KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 14538
BSE-Roulette
Berlin, 21.08.2008: Stellen Sie sich vor: Die Regierung beschließt ein Gesetz, das den Einbau von Airbags in Autos vorschreibt, und die Autohersteller halten sich nicht daran. In Deutschland nicht vorstellbar, dass Gesetze, die der Sicherheit und Gesundheit der Bürger dienen, ohne Konsequenzen einfach nicht befolgt werden, denken Sie? Dann lesen Sie bitte weiter! Die Verfütterung von Tiermehl an Rinder und Schweine ist europaweit verboten, um die Übertragung von Am 17.Oktober 2001 wurde in Deutschland der 125 BSE-Fall gezählt. Bitte lesen Sie unter dem Stichwort "Bovine Spongioforme Enzephalopathie" weiter. BSE zu verhindern. Auch der Export ist strengstens untersagt, damit importiertes, von BSE-kranken Tieren stammendes Fleisch nicht wieder auf unseren Tellern landet. Gegen dieses Verbot wird jedoch massiv verstoßen, wie foodwatch herausgefunden hat. Unter anderem hat foodwatch kürzlich illegale Exporte von Rindertiermehl aus Deutschland nach Malaysia aufgedeckt. Das Rindertiermehl sollte dort wieder an Nutztiere verfüttert werden.
Auf eine Strafanzeige von foodwatch hin ermittelt nun die Lübecker Staatsanwaltschaft gegen den Exporteur, die Firma SubsTrade von Friedrich von Schönfels. Die erste "Hürde" des strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens ist schon genommen, der so genannte Anfangsverdacht bereits bejaht. Nur der zuständige Minister Horst Seehofer bleibt seltsam unbeteiligt und schaut lieber weg: foodwatch fragte den Verbraucherschutzminister, welche Maßnahmen er denn als Konsequenz aus den illegalen Exporten ergriffen habe.
Das Seehofer-Ministerium antwortete: "Das BMELV hat Ihre Feststellungen zum Anlass genommen, bei der Europäischen Kommission auf eine Änderung der gemeinschaftsrechtlichen Vorschriften zu tierischen Nebenprodukten hinzuwirken. Es wurde eine Regelung vorgeschlagen, nach der organische Düngemittel und Bodenverbesserungsmittel, die aus einem eiweißhaltigen Material gewonnen wurden, nur in
Verkehr verursacht Umweltauswirkungen, die v.a. durch die Transportaktivitäten und durch den Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur entstehen.
Verkehr
gebracht oder verwendet werden dürfen, wenn sie mit einem Bestandteil gemischt wurden, der die nachfolgende Verwendung der Mischung zu Fütterungszwecken ausschließt." Das ist so unglaublich wie bedenklich. Denn ein solches Gesetz gibt es bereits! Es ist seit 2002 geltendes Recht. Wichtige Gesetze zum Schutz der Verbraucher werden offensichtlich entweder nicht vollzogen oder sind den zuständigen Stellen nicht einmal bekannt! Die Untätigkeit des Ministers nährt einen unangenehmen Verdacht. Nimmt er illegale Tiermehlexporte aus Deutschland zumindest billigend in Kauf - zugunsten interessierter Wirtschaftskreise? Denn klar ist auch: An diesen Geschäften lässt sich prächtig verdienen!
Fordern Sie Minister Seehofer auf, zu handeln und seinen Fürsorge- und Schutzpflichten gegenüber den Verbrauchern endlich nachzukommen. Beteiligen Sie sich an der Mitmach-Aktion von foodwatch ist eine gemeinnützige, politisch und finanziell unabhängige Organisation und wurde im Jahr 2002 gegründet.
foodwatch "Für mehr Sicherheit bei tierischen Abfällen" unter:
http://www.foodwatch.de/e10/e5885/e6146/e6189/
Autor: foodwatch e.V.
