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LKW-Abgase ruinieren den Wald



Kassel, 05.10.2004: "Laster vom Pflaster – Wald statt Asphalt" – diesen Slogan lasen die Reisenden, die heute Vormittag bei Kassel über die A 7 brausten. AktivistInnen von ROBIN WOOD hatten ein Transparent an der Fußgängerbrücke aufgehängt, die in der Nähe der Ausfahrt Kassel-Nord über die Autobahn führt.


Sie unterstützen damit den Aktionstag der Europäischen Verkehrsinitiative ITE. Dieses Netzwerk europäischer UmweltschützerInnen setzt sich dafür ein, die Belastungen für Mensch und Umwelt durch den rasant zunehmenden Güterverkehr in Europa auf ein erträgliches Maß zu senken. ROBIN WOOD nutzt den Aktionstag, um auf das verdrängte, aber immer noch akute Problem des Waldsterbens durch Abgase aus dem Verkehr aufmerksam zu machen.

Fast 70 Prozent aller Bäume in Deutschland sind geschädigt. Somit geht es den Wäldern heute schlechter als in den achtziger Jahren, als das Waldsterben noch eines der großen Umweltthemen in der Öffentlichkeit war. Eine der Hauptursachen für den miserablen Zustand der Wälder ist der Stickoxid-Ausstoß aus dem Verkehr, insbesondere aus dem LKW-Verkehr. Obwohl der LKW-Verkehr „nur“ 15 Prozent des Verkehrsaufkommens auf Deutschlands Straßen ausmacht, verursacht er zwei Drittel aller verkehrsbedingten Stickoxide. Trotz technischer Verbesserungen wird sich das Problem künftig noch verschärfen, weil immer mehr Waren auf der Straße transportiert werden. Seit der Wiedervereinigung hat der Güterverkehr hier zu Lande um mehr als 45 Prozent zugenommen. Und die prognostizierten Wachstumsraten sind atemberaubend.

"Güter per LKW transportieren zu lassen, ist noch immer viel zu billig", kritisiert Monika Lege, Verkehrsreferentin von ROBIN WOOD. „ROBIN WOOD will Kostenwahrheit. Alle Kosten, die der LKW-Verkehr verursacht, müssen auf den Tisch. Bezahlen müssen diejenigen, die sie verursachen. Die LKW-Maut, wenn sie denn endlich kommt, muss zu einem ökologischen Lenkungsinstrument weiter entwickelt werden.“

Die ROBIN WOOD-Aktion fand in Kassel statt, weil dort Ministerpräsident Roland Koch gerade mit Vollgas in die falsche Richtung steuert. Er will ganz Nordhessen zu einem „Logistikzentrum“ machen. Schon jetzt durchschneiden die Autobahnen 38, 44, 49 und 7 die nordhessische Landschaft. Zugleich versucht sich die Region als Naherholungsgebiet mit Kurorten wie Bad Sooden-Allendorf zu profilieren. Und Kassel will – mit Verweis auf den Bergpark Wilhelmshöhe - als Kulturhauptstadt anerkannt werden. „Wer mag sich denn in einem Logistikzentrum erholen und entspannen?“, fragt sich Klaus Schotte von der ROBIN WOOD -Regionalgruppe Kassel. „Die Rechnung kann nicht aufgehen. Wir fordern die hessische Landesregierung auf, von ihrer Asphaltpolitik wegzukommen und ein klares Konzept vorzulegen, wie der Güterverkehr reduziert und auf die Schiene verlagert werden kann."
Autor: Robin Wood e.V.
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Stand: 5. Oktober 2004
Erstellt: 5. Oktober 2004

Weiterführende Informationen:

    @Umweltlexikon?
  • Güterverkehr, LKW

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