KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16855
Hochwasservorsorge wird auf Deichbau reduziert
Berlin, 31.05.2010: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat anlässlich des Oder-Hochwassers die Reformierung der Bundeswasserstraßenverwaltung gefordert. Während in der Verwaltung der Wasserstraßen auf jeden einzelnen Binnenschiffer mehrere Behördenangestellte kämen, scheitere der ökologische Hochwasserschutz am fehlenden Personal und an mangelnder Finanzierung.Eine reformierte Wasserstraßenverwaltung müsse
die von ihr bisher verbauten Flüsse wieder in einen naturnahen Zustand versetzen und umweltgerechte Strategien zur Hochwasservorsorge entwickeln.
Erforderlich seien außerdem Konzepte zur Beherrschung der wegen der Klimaerwärmung auftretenden extremen Hoch- und Niedrigwasserstände der Flüsse. Im Osten Deutschlands gelte dies vor allem an Oder und Die E. ist mit 1.140 km Länge von der Quelle bis zur Nordseegrenze und einem Gesamteinzugsgebiet von 148.268 km2 eines der größten Flußgebiete Westeuropas; für das Gebiet der ehemaligen DDR das größte und für die CSFR das zweitgrößte Fließgewässer. Elbe . Im Einzugsgebiet der Flüsse müssten natürliche Wasserspeicher wie Auen, Moore und Nasswiesen renaturiert werden. Deren Wirkung ähnele der von riesigen Schwämmen, die überschüssiges R. wird verschmutzt durch die in der Atmosphäre vorhandenen Schadstoffe (Saurer Regen, Emission) und Stäube sowie durch Bodenoberflächenverunreinigungen wie Reifenabrieb (Abrieb), Straßenstaub, Öl- und Treibstoffverluste, Düngemittel, Pestizide und organische Abfälle. Regenwasser aufsaugen und speichern könnten.
Hubert Weiger, Vorsitzender des Der BUND ist mit über 365.000 Mitgliedern der größte deutsche Umweltverband und Mitglied im FriendsOfTheEarth. BUND : "Hochwasserschutz darf nicht auf den D. werden in Europa seit ungefähr 100 n. Chr. gebaut. Sie dienten ursprünglich vor allem dem Schutz der Marschen und seiner Bewohner vor dem Meer. Deichbau verengt werden. Auch beim Oder-Hochwasser reden Behördenvertreter und Politiker wieder fast ausnahmslos darüber, ob die Deiche halten oder nicht. Absurderweise beklagen manche sogar, dass in Polen nicht mehr Deiche gebrochen sind, damit sich die Hochwassergefahr für Deutschland verringert. Kaum jemand spricht über die Notwendigkeit, im Einzugsbereich der Flüsse den ursprünglichen natürlichen Zustand wiederherzustellen und mehr Überschwemmungsflächen zu schaffen."
Zwar habe die rot-grüne Bundesregierung nach der Elbe-Flut von 2002 ein 5-Punkte-Programm zur Hochwasserbekämpfung vorgelegt und ein
Hochwasserschutzgesetz erlassen. In der Realität sei davon jedoch nur wenig umgesetzt worden. Nach wie vor fehle ein generelles Bau- und Ackerverbot in potentiellen Überschwemmungsgebieten. Auch das Vorhaben, den Flüssen mehr Raum zu geben, sei weitgehend gescheitert.
Sebastian Schönauer, BUND-Experte für Hochwasserschutz: "Entweder wir lernen aus der aktuellen Oder-Flut, dass die Flüsse in einen möglichst natürlichen Zustand gebracht werden müssen oder das nächste Hochwasser wird wieder Menschenleben fordern und enorme Sachschäden anrichten. Es darf nicht sein, dass regionale Nutzungsinteressen Vorrang haben vor dem Schutz von Menschenleben.
Deichbauten und andere technische Maßnahmen zur Abwehr des Hochwassers wiegen die Anwohner in einer fragwürdigen Sicherheit. Es bleibt die ständige Gefahr von Deichbrüchen und Überflutungen.
Ein wirklicher Schutz wird nur mit Konzepten des ökologischen Hochwasserschutzes zu erreichen sein."
Autor: BUND Freunde der Erde
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Stand: 31. Mai 2010
Erstellt: 31. Mai 2010
Stand: 31. Mai 2010
Erstellt: 31. Mai 2010
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