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Desaster beim Klimaschutz


Berlin/Brüssel, 25.09.2008: Mit großer Sorge beobachtet die Umweltstiftung WWF das aktuelle Gesetzgebungsverfahren auf EU-Ebene zur Einführung eines CO2-Grenzwertes für Neuwagen. Einen Tag vor der entscheidenden Sitzung des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments deutet sich ein Desaster für die europäischen Klimaschutzbestrebungen im Verkehrsbereich an. Der WWF befürchtet, dass sich die Position der Automobilindustrie eins zu eins in dem Entwurf wieder finden werde.


Sollten nicht noch in letzter Sekunde entscheidende Änderungen vorgenommen werden, drohe eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern.

Statt des ursprünglich anvisierten Grenzwertes von 120 g CO2/km für Neuwagen ab 2012 könnten die Automobilhersteller dann sogar Fahrzeuge mit einem durchschnittlichen Wert von bis zu 162 g CO2/km auf den Markt bringen. Das wären vier Gramm mehr als der heutige Durchschnittswert.

Verantwortlich dafür sind die Planungen einer schrittweisen Einführung eines Grenzwertes („phasing in“), wonach ab 2012 erst 60 oder 70 Prozent der Neuwagen in die Bewertung einfließen sollen, sowie die Anrechnung so genannter „Öko-Innovationen“. Auch die im ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission vorgesehenen Strafzahlungen bei Verstößen werden voraussichtlich deutlich milder ausfallen.

„Eine solche Regelung wäre das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben würde“, sagt WWF Verkehrsexpertin Viviane Raddatz. „Wie selten zuvor stellt das Europaparlament unter Führung deutscher Abgeordneter die Interessen eines Industriezweiges über den Umweltschutz . Wir fordern die Mitglieder des EP-Umweltausschusses auf, sich morgen mit einer mutigen Entscheidung eindeutig zu den eigenen Klimazielen zu bekennen, statt unter dem Druck vor allem der deutschen Automobilindustrie einzuknicken“.

Der private Kraftverkehr ist einer der größten Emittenten des klimaschädlichen Gases CO2. Seine Emissionen sind im Gegensatz zu den meisten anderen Bereichen seit 1990 signifikant gewachsen - nämlich um 26 Prozent.
Autor: WWF Deutschland
1974 Aufrufe
Stand: 25. September 2008
Erstellt: 25. September 2008

Weiterführende Informationen:

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