KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16981
Keine Entwarnung am Golf von Mexiko
Hamburg, 16.07.2010: Vorsichtiges Aufatmen am Golf vom Mexiko: die Versuche, das Leck am Meeresgrund abzudichten, zeigen nach fast drei Monaten einen ersten Erfolg. Offenbar ist es erstmals gelungen den Ölfluss zumindest vorübergehend zu unterbrechen. Der WWF betont, dass dennoch kein Grund zur Entwarnung bestehe.Es sei nicht sicher, ob der "Deckel" halte. Und die eigentliche Aufräumarbeit beginne erst jetzt. Hunderttausende von Tonnen Rohöl haben die Meeresregion verseucht. Es wird mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis sich die Natur einigermaßen von diesem Unfall erholt hat, prognostiziert Hans Ulrich Rösner vom Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründet WWF Deutschland. Er bemängelt, dass noch immer nicht die notwendigen Konsequenzen aus dem Unfall gezogen worden seien. Dies sei die Vorbeugung gegen Katastrophen. Der WWF fordert deshalb ein globales Kontrollorgan für Ölbohrungen auf hoher See und einen Stopp in allen sensiblen Gebieten. Bisher machen die EU oder regionale Meeresschutzabkommen der Offshore- Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie für den Normalbetrieb zwar Umweltauflagen. Doch die Frage, wer wo bohren darf, bleibe Entscheidung der Einzelstaaten.
In den USA sei weiterhin eine Doppelstrategie im Kampf gegen die Ölkatatstrophe gefordert. Einerseits müsse so gut es geht aufgeräumt werden und die Unfallstelle endgültig gesichert werden. Darüber hinaus sei eine vollständige Aufarbeitung der Katastrophe notwendig, um künftige Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Dazu gehören strengere Sicherheitsvorschriften und ein sofortiger Stopp von neuen Ölbohrungen in ökologisch sensiblen Gebieten.
Der WWF warnt: Trotz der Katastrophe am Golf laufen die Planungen für neue Bohrungen auf Hochtouren, z.B. vor Australien, Angola, Brasilien oder vor den britischen Inseln. Gerade erst habe die irische Regierung ihren atlantischen Festlandssockel für Erkundungslizenzen freigegeben. Der Unfall hat gezeigt, dass wir einen weltweiten Haftungsfonds für die Ölbranche brauchen, betont Hans Ulrich Rösner. Für jedes Barrel geförderten Öls müssen die Betreiber dann in einen Fonds einzahlen. Der WWF setzt sich außerdem dafür ein, dass Meeresschutzgebiete eingerichtet und zu Tabuzonen für Offshore-Bohrungen erklärt werden. Es müsse Schluss sein mit der Ölförderung in besonders sensiblen Meereszonen wie den arktischen Gewässern, beispielsweise der Barentssee vor Nordnorwegen. Auch Deutschland könne sich da nicht ausnehmen: Es ist unbegreiflich, wie man ausgerechnet im geschützten Amphibisches Ökosystem zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie, das vom natürlichen Ungleichgewicht durch Wechsel der Überflutung lebt. Wattenmeer an der Nortseeküste Öl fördern kann. Und wie Landesregierung und Bergbehörde die Arroganz aufbringen, noch während der laufenden Katastrophe in den USA die Lizenz dafür um 30 Jahre bis 2041 zu verlängern, sagte Rösner. Dies zeige, dass auch in Deutschland das Bergrecht dringend an das 21. Jahrhundert angepasst werden müsse, damit Aktionen wie diese hinter dem Rücken der Öffentlichkeit nicht mehr möglich sind.
Die Ölkatastrophe im Golf vom Mexiko beweise seit Monaten jeden Tag aus Neue, das Offshore-Förderungen selbst mit modernster Technik mit unkalkulierbarem Risiko verbunden seien. Da sich die einfach zugänglichen Ölfelder allmählich erschöpfen, dringe die Auch als sekundärer Sektor bezeichnet, in Abgrenzung von Landwirtschaft (primärer Sektor) und Dienstleistungen (tertiärer Sektor). Industrie in immer gefährlichere Gebiete vor. Um dieses Risiko zu minimieren, helfe letztlich nur ein möglichst zügiger Abschied vom Öl und die Förderung erneuerbarer Energien.
