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Männer immer noch Vorsorgemuffel


Ulm, 06.04.2010: Die Stiftung Lebensblicke organisiert gemeinsam mit den Ärzten und den Apothekern in der Region Nordrhein eine Informationskampagne, um das Bewusstsein für die Erfolge der Darmkrebsvorsorge zu verbessern. Plakate und Flyer in den 12.500 Arztpraxen und 2.300 Apotheken in Nordrhein machen auf die Aktion aufmerksam.

Zwischen 2003 und 2008 haben in Nordrhein bei den 55- bis 74-Jährigen nur 15,4 Prozent der Männer und 16,9 Prozent der Frauen die Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge in Anspruch genommen. Immerhin haben 32,3 Prozent der Männer und 38,6 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe einen Text auf Blut im Stuhl vornehmen lassen, zwischen 55 und 59 Jahren waren es bei den Frauen sogar fast 45 Prozent.

„Die Zahlen verdeutlichen, dass die Frauen insgesamt vorsorgebewusster sind“, meint der Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen (bng). Dabei haben Männer das höhere Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Ein fortgeschrittenes Adenom tritt bei Männern 1,7 Mal häufiger auf als bei Frauen, wobei die Adenomhäufigkeit mit dem Alter noch zunimmt.
„Leider geht die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen insgesamt eher zurück", stellt der bng-Experte fest. “ Diese Entwicklung ist bedauerlich, denn gerade die vorsorgliche Darmuntersuchung zeigt nachgewiesenermaßen Wirkung. „Im Rahmen von Darmspiegelungen wurden 2008 bei den Männern zwischen 55 und 64 Jahren bei mehr als jedem dritten Patienten Polypen oder Adenome, also mögliche Krebsvorstufen, festgestellt und entfernt. Bei den Frauen sah es in der gleichen Altersgruppe ähnlich aus“, erklärt Dr. Theilmeier. „Das Risiko all dieser Menschen, in den nächsten zehn Jahren an Darmkrebs zu erkranken, ist damit verschwindend klein geworden.“

Ab 50 Jahren steht jedem ein Stuhltest zu und ab 55 Jahren kann die Darmspiegelung als sicherste Methode zur Vorsorge kostenlos in Anspruch genommen werden. Niemand muss Angst vor einer Untersuchung haben. Dr. Theilmeier: „Der Eingriff bei der Darmspiegelung dauert nur wenige Minuten und ist mit einer Beruhigungsspritze, die auf Wunsch gegeben werden kann, weitgehend schmerzfrei.“
Autor: Dr. Holger Böhm - skriptstudio.de
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Stand: 6. April 2010
Erstellt: 6. April 2010

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