Katalysejournal | Artikel Nr.: 17786

Strahlenwerte in Meeresalgen rund um Fukushima deutlich erhöht


Tokio, 12.05.2011: Greenpeace fordert die japanischen Behörden auf, umgehend die Strahlenbelastung der Meeresalgen entlang der Küste vor Fukushima zu untersuchen. Das Flaggschiff der Umweltorganisation, die Rainbow Warrior, befindet sich derzeit im Seegebiet vor dem havarierten Atomkraftwerk und führt unabhängige Strahlenmessungen durch.

Erste Messergebnisse zeigen bei Meeresalgen Strahlenbelastungen, die weit über den zulässigen Höchstgrenzen liegen.

So wiesen bei einer ersten Überprüfung der Algen zahlreiche der 22 Proben eine fünfmal höhere Strahlungsbelastung auf als offiziell erlaubt. Die Proben wurden entlang der Küste nördlich und südlich des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi gesammelt. Noch 65 Kilometern von der Unglücksstelle entfernt konnten Kontaminationen von mehr als 10.000 Bq/kg
(Bequerel/Kilogramm) gemessen werden.

"Bereits am 20. Mai beginnt für die Fischer entlang dieser Küste die Algenernte. Unsere Untersuchungen weisen jedoch auf ein erhebliches Risiko hin, dass die Meeresalgen stark radioaktiv belastet sind", erklärt Ike Teuling, Greenpeace-Strahlungsexpertin an Bord der Rainbow Warrior. "Sowohl die Sedimentproben von Tepco als auch die Greenpeace-Untersuchungen zeigen klar, dass sich die radioaktive Strahlung in der betroffenen Meeresregion in der Nahrungskette ansammelt. Obwohl rund ein Viertel des japanischen Fanges an Fisch und Meeresfrüchten genau aus diesem Meeresgebiet stammt, unternehmen die Behörden nur wenig zum Schutz der Bevölkerung“, so Teuling weiter.

"Für die Küstenbewohner, die nach Erdbeben und Tsunami am 11. März ihr Leben wieder aufzubauen versuchen, verschärft die radioaktive Verseuchung vor der Küste Japans die Tragödie noch", führt Wakao Hanaoka, Meeresexperte von Greenpeace Japan, aus. "Es ist wichtig, dass die Regierung den Start der Algenernte verschiebt und eine umfassende Untersuchung der Meeresgebiete vor Fukushima durchführt. Darüber hinaus müssen die von der nuklearen Verseuchung betroffenen Küstengemeinden, die vom Fisch- und Meeresfrüchtefang leben, finanziell entschädigt werden.“

Greenpeace erarbeitet eine detaillierte Analyse der entnommenen Proben für Meerwasser, Fisch und Algen außerhalb der japanischen Hoheitsgewässer.

Außerdem wurden Proben von Fischen, Muscheln und Algen direkt aus dem Küstengebiet von Fukushima gesammelt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden für nächste Woche erwartet.
Autor: Greenpeace Österreich
Aufrufe seit August 2009
Stand: 23. September 2011
Erstellt: 12. Mai 2011

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