1977 Aufrufe
Stand: 21. August 2008
Erstellt: 21. August 2008
Stand: 21. August 2008
Erstellt: 21. August 2008
Weiterführende Informationen:
Weitere Meldungen zum Thema "BSE":
| Online-Kredite: EU-Kontrolle deckt Mängel bei vielen Webseiten auf Brüssel, 10.01.2012: Über zwei Drittel der Webseiten, die im Internet Kredite oder Kreditkarten anbieten, informieren ihre Kunden nicht ausreichend über wichtige Kriterien. |
| Indien: Polizei in "Menschensafaris" auf Andamanen verwickelt Berlin / London, 09.01.2012: Die britische Zeitung The Observer hat neue Beweise über die Beteiligung der Polizei an "Menschensafaris" auf Indiens Andamanen Inseln veröffentlicht. |
| Geburtsort des „Löwen von Münster“ nach Amsterdamer Vorbild sanieren Dinklage, 02.12.2011: Der Mensch verändert: Der Bau von Schnellstraßen und eine intensivierte Landnutzung fordern ihren Tribut auch von historischen Baudenkmälern. |
| Verschärfte Auflagen für krebserregendes Holzschutzmittel Kreosot Brüssel, 26.07.2011: Für die industrielle Nutzung von Kreosot einer giftigen Chemikalie, die für die Behandlung von hölzernen Bahnschwellen, Leitungsmasten und Zäunen verwendet wird gelten nach einer Verschärfung der Vorschriften durch die Kommission ab dem 1. Mai 2013 strengere Auflagen. |
| Zwei deutsche Kinderwebseiten von der Kommission ausgezeichnet Brüssel, 18.06.2011: Zwei deutsche Online-Angebote für Kinder gehören zu den Preisträgern des Wettbewerbs "Beste Online-Inhalte für Kinder" der EU-Kommission. Dies gab die zuständige Kommissarin Neelie Kroes vergangenen Freitag in Brüssel bekannt: |
| Frühlingsboten Wildkräuter Köln, 01.04.2011: Ob in Gärten, Parkanlagen, Wäldern oder auf Wiesen jetzt sprießen die ersten Wildkräuter. Diese Unkräuter gelten schon lange als Geheimtipp unter den kreativen Köchen und Genießern. Und da sie zu den ersten Frühlingsboten gehören, sind die gehaltvollen, mineral- und vitaminreichen Naturprodukte nach einem langen Winter genau richtig, um unsere Mahlzeiten mit ihren würzigen Aromen zu bereichern. |
| Grüner Strom: So funktioniert der private Atomausstieg Frankfurt a. M., 16.03.2011: Wer Öko-Strom kauft, möchte eigentlich dazu beitragen, dass mehr Energie aus regenerativen Quellen ins Netz kommt. Doch wer sich nicht informiert, bewirkt oftmals genau das Gegenteil: |
| Japan: Wurde Austritt ionisierender Strahlung bewußt in Kauf genommen? Tokio / Berlin / Mainz, 12.03.2011: Für den Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft sind die Störfälle in den Kernkraftwerken Fukushima I und Fukushima II mit Austritt ionisierender Strahlung absehbar und offensichtlich bewußt in Kauf genommen worden. Absolut lächerlich sei, die Evakuierung nur auf den Radius von wenigen Kilometern um die Atommeiler zu beschränken. |
| Darmkrebsmonat März: Familiäres Risiko beachten! Ulm, 01.03.2011: Zum 10. Mal nutzen Gastroenterologen den von der Felix Burda Stiftung initiierten Darmkrebsmonat, um die Bevölkerung zu motivieren, der zweithäufigsten Krebserkrankung in Deutschland aktiv zu begegnen und durch eine Darmspiegelung, Darmkrebs zu verhindern. |
| Nach dem Beben ist vor dem Beben: kritische Einwände zum dritten Jahrestag Nalbach, 24.02.2011: Am 23.02. 2011 jährt sich zum dritten mal Deutschlands stärkstes bergbaubedingtes Erdbeben in der Region Saarlouis. Ausgelöst wurde das schwere Erdbeben mit einer maximalen Schwinggeschwindigkeit von über 93mm pro Sekunde von dem Bergwerk Ensdorf im Flöz Primsmulde Süd. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










