KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 14798
Viele bunte Pillen ....
Berlin, 17.10.2008: Kräutermischungen gegen Übergewicht, Eiweißpulver zum Muskelaufbau, Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems - das Angebot an Pillen, Pulvern und Kapseln ist groß. Verbraucher verordnen sich Vitamine, Mineralstoffe und Pflanzenextrakte in der Regel selbst, ohne Rücksprache mit einem Arzt. Ob es sich bei den Präparaten um Nahrungsergänzungsmittel, also Lebensmittel, handelt oder um frei verkäufliche Arzneimittel, spielt bei der Kaufentscheidung häufig keine Rolle.Experten vermuten, dass der überwiegende Teil der Käufer die Mittel aus medizinischer Sicht gar nicht benötigt. In manchen Fällen besteht sogar das Risiko einer Überdosierung mit bestimmten Stoffen. "Wir wissen weder, was Verbraucher dazu veranlasst, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, noch wie sie sich über die Inhaltsstoffe informieren", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Im Rahmen eines Forschungsprojekts am BfR soll nun ermittelt werden, welche Verbrauchergruppen Nahrungsergänzungsmittel und ähnliche Produkte konsumieren. Auf dieser Grundlage werden dann spezifische Kommunikationskonzepte zu gesundheitlichem Nutzen und Risiken durch die Präparate für die jeweilige Gruppe entwickelt.
Die Studie unter dem Titel "Zielgruppengerechte Risikokommunikation zum Thema Nahrungsergänzungsmittel" läuft bis Februar 2010 und gliedert sich in vier Phasen. Zunächst soll eine Sachstandsanalyse unter Rückgriff auf verschiedene Datenquellen klären, welche Verbraucher die Präparate nutzen, aus welchen Gründen und in welchem Umfang sie sie einnehmen. Darüber hinaus wird erhoben, in welchem Umfang und auf welche Weise Verbraucher sich über die Produkte informieren. Berücksichtigt werden nicht nur Nahrungsergänzungsmittel, sondern auch frei verkäufliche Arzneimittel und bestimmte diätetische Lebensmittel, die im Handel, im Direktvertrieb und über das Internet erhältlich sind.
Aus der Sachstandsanalyse ergeben sich definierte Gruppen von Begriff aus der Ökologie. Konsumenten dieser Mittel. Vertreter dieser Gruppen diskutieren in der zweiten Projektphase in vier Fokusgruppen über ihren Konsum und ihr Informationsverhalten. Die Ergebnisse aus den Fokusgruppen werden in der dritten Phase des Projektes mit einer Bevölkerungsbefragung auf einer repräsentativen Ebene überprüft und erweitert.
In einem anschließenden Workshop werden mit insgesamt 80 Vertretern aus Sportverbänden, Behörden, Einrichtungen der Überwachung, anderen öffentlichen Institutionen, Verbraucherschutzorganisationen, Herstellerverbänden, Wissenschaft, Medien und Apothekerkammern spezifische Kommunikationskonzepte zu Nutzen und Risiken durch Nahrungsergänzungsmittel für drei Zielgruppen erarbeitet. Daraus resultieren Vorschläge für konkrete Maßnahmen der Risikokommunikation. Projektpartner des BfR sind das Unter Katalyse versteht man die Beschleunigung einer chemischen Reaktion. Katalyse Institut für angewandte Umweltforschung Köln, die GfK Health Care Nürnberg, die Deutsche Sporthochschule Köln und das Süddeutsche Institut für empirische Sozialforschung (sine) e.V. München.
Begleitet wird das Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen, deren Erfüllung eine Organisation erfordert, die die Umsetzung der Aufgaben plant, steuert, durchführt und kontrolliert. Projekt von einem wissenschaftlichen Beirat, der sich aus Vertretern des Bundesministeriums für Ernährung, Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft und Verbraucherschutz, des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte, des Max Rubner-Instituts, des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, des Robert Koch-Instituts, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des aid Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V. zusammensetzt und sich zum Auftakt des Projekts in Berlin konstituiert hat.
