eindringlich vor den verheerenden Folgen des Baus eines Staudamms am Mekong. Der WWF fordert die zuständigen Minister von Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam auf, die Planungen des laotischen Wasserkraftprojektes Xayaburi am Mekong zu stoppen. |
| Waldschutz ist Klimaschutz: WWF warnt vor gigantischem Waldverlust bis 2030 Durban / Berlin, 29.11.2011: Die weltweite Entwaldung kann und muss bis 2020 gestoppt werden, zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht des WWF, der auf dem Klimagipfel in Durban vorgestellt wurde. Gelingt es nicht die Kettensägen zu stoppen, hätte dies katastrophale Folgen. |
| Artenschwund immer dramatischer: Ein Drittel aller Arten gefährdet Berlin, 10.11.2011: Als äußerst alarmierend bewertet der WWF die Ergebnisse der heute von der Weltnaturschutzunion IUCN vorgelegten aktualisierten Roten Liste der bedrohten Arten. Rund ein Drittel aller untersuchten Arten, nämlich 19570, listet die IUCN als gefährdet. |
| Mit seltenen Wildpflanzen in Privatgärten biologische Vielfalt bewahren Berlin, 02.11.2011: Die Mehrheit der Bevölkerung stuft Naturschutz als wichtig ein, das tatsächliche Engagement ist eher gering es fehlen sinnvolle Handlungsmöglichkeiten. |
| Schutz von Zauneidechse, Blauflügeliger Sandschrecke und Co Berlin, 18.10.2011: Bewegung an der frischen Luft, dabei noch etwas Gutes für die Natur tun. All das kann man bei einem Arbeitseinsatz des NABU Berlin vereinen! |
| Palmölplantagen im Kolonialstil: Dubiose US-Investmentfirma will in Kamerun 60.000 Hektar biologische Schatzkammer zerstören München, 13.09.2011: Ausgerechnet am morgigen Tag der Tropenwälder diskutiert die Regierung Kameruns, ob eine 60.000 Hektar große biologische Schatzkammer abgeholzt werden darf. |
| Schlechte Noten für Ostseeschutz: WWF veröffentlicht aktuelle Rangliste für Meeresschutz der Ostseestaaten Hamburg / Stockholm, 31.08.2011: Wirksamer Umweltschutz lässt im gesamten Ostseeraum weiter auf sich warten. Zu diesem Ergebnis kommt der heute vom WWF veröffentlichte Ländervergleich: Sieben von neun Anrainerstaaten fallen in puncto Ostseeschutz glatt durch, bilanziert Jochen Lamp, Ostsee-Experte des WWF Deutschland. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










