KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 8949
Giftstoffe belasten immer noch Kinderspielzeug
Hamburg, 28.08.2005: Nach wie vor stecken jede Menge Weichmacher in Spielwaren. Das hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) von Baden-Württemberg in Stuttgart festgestellt. Auf die gefährlichen Weichmacher stieß das Amt sowohl in Kunstoffpuppen und Spielfiguren aus Plastik als auch in bunten Plastikbändern - den so genannten Scoubidous.Bemängelt wurden rund ein Drittel aller 1.448 untersuchten Alltagsgegenstände, darunter Spielwaren. Besonders erschreckend: Beim Spielzeug musste das CVUA in 12 Monaten einen Anstieg der Belastung von 38 Prozent auf 59 Prozent aller untersuchten Gegenstände feststellen.
Und neben den Weichmachern (Phthalaten) fanden sich in den Spielwaren auch Unsystematisch zusammenfassender Begriff für eine Vielzahl von Stoffen unterschiedlicher Zusammensetzung und Wirkungsweise. Als S. für Lebensmittel (Lebenszusatzstoffe), Kosmetika und Pharmazeutika gelten oft Konservierungsstoffe, die meist als Antioxidantien wirken. Stabilisatoren , die das Hormonsystem beeinträchtigen, Lösungsmittel, Durch eine bösartige Geschwulst verursachte lebensbedrohliche Erkrankung, wobei die Geschwulst in gesundes Organgewebe hineinwächst, bis schließlich das gesamte Organ durch Tumor-Gewebe zerstört ist. Krebs erregende N. (N-Nitrosoverbindungen)können sich aus Nitrit und Aminen im Magen-Darm-Trakt bilden. Nitrosamine und giftige Sammelbezeichnung für Metalle mit einer Dichte von über 4,5 g/cm3. Schwermetalle . Die Stoffe stehen im Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen.
Bereits Ende der 1990er Jahre hat Greenpeace vor den gefährlichen Bestandteilen gerade auch in Spielzeug gewarnt. Dass sie immer noch nicht der Vergangenheit angehören, zeigt ein deutliches Versagen der Politik.
"Vor zwei Jahren haben Wissenschaftler an der Universität Erlangen eine auffallend hohe Belastung der Bevölkerung mit Weichmachern festgestellt", erklärt Ulrike Kallee, Chemie-Expertin bei Greenpeace. "Eigentlich keine Überraschung: Die Stuttgarter Ergebnisse zeigen, wie verbreitet W. sind feste oder flüssige, organische Verbindungen, die als Additive eine weichmachende Wirkung auf Kunststoffe, Textilien, Lacke, Zellglas und Dichtungsstoffe ausüben. Weichmacher und andere Stoffe, die durch ihre chemische oder physikalische Wirkung in der Lage sind, Mensch und Umwelt zu schädigen. Schadstoffe in alltäglichen Produkten sind."
"Die Politiker müssen endlich Abhilfe schaffen", fordert Kallee. "Der EU-Gesetzentwurf für eine neue Chemikalienpolitik REACh ist die Kurzbezeichnung für die neue Chemikalienverordnung (EG) Nr. 1907/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18.Dezember 2006. Seit dem 1. Juni 2007 sie in Kraft. REACh steht für Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals). REACH könnte uns solche Meldungen in Zukunft ersparen. Doch ausgerechnet der deutsche EU-Kommissar Günther Verheugen stellt sich gegen die Reform. Greenpeace fordert Günter Verheugen auf, sich für Verbraucherinteressen einzusetzen und sich nicht zum Handlanger der Chemieindustrie zu machen!"
Michael Richter
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 1. Maerz 2006
Erstellt: 28. August 2005
Stand: 1. Maerz 2006
Erstellt: 28. August 2005
Weiterführende Informationen:
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