Bild 1: © Regina Kaute, PIXELIO
Bild 2: © Klicker, PIXELIO
Autor: Bundesinstitut für Risikobewertung
2689 Aufrufe
Stand: 17. Oktober 2008
Erstellt: 17. Oktober 2008
Stand: 17. Oktober 2008
Erstellt: 17. Oktober 2008
Weiterführende Informationen:
Weitere Meldungen zum Thema "Pillen, Medikamente":
| Aigner-Plan schützt nicht gegen Antibiotika-Missbrauch Berlin, 10.01.2012: Nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) reichen die vom Bundesagrarministerium geplanten Änderungen des Arzneimittelgesetzes bei Weitem nicht aus, um den massiven Medikamenteneinsatz in der Tierhaltung und damit die Gefahr für Resistenzen gegen Antibiotika zu reduzieren. |
| Malaria: Durchbruch beim Kampf gegen den wandelbaren Parasiten Brüssel, 20.04.2011: Medikamente, die eigentlich das Wachsen von Krebszellen hemmen sollen, helfen gegen Malaria. Diese Entdeckung haben Forscher in der Schweiz, Frankreich und Großbritannien gemacht. |
| Stiftung Warentest bewertet Medikamente unabhängig, kritisch und langfristig Berlin, 29.12.2010: Ab 1. Januar 2011 tritt das Arzneimittel-Neuordnungsgesetz (AMNOG) in Kraft. Es soll Patienten vor übertriebenen Erwartungen bei neuen Arzneimitteln schützen. Der Nutzen eines Medikaments muss jetzt innerhalb von drei Monaten nach Zulassung ermittelt werden. |
| Hepatitis C: Neue Ära in der Therapie Ulm, 01.12.2010: Neue Medikamente werden die Therapie auch für Patienten verbessern, die mit dem Genotyp 1 des Hepatits C-Virus infiziert sind. "Das ist ein weiterer wichtiger Schritt für die fortschreitend bessere Versorgung von Hepatitis-Patienten", erklärt der Leber-Experte Dr. Stefan Mauss. |
| Heilkräfte aus Regenwäldern Völklingen, 11.02.2010: Neu erforschte und erstaunliche Therapiemöglichkeiten mit pflanzlichen und tierischen Substanzen aus den Regenwäldern. Der Regenwald ist die größte Naturapotheke der Welt. Bis heute wurde nur ein kleiner Teil der dortigen Pflanzen wissenschaftlich auf ihren möglichen Einsatz als Heilmittel untersucht, u.a. für Herz-Kreislaufmedikamente sowie gegen Krebs. |
| Zusammenhang zwischen Adipositas und Diabetes entdeckt Berlin, 23.07.2009: In einer Studie der australischen Monash University wurde ein entscheidender Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und der Entstehung von Typ-2-Diabetes nachgewiesen. Die Entdeckung könnte zur Entwicklung eines Medikaments zur Vorbeugung dieser Erkrankung führen. Bis jetzt vermuteten Wissenschaftler nur, dass ein Zusammenhang zwischen Adipositas und Typ-2-Diabetes besteht. |
| Stress im Job - Doping als Ausweg? Frankfurt, 18.07.2009: Sie wurden entwickelt, um schwere Krankheiten wie Demenz oder Depressionen zu lindern, doch werden Medikamente wie Piracetam oder Fluoxetin auch von Gesunden eingenommen, um im Job mehr Leistung bringen zu können. Dies zeigt der DAK-Gesundheitsreport 2009. Was im Leistungssport verboten ist, scheint jetzt in der Arbeitswelt angekommen zu sein: |
| Sanft statt radikal zu Autoimmunkrankheiten Konstanz, 19.06.2009: Bisher werden Autoimmunkrankheiten mit Medikamenten behandelt, die das gesamte Immunsystem blockieren und so den Körper extrem anfällig machen für Infektionen aller Art. Ein Konstanzer Forscherteam um den Immunologen Prof. Marcus Groettrup hat jetzt eine Behandlungsmethode entwickelt, die das ... |
| Leberschaden: Warnung vor Hydroxycut Berlin, 10.06.2009: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist darauf hin, dass die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels Hydroxycut schwere Leberschädigungen verursachen kann. Wie einer Veröffentlichung Finnlands zu entnehmen ist, wird das Erzeugnis unter den Markennamen "Iovate" und "Muscle Tech" ... |
| Mutterboden, Dämmstoffe und Medikamente aus Holz Frankfurt, 04.06.2009: Bisher bleibt das Potenzial von Holz als nachwachsendem Rohstoff größtenteils ungenutzt: So landet die Grundsubstanz Lignin, die ein Drittel des Holzes ausmacht, zu 95 Prozent in den Öfen der Zellstofffabriken. Doch Lignin kann mehr sein als Brennstoff, zum Beispiel ein hochwertiger Humusersatzstoff. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