Autor: WWF Deutschland
1076 Aufrufe
Stand: 16. Juli 2010
Erstellt: 16. Juli 2010
Stand: 16. Juli 2010
Erstellt: 16. Juli 2010
Weitere Meldungen zum Thema "Katastrophe":
| Erfolgreiche Kampagne des Umweltinstitut München: 36.000 Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm München, 04.01.2012: Heute wurden vom Umweltinstitut München e.V. die letzten Stellungnahmen gegen das polnische Atomenergieprogramm bei den zuständigen polnischen Behörden eingereicht. |
| Finanzmafia Köln, 29.12.2011: Sollen die steuerzahlenden Bürger tatsächlich die einzigen sein, die für die Finanzkrise zur Kasse gebeten werden? Wolfgang Hetzer untersucht, ab wann die Konstruktion undurchschaubarer Finanzprodukte kriminell ist, und zeigt die fließenden Übergänge von professionellem zu wirtschaftskriminellem Handeln. Vor allem aber fragt er, wie die Akteure strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden können. |
| HWNG Rhein sieht angesichts der enttäuschenden Ergebnisse des Weltklimagipfels den einzigen Ausweg in der Optimierung der Katastrophenvorsorge HWNG Rhein sieht angesichts der enttäuschenden Ergebnisse des Weltklimagipfels den einzigen Ausweg in der Optimierung der Katastrophenvorsorge Solidarischer Spendenaufruf für thailändische Hochwasserregion. |
| Wie billig ist Atomstrom wirklich, Herr Oettinger? (Ein Kommentar von Franz Alt) Baden Baden, 16.12.2011: Der japanische Atomkraftwerksbetreiber Tepco muss für den Rückbau und für Entschädigungen wegen des Atomunfalls im März 2011 bis zu 100 Milliarden Euro aufwenden. Da drängt sich die Frage auf: Wie teuer ist der angeblich billige Atomstrom wirklich? |
| Greenpeace-Kommentar zu EU-Energiefahrplan 2050 Wien/ Brüssel, 15.12.2011: Den heute Vormittag in Brüssel von EU-Energieminister Günther Öttinger präsentierten EU-Energiefahrplan 2050 kommentiert Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl wie folgt: |
| WWF protestiert gegen brasilianisches Waldgesetz Berlin, 14.12.2011: Mit lauten Samba-Trommeln, einem großen roten Notruf-Telefon und Protest-Plakaten hat der WWF heute vor der brasilianischen Botschaft in Berlin gegen die Abschwächung des brasilianischen Waldgesetzes demonstriert. |
| Die Weltklimapolitik ist bankrott (Ein Kommentar von Franz Alt) Baden Baden, 10.12.2011: Wenn wir eine Weltkatastrophe noch verhindern wollen, dann darf die globale Temperatur nicht über zwei Grad Celsius gegenüber 1860, dem Beginn der Temperatur-Aufzeichnungen, steigen. Diesen Beschluss fasste die Weltgemeinschaft bei der letzten Weltklimakonferenz in Cancun, Kanada. |
| Umweltkatastrophen Köln, 01.12.2011: Ernst Ulrich von Weizsäcker sagt zu diesem Buch: Leider lernen die meisten erst aus den Katastrophen. Für die ist das das richtige Buch. Und für die, die vermeidbare Katastrophen verhindern wollen, für die erst recht!" |
| Schicksalstag für den Mekong? WWF fordert Verzicht auf Staudammprojekt in Laos Berlin, 01.12.2011: Wenige Tage vor der entscheidenden Sitzung warnt der WWF eindringlich vor den verheerenden Folgen des Baus eines Staudamms am Mekong. Der WWF fordert die zuständigen Minister von Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam auf, die Planungen des laotischen Wasserkraftprojektes Xayaburi am Mekong zu stoppen. |
| Die Ära der Ökologie Köln, 18.11.2011: Die Ökologie ist das Signum unseres Zeitalters. Joachim Radkaus umfassendes Buch lässt die neue Ära zum ersten Mal in ihrer ganzen Vielgestaltigkeit und globalen Bedeutung erfahrbar werden. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










