KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 8729
Saubere Gewässer laden zum Baden ein
Dessau, 17.07.2005: Am 17. Juli 2005 wird in vielen Ländern Europas der "Tag des Badens" veranstaltet - auch in Deutschland. Die gute Nachricht: Immer mehr Gewässer in Deutschland sind so sauber, dass man in ihnen baden kann. Der aktuelle Badegewässer-Atlas der EU-Kommission belegt: Die Zahl der Badegewässer, die in Deutschland die Anforderungen der EG-Badegewässerrichtlinie erfüllen, ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen.Sie liegt nunmehr bei 95,9 Prozent (2003: 95,8 %; 2002: 93,7 %). Diese positive Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer konsequenten U. als eigenständigen Politikbereich gibt es in der BRD seit Beginn der 70er Jahre. Umweltpolitik . Fast flächendeckend gibt es Kläranlagen der Anschlussgrad der Bevölkerung in Deutschland liegt heute bei nahezu 95 Prozent. Diese reinigen zudem immer besser das Abwasser. Auch Industrieanlagen wurden immer sicherer und verursachen weniger Man unterscheidet kommunales Abwasser und Industrieabwasser. Kommunales Abwasser enthält neben schadstoffbelastetem Regenwasser (z.B. Auswaschung von Fahrbahnen/Parkplätzen) häusliche Abwässer mit Fäkalien, Speiseresten, Desinfektionsmitteln und Spül- und Reinigungsmitteln, die schwer abbaubare Bestandteile enthalten können. Abwasser . Das zeigt auch die biologische Gewässergütekarte, die rund 30.000 Kilometer Gewässerstrecken in Deutschland erfasst. Sie weist aus: Der Anteil der Gewässer in Güteklasse II und besser ist von 47 Prozent im Jahr 1995 auf 65 Prozent im Jahr 2000 gestiegen.
Ein Wermutstropfen bleibt: Die Badegewässer, Flüsse und Seen Deutschlands sind zwar weitgehend sauberer geworden sie müssen aber wieder ihre naturnahe Gestalt bekommen, damit sie als Lebensraum erhalten bleiben und funktionieren können. Bei 60 % der Oberflächengewässer und über 50 % des Grundwassers kann der angestrebte gute Zustand der europäischen Wasserrahmenrichtlinie voraussichtlich nur durch größere Anstrengungen erreicht werden. Für weitere 25 % der Oberflächengewässer ist das Erreichen dieses Zieles heute noch unsicher. Wichtigste Ursachen dafür sind erhebliche Veränderungen der Gewässermorphologie der Flüsse etwa durch Begradigung oder Kanalisierung. Hinzu kommen bedeutende Nährstoffbelastungen für Seen und Küstengewässer, die überwiegend aus der Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft stammen.
Entscheidend für die Badegewässerqualität sind hygienische Aspekte. Beim Baden ist der Mensch dem
Wasser ist eine Verbindung von zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Die Bezeichnung Wasser wird v.a. für den flüssigen Aggregatzustand verwendet, im festen, also gefrorenen Zustand wird es Eis genannt, im gasförmigen Zustand Wasserdampf Wasser bedeckt rund 2/3 der Erdoberfläche und befindet sich in einem ständigen Kreislauf.
Wasser
direkt ausgesetzt. Verschmutzungen des Wassers zum Beispiel durch Krankheitserreger können Erkrankungen der Badenden verursachen. Die noch gültige Badegewässerrichtlinie stammt aus dem Jahre 1976. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt: Die Richtlinie muss im Sinne des Verbraucherschutzes an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und an die Bedürfnisse der Praxis angepasst werden. Deshalb wird derzeit auf EU-Ebene eine neue Badegewässerrichtlinie diskutiert, die voraussichtlich Anfang 2006 in Kraft treten kann. Die wichtigsten Regelungen sind: Neufestsetzung der Leit- und
Rechtliche zulässige Höchstwerte für Emission und Immission von Schadstoffen, Lärm, Strahlung usw., die oft recht willkürlich festgelegt werden und dem Anspruch nach Bevölkerung und Umwelt vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen schützen sollen.
Grenzwerte
für aussagekräftige mikrobiologische Parameter sowie die Festlegung schärferer Grenzwerte für Küstengewässer. Die Badegewässerbetreiber werden verpflichtet, Wasserverschmutzungen aktiv zu vermeiden oder zu beseitigen. Deutschland hatte sich vor allem für den Schutz der Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Gesundheit der Zustand völligen körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Wohlbefindens. Gesundheit der Millionen Touristen, die jährlich europäische Strände aufsuchen für strengere Grenzwerte eingesetzt, diese aber nur für Küstengewässer durchsetzen können. Das Ziel bleibt: Krankheitserreger zum Beispiel aus Abwassereinleitungen dürfen nicht in Badegewässer gelangen.
Neben der hygienischen Qualität der Badegewässer werden in den kommenden Jahren die ökologische und chemische Qualität der Gewässer intensiver überwacht und überprüft, um mit hoher Kosteneffizienz und größtmöglichem Erfolg die in der europäischen Wasserrichtlinie geforderten Umweltziele zu erreichen.
Autor: Umweltbundesamt, Berlin
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Stand: 2. Maerz 2006
Erstellt: 17. Juli 2005
Stand: 2. Maerz 2006
Erstellt: 17. Juli 2005
Weiterführende Informationen:
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