Katalysejournal | Artikel Nr.: 17825

Sex-Skandal in Budapest: 1 Hostessen-Euro von jedem Kunden


Frankfurt a. M., 24.05.2011: Der Skandal um gekauften Sex bei einer Lustreise von Versicherungsvertretern der ehemaligen Hamburg-Mannheimer-Versicherung (HMI) bringt den Ergo-Konzern und seinen Rückversicherer Munich Re nicht nur in höchst peinliche Bedrängnis.

Die Incentive-Reise nach Budapest, bei der zwischen 70 bis 90 der besten HMI-Vertreter von rund 20 Prostituierten in den eigens angemieteten Gellert-Thermen auf Himmelbetten rundum „verwöhnt“ wurden, war auch ein teurer Spaß. Allein die Abendveranstaltung soll 83.000 Euro gekostet haben. Zudem soll jeder der beteiligten Mitarbeiter angewiesen worden sein, etwa 3.000 Euro „geldwerten Vorteil“ für die von HMI spendierte Reise zu versteuern. Macht insgesamt Kosten von etwa 210.000 Euro bis ca. 300.000 Euro für die „Lustreise“, mit der besonders verdiente Vertriebsmitarbeiter bei Laune gehalten werden sollten.

Bezahlt wurden die anrüchigen Exzesse indirekt zudem von den Lebensversicherungskunden. Schließlich handelte es sich um Vertriebskosten – und die werden den Kunden von ihren Beiträ gen abgezwackt. Kein Wunder also, wenn manche Verträge so teuer sind. Umgerechnet hat jeder der 289.432 Neukunden im betreffenden Jahr 2007 die wilde Sex-Party unwissentlich mit rund einem „Hostessen-Euro“ mitfinanziert. Wer solche „Vertriebsanreize“ ablehnt, sollte das Geld zurückfordern. Schließlich haben sich auch prominente Werbeträger mittlerweile von der Ergo distanziert.

Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp lässt jedenfalls seinen Werbevertrag mit dem Konzern ruhen und verlangt „lückenlose Aufklärung“. Solange nicht klar ist, ob heute noch Teilnehmer der Reise für den Konzern tätig sind, will er auch keine Vorträge mehr für das Unternehmen halten. ÖKO-TEST-Tipp: Fragen Sie doch auch Ihren Vermittler mal, ob er in Budapest dabei war.

www.oekotest.de
Autor: ÖKO-TEST Verlag
Aufrufe seit August 2009
Stand: 23. September 2011
Erstellt: 24. Mai 2011

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