Katalysejournal | Artikel Nr.: 17855

Ohne Fleiß und Schweiß kein Umweltpreis


Mainz, 03.06.2011: Dem Kompetenz-Zentrum Biodiversität Mainz wird am 6.6.2011 ein Umweltpreis in der Mainzer Staatskanzlei verliehen. Das Thema des Wettbewerbs war: unsere besten Ideen für ein nachhaltiges Rheinland-Pfalz. Und der Nachhaltigkeit im Sinne der AGENDA 21 haben sich die Ehrenamtlichen verschrieben. Dies wurde bereits 2010 durch einen Umweltpreis von der inzwischen leider verstorbenen Loki Schmidt honoriert.


„Ohne Fleiß und Schweiß ging das nicht!“ berichtete Gerold Baring Liegnitz, einer der Aktivisten. Denn die Arbeit des Kompetenzzentrums erfordert oft auch körperlichen Einsatz. „Wir legen lebende Pflanzen-Genbanken an, das sind Flächen mit heimischen Wildpflanzen!“ erklärt Baring Liegnitz. Ziel sei es, diese seltenen Gehölze, Wildobstarten, Wildrosen und alte Kulturpflanzen zu erhalten.



Vielfaltshang Laubenheim

Außer bei Anpflanzungen habe es auch Schweiß gekostet, wenn z.B. in letzter Minute eine seltene Form der Flaumrose  bei einem Autobahnausbau gerettet wurde. Der Preis kommt zur rechten Zeit. Denn die UN hat die Dekade der Biodiversität erklärt. Dass Erklärungen gegen den globalen Artenschwund von Pflanzen und Tieren wenig helfen, dass täglich ca. 150 Tier- und Pflanzenarten aussterben, damit will sich die Mainzer Naturschutzgruppe nicht abfinden. Staatliche Maßnahmen und die wertvolle Arbeit unzähliger Umweltorganisationen haben an der Misere bisher nicht viel ändern können.

 „Wir versuchen, vorhandene Flächen in Gärten und Grünanlagen als Flächen zu gewinnen, damit seltene heimische Arten überleben können“, erklärt Baring Liegnitz. Denn durch hohen Flächenverbrauch und intensive Landwirtschaft fehlten Bereiche, in denen Wildpflanzen noch eine Chance hätten. Das Kompetenzzentrum leistet dazu viel Überzeugungsarbeit. Naturschaugarten LindenmühleDas gelinge besonders gut im Naturschaugarten Lindenmühle. Dort wurde in einer Kooperation mit der Lokalen Agenda21 ein schönes und ebenfalls preisgekröntes Projekt zu heimischen Gewächsen umgesetzt.  Dort wird der vom Kompetenzzentrum entwickelte Ansatz verwirklicht, nach dem Zier- und Nutzgärten nachhaltig, d.h. mit geringem Aufwand bewirtschaftet werden können.

Führung im Rosenhag Lerchenberg

Über Kurse, Führungen, Einsätze mit Schülern und Vorträge zeigt die Umweltgruppe die Notwendigkeit für Artenerhalt auf. Sie vermitteln aber gleichzeitig anschaulich und erlebbar, dass Natur Freude macht. Heimische Pflanzen sind für sie wunderschön, robust, widerstandsfähig, brauchen kaum Pflegemaßnahmen, Pflanzenschutz oder Bewässerung. Blüten und leckere Früchte wie z.B. der Geschmack der Felsenbirne, die etwas „heidelbeerig“ schmecke, seien ein schöner Lohn für Naturschutz .

Das Kompetenz-Zentrum Biodiversität Mainz erforscht, pflanzt und vermehrt viele seltene und geschützte Pflanzenarten. Der Vertrieb  geschieht über die Naturgartenfirma Ahornblatt in Mainz. Leider fehle es an weiteren Pflanzflächen. So hoffen die aktiven Naturschützer, dass eine besprochene Kooperation mit der Stadt Mainz zustande kommt. Dann nämlich könnte, passend und nahe gelegen zum neu entstehenden Umwelt -Bildungszentrum , ein Wildobst- und Heckenprojekt verwirklicht werden. „Das wäre ein Augenschmaus für Besucher und ein Gaumengenuss für Menschen und Tiere, verspricht Baring Liegnitz begeistert.

Infos: www.biodiversität-mainz.de
Autor: Karlheinz Endres
Aufrufe seit August 2009
Stand: 23. September 2011
Erstellt: 3. Juni 2011

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