im Lexikon
Social Bookmarks
Über unser Institut
Inserate
Folgen Sie uns nach Facebook


Top-News Geld und Finanzen
Nahrungsmittel-Spekulation verschärft Hungerkrisen: Deutsche Bank muss aussteigen
Zynische Werbung der Deutsche Bank mit dem Hunger in der Welt - Stopp Nahrungsmittelspekulation!
Online-Kredite: EU-Kontrolle deckt Mängel bei vielen Webseiten auf
Banken der Nachhaltigkeit unterstützen gemeinnützige Ratingagentur
Haushalte werden bis 2050 mit 1,36 Billionen Euro belastet
Schluss mit der Nahrungsmittel-Spekulation!
Ratingagenturen treiben pro-zyklische Spekulation voran
Wie man seine Rentenlücke schließt
Die öffentliche Verschwendung 2011: Bund der Steuerzahler stellt das Schwarzbuch vor
Oxfam kommentiert Entwurf der EU-Finanzmarktrichtlinie (MiFID)
Inserate

Milliardenschäden durch fehlende Finanzaufsicht:


Berlin, 28.04.2010: Finanzielle Schäden in Höhe von über 700 Millionen Euro entstehen den Verbrauchern jährlich durch ineffiziente Riester-Verträge, zu hohe Dispozinsen und Fremdabhebegebühren. Das zeigen Berechnungen der Stiftung Warentest und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).

Um solchen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken, fordern die beiden Organisationen, den Verbraucherschutz in der Finanzaufsicht zu verankern.

„Es reicht nicht allein, vernünftige Gesetze zu machen. Die Einhaltung der Gesetze muss gerade auch bei Finanzprodukten kontrolliert werden. Schließlich hat der Kunden kaum eine Chance, die Versprechungen der Anbieter selbst auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen“, erklärt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest.

„Die Beispiele zeigen systematisches Marktversagen zulasten der Verbraucher. Einzelmaßnahmen reichen da nicht aus. Die Bundesregierung muss den Verbraucherschutz endlich auch in Deutschland effektiv in der Finanzaufsicht verankern“, fordert vzbv-Vorstand Gerd Billen.

Beispiel 1: Riester-Verträge
Bei der privaten Altersvorsorge sind die finanziellen Schäden für Verbraucher besonders dramatisch: Vergleiche der Stiftung Warentest zeigen, dass viele Riester-Produkte zu teuer sind. Fällt die durchschnittliche Rendite dadurch nur ein Prozent niedriger aus, sind die Verluste enorm. Bezieht man dies auf die staatlichen Zulagen, die bis einschließlich 2009 gezahlt wurden (gut sechs Milliarden Euro), summieren sich die Verluste für die Verbraucher auf 115 Millionen Euro. Nimmt man weiter eine konstante Zulagen-Summe von 2,5 Milliarden Euro pro Jahr an, so wachsen die Verluste bis 2020 auf mehr als drei Milliarden Euro, bis 2030 sogar auf über 11 Milliarden Euro.

Beispiel 2: Dispozinsen
Ein weiteres Ärgernis sind überhöhte Dispozinsen. Die Banken kommen derzeit besonders günstig an Geld. Betrug der Leitzins der Europäischen Zentralbank im September 2008 noch 4,25 Prozent, so lag er im Februar 2010 nur noch bei einem Prozent. Dagegen sanken die durchschnittlichen Zinsen für Überziehungskredite an private Haushalte im gleichen Zeitraum nur von 11,98 auf 10,28 Prozent. Die Differenz zwischen der Absenkung des Leitzinses und der Dispozinsen beträgt demnach 1,55 Prozentpunkte. Das Kreditvolumen lag im Februar 2010 bei rund 41,8 Milliarden Euro. Bezogen auf diese Summe entsteht den Verbrauchern ein finanzieller Schaden von etwa 650 Millionen Euro im Jahr.

Beispiel 3: Fremdabhebegebühren
Auch die Schäden durch teure Fremdabhebegebühren sind immens. Laut Europäischer Zentralbank heben Verbraucher in Deutschland pro Jahr rund zwei Milliarden Mal Geld am Automaten ab. Unterstellt man ein Prozent Fremdabhebungen, so finden jährlich 20 Millionen Transaktionen statt, bei denen Gebühren anfallen. Die Kosten für eine Fremdabhebung betragen mittlerweile durchschnittlich sieben Euro. Geht man davon aus, dass die tatsächliche Belastung der Banken bei maximal zwei Euro liegt, so entsteht den Verbrauchern pro Abhebung ein Schaden von fünf Euro. Hochgerechnet auf alle Transaktionen sind das 100 Millionen Euro pro Jahr.
Autor: Stiftung Warentest
1428 Aufrufe
Stand: 28. April 2010
Erstellt: 28. April 2010

Weitere Meldungen zum Thema "Finanzprodukte":

Finanzmafia Finanzmafia
Köln, 29.12.2011: Sollen die steuerzahlenden Bürger tatsächlich die einzigen sein, die für die Finanzkrise zur Kasse gebeten werden? Wolfgang Hetzer untersucht, ab wann die Konstruktion undurchschaubarer Finanzprodukte kriminell ist, und zeigt die fließenden Übergänge von professionellem zu wirtschaftskriminellem Handeln. Vor allem aber fragt er, wie die Akteure strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden können.
Milliardenschäden durch fehlende Finanzaufsicht: Milliardenschäden durch fehlende Finanzaufsicht:
Berlin, 28.04.2010: Finanzielle Schäden in Höhe von über 700 Millionen Euro entstehen den Verbrauchern jährlich durch ineffiziente Riester-Verträge, zu hohe Dispozinsen und Fremdabhebegebühren. Das zeigen Berechnungen der Stiftung Warentest und des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv).
Weltverbrauchertag: Weg mit dem Finanzschrott! Weltverbrauchertag: Weg mit dem Finanzschrott!
Berlin, 15.03.2010: "Verbraucherschutz in die Finanzaufsicht" fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) anlässlich des Weltverbrauchertages 2010. "Jährlich verlieren Verbraucher durch teure Finanzprodukte, unfairen Vertrieb und mangelnde Transparenz viel Geld", so Vorstand Gerd Billen.
Gewinn mit Sinn Gewinn mit Sinn
Berlin, 06.12.2009: Den Haushalten in Deutschland steht ein Geldvermögen von mehr als vier Billionen Euro zur Verfügung. Bei der Entscheidung, wie und wo die Haushalte ihr Geld anlegen wollen, wird neben der Rentabilität und der Sicherheit zunehmend die Verwendung des angelegten Geldes wichtig. Mit dem Angebot an nachhaltigen Finanzprodukten und -dienstleistern wächst jedoch auch die Verwirrung. Die neue Broschüre "Grüne Geldanlagen" gibt Hilfestellung beim Weg durch den Nachhaltigen-Investment-Dschungel.
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012