Katalysejournal | Artikel Nr.: 18807

Containerwrack vor Neuseeland gesunken


Hamburg, 10.01.2012: Erneut herrscht Öl-Alarm vor Neuseelands Küste: Das Wrack des Containerschiffs Rena ist in stürmischer See auseinandergebrochen, das Heckteil ist vom Astrolabe Riff abgerutscht und versinkt im Meer.

Das noch im Heck befindliche Öl fließt dabei ins Meer. Dem neuerlichen Ölteppich werden in dem artenreichen Gebiet laut WWF wieder Seevögel zum Opfer fallen, obwohl weniger Öl austritt als beim ursprünglichen Unglück im Oktober. Der WWF befürchtet neben den unmittelbaren und sichtbaren Umweltfolgen in der Vogelwelt aber auch langfristige Schäden am Riff und in den sensiblen Lebensräumen der Flussmündungen.

„Viele Seevögel sind derzeit in der Mauser und halten sich deshalb nicht im Wasser auf. Damit sinkt glücklicherweise das Risiko, dass sie verölen “ sagt Stephan Lutter vom WWF. Der Meeresschutzexperte vermutet allerdings eine höhere Dunkelziffer. „Weil sich das Öl dieses Mal während des Sturms ausgebreitet hat, ist zu befürchten, dass verölte Vögel auf See schneller ertrunken sind und die unmittelbaren Opfer uns verborgen bleiben, weil sie nicht an die Küsten gespült werden.“

Das Abrutschen des Schiffshecks vom Riff hat laut WWF vermutlich weitere physische Schäden an den empfindlichen Riffstrukturen verursacht. „Das Astrolabe Riff ragt 80 Meter vom Meeresboden auf und hat steile Seitenhänge, das dürfte eine Bergung schwierig machen“ so Lutter weiter. „Wenn das Wrackteil am Meeresboden bleibt, werden giftige Substanzen wie z.B. restliches Öl langsam und schleichend austreten.“

Zahlreiche Container der Rena sind in den letzten Monaten und beim Auseinanderbrechen des Schiffs ins Meer gestürzt. Auch die über Bord gegangene Ladung kann laut WWF Umweltschäden verursachen. Biologisch abbaubare Substanzen wie z.B. große Mengen Milchpulver können Lebensgemeinschaften am Riffkörper ersticken, weil der lokale Sauerstoffgehalt sinkt. Auch filtrierende Muscheln und Bodenlebewesen in küstennahen Lebensräumen und Wattflächen verkleben. Größere Plastikteile bergen das Risiko dass sich Meeresschildkröten oder Seevögel darin verfangen und ersticken oder ertrinken. Wenn sich das Plastik schließlich zersetzt, gelangen die kleinen Partikel in die Nahrungskette .

Autor: WWF Deutschland
Aufrufe seit August 2009
Stand: 12. Jänner 2012
Erstellt: 10. Jänner 2012

Weitere Meldungen zum Thema "Riffe":

