KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16456
Vorratsdatenspeicherung: Bundesverfassungsgericht verhandelt Massenklage

Murnau a. Staffelsee: 17.12.2009: Bundesbürger unter Generalverdacht - Vorratsdatenspeicherung grundgesetzwidrig? Przyklenk und Brückner raten zur Prophylaxe: "Seien Sie geizig mit Ihren persönlichen Daten". Seit gestern geht es in Karlsruhe um die umstrittene Speicherpflicht für Telefon- und Internetverbindungsdaten.
Rund 60 Verfahren muss der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts verhandeln. Mehr als 34.000 Menschen haben sich zu der bisher größten Massenklage in der Geschichte des Gerichts gemeldet. Unter den Klägern befinden sich auch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und der ehemalige Innenminister Gerhart Baum.
Die Kläger wenden sich dagegen, dass sensible Kommunikationsdaten gänzlich unverdächtiger Bürger für sechs Monate gespeichert werden und für Polizei und Geheimdienste abrufbar sind, zum Beispiel zur Verfolgung schwerer Straftaten, aber auch zur Gefahrenabwehr, was immer man darunter zu verstehen hat.
Obwohl die Inhalte der Gespräche nicht aufgezeichnet werden, halten die Kläger schon alleine die Speicher haben die Aufgabe, vorübergehend ein Gut, eine Energie oder Informationen so lange vorzuhalten, bis eine Nutzung möglich ist, also einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen. Speicherung der Verbindungsdaten für unzumutbar, denn damit seien Bewegungsprofile und sogar Persönlichkeitsprofile zu erstellen. Bei der gestrigen Anhörung in Karlsruhe machten Professoren, der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, aber auch der Chaos C. (bzw. allgemein Mikroelektronik) sind in Sachen Umwelt Helfer und Sünder zugleich. Computer Club ihre Bedenken geltend. Außerdem, so Peter Schaar, speicherten die Netzbetreiber mehr als nötig. So würde beispielsweise bei den Smartphones, die fast ständig im Netz seien, alle 15 Minuten der Standort des Nutzers gespeichert. Das ergebe ein lückenloses Bewegungsprofil.
Für die Terrorismus- und Verbrechensbekämpfung sei die Speicher haben die Aufgabe, vorübergehend ein Gut, eine Energie oder Informationen so lange vorzuhalten, bis eine Nutzung möglich ist, also einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage herzustellen. Speicherung der Verbindungsdaten von PC und siehe Stichwort "Mobilfunk" Handy nicht sehr tauglich, meinen die Experten, denn es gebe genügend Kommunikationskanäle, die nicht überwacht würden. Man müsse nur an ein normales Münztelefon gehen. Polizeibehörden und Staatsanwaltschaften sind naturgemäß anderer Meinung.
Peter Schaar sagte im MDR, die Richter stünden vor einem ganz komplizierten Abwägungsprozess. Die Vorratsdatenspeicherung geht nämlich auf eine EU-Richtlinie zurück, die vom Europäischen Gerichtshof gebilligt wurde. Europarecht geht vor deutschem Recht. Andererseits müssen die Regeln mit dem Grundgesetz vereinbar sein. Schaar sagte weiter, er halte das gesamte System für unverhältnismäßig.
Im Mankau Verlag ist das Kursbuch Datenschutz von Michael Brückner und Andrea Przyklenk erschienen. Es informiert umfassend, spannend und unterhaltsam über alle Fragen rund um den Datenschutz. Staatliche Überwachung, Handys, Rabattsysteme, Kreditkarten, Girokonten, Banktransaktionen, Schufa, Internet und Web 2.0 sind nur einige der Stichworte, die man in dem Buch findet. Die Autoren klären auf und verraten, ob und wie man sich vor den Datensammlern schützen kann. Für Eltern besonders interessant: ein Sonderteil über Kinder und Jugendliche im Netz. Hier erfahren die Leser alles über die Gefahren, die drohen, wie man Kinder schützen kann und wo man ungefährliche, kindgerechte Seiten findet.
Für alle diejenigen, die ihre Daten schützen wollen. Das Buch erklärt, wo und wie Daten gezielt ausgespäht werden und liefert die aktuellsten Tipps rund um den Datenschutz. Insight
(...) erklären (...) Michael Brückner und Andrea Przyklenk, weshalb der sorgsame Umgang mit den Informationen zur eigenen Person lohnt und wo und wie Bürger gezielt ausgepäht werden. Außerdem geben sie praktische Tipps zum persönlichen Datenschutz, die auch Nicht-Computerexperten ohne großen Aufwand beherzigen können (...). Rheinischer Merkur
"(...) Auch der ausführliche 'Sonderteil: Kinder und Jugendliche im Netz' ist wertvoll (...)." ekz-Bibliotheksdienst
" (...) rekonstruieren in ihrem 'Kursbuch Datenschutz' sorgfältig die dramatischen Entwicklungen der letzten Jahre und geben konkrete Tipps, wie die Privatsphäre bestmöglich geschützt werden kann." SR 1 - Europawelle
