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Klimaschutz mit Biokohle?


Bonn, 09.09.2009: Während einerseits in vielen Ländern Kohle als Energielieferant aus dem Boden gefördert wird, gibt es heute Wissenschaftler, die genau das Gegenteil erforschen: Kohle zurück in den Boden zu bringen, um das darin gebundene Treibhausgas Kohlendioxid langfristig zu deponieren. Diese so genannte Biokohle entsteht, wenn Biomasse bei niedriger Temperatur und unter Sauerstoffabschluss verschwelt wird.


Als Ausgangsstoff kann praktisch jede Art von Biomasse dienen, von Holz über Treber bis zu Ernteresten oder Rückständen aus Biogasanlagen. Bei dem Verfahren werde nur halb soviel Kohlendioxid freigesetzt wie beim Verbrennen oder Verrotten der Abfälle, so die Befürworter des Verfahrens. Werde die so erzeugte Biokohle auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgebracht, binde sie Mineralien und Wasser in der Erde, werde von Mikroorganismen besiedelt und deponiere das enthaltene Kohlendioxid im Boden.

Experten glauben, dass so weitere Einsparungen bei Düngern und fossilen Treibstoffen möglich sind. Als weitere Vorteile des Systems wird die gleichzeitige Gasbildung bei der Verschwelung gesehen, aus denen Biotreibstoffe synthetisiert werden könnten. Rentabel sei das neue System aber erst, wenn auf politischer Ebene die Weichen dafür gestellt würden, es in den internationalen Kohlenstoffhandel zu integrieren.

Inititativen, wie der "Biochar Fund", wollen das Instrument nutzen, um die Abholzung von Regenwäldern in Zentralafrika zu bremsen. Die Farmer sollen zur Biokohleproduktion angeleitet werden, um die Fruchtbarkeit der Böden zu erhalten. Vorteile in der Biokohle-Technologie sieht offenbar auch die Energiewirtschaft: RWE investierte bereits in die Technologie zur Herstellung von Biokohle-Pellets und beteiligte sich an einem niederländischen Start-Up-Unternehmen.

Unlogisch ist der Gedanke indes nicht, Biokohle im Boden zu deponieren. Denn eine Ursache des Klimawandels liegt darin, dass vor Jahrmillionen in fossilen Brennstoffen gebundenes Kohlendioxid heute in vergleichsweise kurzer Zeit durch Verbrennung freigesetzt wird.

Friederike Eversheim


Bild: gnubier, pixelio
Autor: AID Infodienst
2796 Aufrufe
Stand: 9. September 2009
Erstellt: 9. September 2009

Weiterführende Informationen:

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