im Lexikon
Social Bookmarks
Über unser Institut
Inserate
Folgen Sie uns nach Facebook


Top-News Politik und Wirtschaft
EU-Analyse unterstreicht wirtschaftliche Vorteile von stärkerem Klimaschutz
Wie wär´s mit einer grünen FDP, Herr Wirtschaftsminister? Offener Brief von Franz Alt an Philipp Rösler
EU will sich aus Tierschutz zurückziehen
Unilever schert sich nicht um Palmöl-Opfer
Klientelpolitik statt Energiepolitik
Letzter Akt für die ZDF-Serie „Unser Charly“
Erfolgreiche Kampagne des Umweltinstitut München: 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm
Umweltschutz-Bilanz 2011: Fukushima, „halber“ Atomausstieg und die Untätigkeit einer Verbraucherschutzministerin. 2012 entscheidend für Agrarreform
Lacoma-Baumbesetzung: Polizei räumt rechtswidriges Vorgehen gegen ROBIN WOOD-Aktivisten ein
Outdoor-Konzern Patagonia setzt auf Tierquälerei: Patagonia-Daunen aus brutaler Stopfmast
Inserate

Energiesparen kann sechs Atomkraftwerke überflüssig machen


Berlin, 25.06.2010: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat der Bundesregierung vorgeworfen, in den von ihr beauftragten Szenarien für ein energiepolitisches Gesamtkonzept keine Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz vorzusehen. Es gehe ihr vor allem darum, politisch gewollte Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke zu legitimieren.

Ab wann erneuerbare Energien die Atomkraftwerke ablösen könnten, werde ebenfalls nicht untersucht. Der ambitionierte Ausbau der regenerativen Stromerzeugung und das entschiedene Fördern der Stromeffizienz könnten bis spätestens 2020 sämtliche Atomkraftwerke in Deutschland ersetzen. Allein mit Energieeffizienzmaßnahmen ließen sich sechs Atommeiler überflüssig machen. Der Ruf nach Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke blockiere hingegen eine verbraucher- und klimafreundliche Stromversorgung.

„Neue Kohlekraftwerke, längere Laufzeiten für die deutschen Atommeiler und ein steigender Stromverbrauch sind wesentliche Hindernisse beim Aufbau einer zukunftsfähigen Stromversorgung“, sagte der BUND -Vorsitzende Hubert Weiger. „In dem von der Bundesregierung für den Herbst angekündigten Energiekonzept droht ein entscheidender Faktor völlig vernachlässigt zu werden - die Steigerung der Energieeffizienz. Der Atomausstieg kann schneller als gedacht vollzogen werden, wenn das riesige Sparpotential effizienter Technologien mobilisiert wird. Bestandteil eines nationalen Energiekonzeptes muss ein gesetzliches Einsparziel beim Primärenergieverbrauch von mindestens zwei Prozent pro Jahr sein“, sagte Weiger. Er forderte Bundesumweltminister Röttgen auf, ein Energiekonzept ohne jede Laufzeitverlängerung und mit ambitionierten Energieeinsparzielen durchrechnen zu lassen.

Der BUND veröffentlichte dazu ein mit Unterstützung des Heidelberger ifeu-Instituts für Energie - und Umweltforschung erarbeitetes Maßnahmenpaket für mehr Stromeffizienz. Die mit Effizienzmaßnahmen bis 2020 erreichbare Reduzierung des Stromverbrauchs in Deutschland entspreche der Jahresproduktion von mindestens sechs Atomkraftwerken, rechnete Martin Pehnt vom ifeu-Institut vor. Kern des Energiekonzeptes der Bundesregierung müsse deshalb die Einrichtung eines Stromsparfonds mit einem jährlichen Finanzvolumen von mindestens 300 Millionen Euro sein. Speisen lasse sich der Fonds mit den Einnahmen aus dem CO2-Zertifikate-Handel und mit der Erhebung eines „Effizienz-Zehntel-Cents“ auf jede Kilowattstunde Strom . Als Vorbild sollten hier Dänemark und Großbritannien dienen, die bereits ähnliche Fonds aufgelegt hätten.

Martin Pehnt vom ifeu-Institut: „Die Mittel des Stromsparfonds müssen vor allem für Energieberatungen einkommensschwacher Haushalte, zum Austausch Strom fressender Elektrogeräte und zur energetischen Optimierung technischer Systeme wie Klima -, Lüftungs- und Druckluftanlagen eingesetzt werden. Dringend erforderlich ist außerdem ein „Top-Runner-Programm“, das zur Durchdringung des Marktes mit besonders sparsamen Elektrogeräten führt.“

Der BUND forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, ihren Worten, Deutschland in Sachen Energieeffizienz „zum Weltmeister“ machen zu wollen, endlich Taten folgen zu lassen. Mit dem Scheitern des Energieeffizienzgesetzes habe sich die Bundesregierung leider ins europäische Abseits manövriert.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Die Bundesregierung muss beim Energiesparen aus dem Abseits heraus. Besonders peinlich ist es, dass die Bundesregierung das nutzlose Energiedienstleistungsgesetz nur deshalb beschlossen hat, weil die EU mit Strafe drohte. Energieeffizienz ist der Kern eines zukunftsfähigen Energiekonzeptes. Alles andere nützt nur den großen Stromkonzernen, die möglichst viel Strom verkaufen wollen und mehr Klimaschutz dabei als störend ansehen.“

