KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 13621
Keine "artgerechte Tierhaltung" bei Weihenstephan

Berlin, 23.01.2008: Auf der Verpackung ihrer "Alpenmilch" versprach die Molkerei Weihenstephan, die Kühe würden artgerecht gehalten. foodwatch wollte es genauer wissen und fragte nach, mehrmals. Doch der Beleg für diese These blieb aus. Seit Anfang 2008 verzichtet Weihenstephan nun auf diese Behauptung.
Auf der "Grünen Woche" jubiliert die Agrarindustrie über gute Preise und lobt stolz die angeblich so hohe Qualität ihrer Produkte. Doch bei Lebensmitteln können Hersteller das Blaue vom Himmel versprechen - ohne es beweisen zu müssen. So wirbt die Milchwirtschaft gerne damit, die Milchkühe würden artgerecht gehalten.
Mit artgerechter Unter Tierhaltung versteht man die Haltung von Nutztieren (Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Geflügel u.a.) sowie Haus- (Katze, Hund, Vögel u.a.) und Zootieren unter menschlicher Pflege und Aufsicht. Tierhaltung auf den Milchpackungen hat bisher auch die "Staatliche Molkerei Weihenstephan GmbH und Co. KG" geworben. Diese hat übrigens mit dem bayerischen Staat nicht mehr viel zu tun, denn sie gehört dem Milchkonzern Müller- Ernährungsphysiologisch ist Milch wegen ihres wertvollen Eiweiß, ihres hohen Calciumgehaltes und ihres leicht verdaulichen Fettes von großer Bedeutung für die menschliche Ernährung. Milch . "Unsere Milchbauern legen Wert darauf, dass den Milchkühen ausreichender und geeigneter Liege- und Bewegungsraum, natürliches Licht gehört zur elektromagnetischen Strahlung, es umfasst den für Menschen sichtbaren Spektralbereich zwischen UV-Strahlung und Infrarotstrahlung. Licht , frische Die Luft besteht hauptsächlich aus den Gasen Stickstoff (ca. 78 Vol.-%), Sauerstoff (ca. 21 Vol.-%), ca. 0,03 Vol.-% Kohlendioxid, unterschiedlichen Edelgasen (weniger als 1 Vol.-%) sowie verschiedenen Schadstoffen. Luft ... zur Verfügung stehen ..." schrieb das Unternehmen am 27. April 2007 an foodwatch ist eine gemeinnützige, politisch und finanziell unabhängige Organisation und wurde im Jahr 2002 gegründet.
foodwatch und hielt fest, dass "die von uns bezogene Milch von Zulieferhöfen kommt, die ihre Milchkühe nach den Kriterien der artgerechten Unter Tierhaltung versteht man die Haltung von Nutztieren (Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Geflügel u.a.) sowie Haus- (Katze, Hund, Vögel u.a.) und Zootieren unter menschlicher Pflege und Aufsicht. Tierhaltung halten".
Tierschützer belegen: Anbindehaltung auf engem Raum
foodwatch wollte es genauer wissen und fragte nach - mehrmals. Doch der Beleg für diese These blieb aus. Ein Gespräch mit foodwatch wollte die Molkerei nur führen, wenn foodwatch sich gegen eine Vertragsstrafe verpflichtet, über solch ein Treffen absolutes Stillschweigen zu bewahren, auch darüber, dass ein solches Treffen überhaupt stattgefunden hat. Ende Oktober 2007 legte der Deutsche Tierschutzbund eine Dokumentation vor, die belegt, dass Weihenstephan-Milchkühe "in ganzjähriger Anbindehaltung auf sehr beengtem Raum gehalten werden" (Pressemeldung vom 23.11.2007). Die Artgerechte Tierhaltung ist eine möglichst an den ursprünglichen Verhaltensweisen und Lebensraumbedingungen der domestizierten Tiere orientierte Form der Tierhaltung. Artgerechte Tierhaltung sieht anders aus. Weihenstephan hat seinen Kunden offenbar Märchen erzählt.
Weihenstephan ändert Werbung
Nunmehr, im Januar 2008, hat das Unternehmen sämtliche Werbung, die artgerechte Tierhaltung verspricht, eingestellt. Das Beispiel zeigt: Mit erfundenen Qualitätsbehauptungen benachteiligen renommierte Lebensmittelunternehmen ihre Konkurrenten, die ehrliche Qualität abliefern. Der Staat und die Politik schauen zu. Den Verbrauchern bleibt nichts anderes übrig, als sich selbst zu wehren. Im Fall Weihenstephan gelang das mit Erfolg.
Autor: foodwatch e.V.
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Stand: 23. Januar 2008
Erstellt: 23. Januar 2008
Stand: 23. Januar 2008
Erstellt: 23. Januar 2008
Weiterführende Informationen:
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