im Journal
Social Buttons
Folgen Sie uns nach Facebook


Top-News Umwelt und Natur
Tigerschutz: Licht und Schatten
Tigerschutz: Licht und Schatten
Berlin, 15.05.2012: Einer WWF-Analyse zufolge erfüllen auch zwei Jahre nach dem internationalen Tiger-Gipfel in St. Petersburg Zweidrittel aller untersuchten Tiger-Schutzgebiete nicht die notwendigen Mindeststandards, um einen ausreichenden Schutz der seltenen Großkatzen vor Wilderei zu gewährleisten.
Weiterlesen
BOS Foundation und VIER PFOTEN wildern erste Absolventen der „Orang-Utan-Waldschule“ im Reservat in Borneo aus
BOS Foundation und VIER PFOTEN wildern erste Absolventen der „Orang-Utan-Waldschule“ im Reservat in Borneo aus
Samboja/Laas Kehje Sewen (Indonesien), 14.05.2012: Die Tierschutzorganisationen Orangutan Survival Foundation (BOSF) und VIER PFOTEN haben Anfang Mai sechs Orang-Utan Waisen im geschützten Kehje Sewen Wald in Borneo ausgewildert.
Weiterlesen
Zu Gast bei den Turmfalken: Jubiläums-Webkamera sendet
Zu Gast bei den Turmfalken: Jubiläums-Webkamera sendet
Berlin, 14.05.2012: Nach einigen Tests und nachdem das Wetter endlich etwas besser wurde, ging die Webcam der Turmfalken wieder online.
Weiterlesen
Vergiftetes Lübecker Seeadlerpaar - Gifttyp ist nun bekannt
Vergiftetes Lübecker Seeadlerpaar - Gifttyp ist nun bekannt
Berlin, 14.05.2012: Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF konnte die Vergiftung mit Carbofuran nun als Todesursache festgestellt werden.
Weiterlesen
Ende der grausamen Robbenjagd in Kanada? Kanadischer Senat berät über mögliches Verbot
Ende der grausamen Robbenjagd in Kanada? Kanadischer Senat berät über mögliches Verbot
Gerlingen, 08.05.2012: Nach Gesprächen mit der Tierrechtsorganisation PETA USA legte Mac Harb, Senator der kanadischen Provinz Ontario, dem kanadischen Senat jüngst seinen Gesetzesentwurf zur Abschaffung der grausamen Robbenjagd vor.
Weiterlesen
Auf zur Vogelzählung! NABU ruft zur großen Vogel-Zählung vom 11. bis 13. Mai auf
Auf zur Vogelzählung! NABU ruft zur großen Vogel-Zählung vom 11. bis 13. Mai auf
Berlin, 07.05.2012: Am Wochenende vom 11. bis 13. Mai 2012 ruft der NABU Berlin alle Berlinerinnen und Bürger wieder dazu auf, eine Stunde lang die Vögel im Garten, vom Balkon aus oder im Park zu beobachten, zu zählen und für eine gemeinsame Auswertung zu melden.
Weiterlesen
Genehmigung zur Elbvertiefung erteilt
Genehmigung zur Elbvertiefung erteilt
Berlin, 29.04.2012: Der Planfeststellungsbeschluss zur Elbvertiefung durch die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord in Kiel und die Hamburger Behörde für Wirtschaft und Verkehr wird von den Umweltverbänden BUND, NABU und WWF in einer gemeinsamen Stellungnahme harsch kritisiert.
Weiterlesen
Hände weg von „Ästlingen“ - Nicht jeder vermeintlich aus dem Nest gefallene Jungvogel braucht Hilfe
Hände weg von „Ästlingen“ - Nicht jeder vermeintlich aus dem Nest gefallene Jungvogel braucht Hilfe
Hamburg, 27.04.2012: Nicht jeder Jungvogel, den Spaziergänger am Wegesrand oder auf einer Straße finden, muss gerettet werden.
Weiterlesen
Gothaer Versicherung mit Jagdlobbyismus: PETA übt scharfe Kritik und fasst Boykottaufruf ins Auge
Gothaer Versicherung mit Jagdlobbyismus: PETA übt scharfe Kritik und fasst Boykottaufruf ins Auge
Köln / Gerlingen, 27.04.2012: Nachdem der in Köln ansässige Versicherungskonzern Gothaer in einem Kundenschreiben dazu aufrief, sich gegen die Neufassung des Jagdgesetzes in Nordrhein-Westfalen einzusetzen, erntet das Unternehmen jetzt heftige Kritik von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V..
Weiterlesen
Persilschein für die Kettensägen
Persilschein für die Kettensägen
Berlin, 26.04.2012: Das brasilianische Unterhaus hat gestern die Reform des brasilianischen Waldgesetzes verabschiedet.
Weiterlesen