Michael Brückner / Andrea Przyklenk
Kursbuch Datenschutz
Der Ratgeber gegen den Röntgenblick
Mankau Verlag, 1. Aufl. Oktober 2009
15,- (D) / 15,50 (A), Broschur, 285 Seiten
ISBN 978-3-938396-33-9
- Die gefährlichsten Datenfallen
- Die besten Abwehrstrategien
- Mit Sonderteil Kinder und Jugendliche im Internet
*** Mehr zum "Kursbuch Datenschutz" ..
*** Mehr zur Autorin Andrea Przyklenk ..
*** Mehr zum Autor Michael Brückner ..
Autor: Mankau Verlag
1882 Aufrufe
Stand: 17. Dezember 2009
Erstellt: 17. Dezember 2009
Stand: 17. Dezember 2009
Erstellt: 17. Dezember 2009
Weitere Meldungen zum Thema "Datenschutz":
| Greenpeace in Frankreich systematisch ausspioniert - Staatsanwaltschaft fordert 1,5 Millionen von EDF Wien / Paris, 26.10.2011: Der Spionageangriff des französischen Energiekonzerns Électricité de France (EdF) auf die Umweltorganisation Greenpeace reicht bereits ins Jahr 2006 zurück. Damals beauftragten die Sicherheitschefs der EdF eine Privatfirma, in den Computer des damaligen Kampagnenchefs von Greenpeace Yannick Jadot einzudringen. |
| Kinderspielseiten im Netz verstoßen gegen Werbe- und Datenschutzregeln Berlin, 20.10.2011: Anbieter von Kinderspielportalen missachten häufig das gesetzlich vorgeschriebene Schutzbedürfnis von Kindern. Die junge Zielgruppe wird umworben, was das Zeug hält. Zudem werden, meist mit Online-Gewinnspielen, umfängliche Daten gesammelt. |
| Der Spion aus dem Computer New York, 13.10.2011: Gerade hat sich herausgestellt, dass die Regierung unsere Computer in Spionagemaschinen verwandelt. Machen wir jetzt unsere Empörung laut um diesem Tun ein Ende zu setzen und unsere Privatsphäre und Rechte zu schützen. |
| Online-Petition: Weniger Stress im digitalen Leben Berlin, 04.10.2011: Voreinstellungen bei technischen Geräten und Diensten müssen maximalen Datenschutz gewährleisten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert den Bundestag auf, dieses Prinzip gesetzlich zu verankern. |
| Soziale Netze: Persönliche Informationen von Kindern nicht ausreichend geschützt Brüssel, 04.10.2011: Laut Kommissionsbericht können soziale Netze viel mehr tun, um die Privatsphäre Minderjähriger zu schützen. Nur zwei von neun Websites zur sozialen Vernetzung (Habbo Hotel und Xbox Live) haben Standardeinstellungen, bei denen die persönlichen Profile Minderjähriger nur von ihren genehmigten Kontakten eingesehen werden können das hat eine neue Testrunde ergeben, die im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt wurde. |
| Staat muss für Datenschutz im Internet sorgen Berlin, 05.06.2011: Der Staat muss für mehr Vertrauen und Sicherheit im Internet sorgen. Das fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) im Vorfeld einer für Freitag angekündigten programmatischen Rede von Bundesinnenminister Friedrich. |
| Bundesregierung muss Datenschutz anpacken - Frist zur Umsetzung der EU-Richtlinie endet am 25.5. Berlin, 12.05.2011: Untätigkeit beim Datenschutz wirft der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) der Bundesregierung vor. "Innenminister Friedrich ist gefordert, endlich die nötigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen", erklärt Vorstand Gerd Billen. |
| vzbv kritisiert Geodaten-Dienst von Microsoft Berlin, 12.04.2011: Eine Möglichkeit zum vorsorglichen Widerspruch fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für den kommenden Geodatendienst "Bing Streetside" von Microsoft. Der Software-Hersteller plant Kamerafahrten durch deutsche Städte und will die Bilder später in einem eigenen Dienst veröffentlichen. |
| vzbv reicht Klage gegen Facebook ein Berlin, 29.11.2010: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat Klage gegen Facebook vor dem Landgericht Berlin eingereicht, nachdem das Unternehmen nicht auf die Abmahnung des vzbv reagiert hatte. |
| Die Wirtschaft schaut beim Surfen zu Berlin, 26.11.2010: Wer online unterwegs ist, hat unerbetene Zuschauer. "Behavioural Tracking und Targeting" nennen sich die Praktiken, auf die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) heute im Rahmen einer Veranstaltung in Berlin aufmerksam gemacht hat. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