Das BUND-Hintergrundpapier „Kein Energiekonzept ohne Energieeffizienz“ finden Sie im Internet unter: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/
publikationen/energie/20100623_energie_hintergrund_energieeffizienz.pdf

Autor: BUND Freunde der Erde
1103 Aufrufe
Stand: 25. Juni 2010
Erstellt: 25. Juni 2010

Weitere Meldungen zum Thema "Energiesparen":

Energiesparcup gibt Tipps zum Beleuchten und klärt Mythen auf Energiesparcup gibt Tipps zum Beleuchten und klärt Mythen auf
Berlin, 31.01.2012: Wer sich alte Glühbirnen andrehen lässt, zahlt langfristig drauf. Bei einer 60 Watt-Glühlampe werden bei 1.000 Brennstunden im Jahr fast 15 Euro für Strom fällig.
Klimaschutz im Klassenzimmer: Energiesparmeister-Wettbewerb 2012 startet Klimaschutz im Klassenzimmer: Energiesparmeister-Wettbewerb 2012 startet
Berlin, 10.01.2012: Deutschlands Schüler sagen dem Klimawandel den Kampf an: ob mit Klima-Litfaßsäulen, Energiespar-Waschsalons oder einem selbst angepflanzten Schulwald.
Neuer Fernseher zu Weihnachten? Effizienz-Label für TV-Geräte schon bei Einführung veraltet Neuer Fernseher zu Weihnachten? Effizienz-Label für TV-Geräte schon bei Einführung veraltet
Berlin, 30.11.2011: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat das zum 30. November in Kraft tretende EU-Effizienz-Label für TV-Geräte kritisiert. „Das neue Label zur Verbrauchskennzeichnung für Fernsehgeräte entspricht nicht der realen Marktentwicklung“, sagte die BUND-Energieexpertin Irmela Benz.
Energiesparcup gibt Tipps zum Heizen Energiesparcup gibt Tipps zum Heizen
Berlin, 24.11.2011: Wer möglichst viel Energie sparen will, sollte seinen Verbrauch fürs Heizen senken. Drei Viertel des Energieverbrauchs gehen im Durchschnittshaushalt auf Kosten der Heizung.
Erstes Passivhaus-Hallenbad Europas in Lünen schlägt Wellen Erstes Passivhaus-Hallenbad Europas in Lünen schlägt Wellen
Lünen, 11.09.2011: Eine Idee ist seit heute Wirklichkeit: Im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnete das Lippe-Bad in Lünen nach rund dreijähriger Planungs- und Bauphase als eines der ersten Passivhaus-Bäder Europas seine Pforten.
Energiesparende Lampen: Von Energiesparende Lampen: Von ""sehr gut"" bis ""mangelhaft""
Berlin, 25.08.2011: Bei einem Test von energiesparenden Lampen hat die Stiftung Warentest „sehr gute“ bis „mangelhafte“ Ergebnisse ermittelt. Beim Vergleich von LED-, Halogenglüh- und Kompaktleuchtstofflampen gingen zwei LED-Lampen als strahlende Sieger hervor.
Klimatisierung mit Sonnenenergie durch solarbetriebene Absorbtionskühlung Klimatisierung mit Sonnenenergie durch solarbetriebene Absorbtionskühlung
Klagenfurt, 08.07.2011: Das Solar-Cooling ist bis dato die ungewöhnlichste unter den Anwendungsmöglichkeiten für Solarenergie. Mit der Hitze der Sonne Kälte erzeugen – das hört sich zunächst wie ein Widerspruch an. Aber das Beispiel der kürzlich ans Netz gegangenen, von der IBT Group geplanten und installierten Anlage im norditalienischen Rovereto zeigt, dass die Technologie eine attraktive Lösung für Kühlungs- und Heizungsbedarf bietet.
Energetische Gebäudesanierung - Steuerliche Impulse noch nicht voll Energetische Gebäudesanierung - Steuerliche Impulse noch nicht voll
Berlin, 09.06.2011: Das Bundeskabinett hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, der Baumaßnahmen zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden steuerlich fördern soll. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen Steuerpflichtige je zehn Prozent der Herstellungskosten für energetische Sanierungsmaßnahmen abschreiben können. Diese Regelung gelte für Vermieter von Wohnimmobilien.
Strom, Wärme und Kälte aus einer Anlage: IBT Europe setzt für Absorbtionskältmaschinen auf den deutschen Markt. Strom, Wärme und Kälte aus einer Anlage: IBT Europe setzt für Absorbtionskältmaschinen auf den deutschen Markt.
Klagenfurt, 24.05.2011: Die italienische IBT Group ist auf Energiespar- und Klimatisierungssysteme für private und industrielle Zwecke spezialisiert. An ihren Erfolg auf dem heimischen Territorium anknüpfend, will das nach dem Motto „Green & Clean“ agierende Unternehmen jetzt auf dem gesamten europäischen Markt die Absorbtionskältetechnik, die HVAC-Lösungen sowie die Kühlzentrifugen der weltweit führenden Marke Century anbieten, mit denen es nunmehr acht Jahre lang Erfahrungen gesammelt hat.
Werden Sie Kölner KlimaHaushalt -Geld sparen und Klima schützen! Werden Sie Kölner KlimaHaushalt -Geld sparen und Klima schützen!
Köln, 17.05.2011: Private Haushalte erproben Klimaschutz-Maßnahmen zum Energiesparen,zur klimagesunden Ernährung und klimafreundlichen Mobilität. Jeder kann im Alltag das Klima schützen. Viele tun es schon, anderen fällt es noch schwer.
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012