KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16738
Stallhasen lassen die Ohren hängen
Berlin, 01.04.2010: Hasen findet man immer seltener in Feld und Wiese, sondern bereits seit Jahren auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Vielen seiner domestizierten Verwandten ergeht es kaum anders. Die Kaninchenställe von heute ähneln industriellen Fleischfabriken und dort finden sich fast nur noch auf schnelles Wachstum getrimmte Mastkaninchen.Der Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründet WWF und die Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen (GEH) beklagen, dass das Das Artensterben hat in den letzten Jahren rapide zugenommen. Artensterben vor Nutztieren nicht halt mache. Auch im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt verabschiede sich jede Woche eine Haustierrasse von diesem Planeten.
Von den 56 einheimischen Kaninchenrassen gelten derzeit 18 als gefährdet. Ursprünglich wurden die Tiere zur Fleischerzeugung und wegen ihres Felles gezüchtet. Die einst wertvollen Felle werden heute kaum noch genutzt. Um den Konsum von jährlich 41 000 Tonnen Kaninchenfleisch in Deutschland zu decken, setzt die Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft auf wenige Hochleistungsrassen. Die genetische Vielfalt bleibt dabei auf der Strecke. Bei den Stallhasen ist zum Beispiel das Angora Kaninchen, das früher wegen seiner Wolle sehr beliebt war, nahezu verschwunden. Auch der Meissner Widder, von der GEH zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2010 erklärt, ist ein kräftiges bis zu fünfeinhalb Kilo schweres Tier, das vor 100 Jahren als wertvoller Lieferant hochwertiger Silberfelle gezüchtet wurde. Heute gilt der Meissner Widder als Tier als extrem gefährdet. Bei lediglich vier Züchtern mit sieben Rammlern und 14 Häsinnen findet sich der graubraune Farbschlag, berichtet Antje Feldmann, Geschäftsführerin der GEH. Werden nicht bald weitere Züchter gefunden, ist dieser Schlag bald ausgestorben.
Bei alten Rinder-, Schweine-, Ziegen-, Hühner- und Schafrassen sieht es ähnlich aus. In Deutschland umfasst die siehe Stichwort Umweltzeichen
Die R. der gefährdeten Tiere und Pflanzen in Deutschland wird im Auftrag der Bundesregierung erstellt und z.T. durch Landeslisten ergänzt. Rote Liste der Nutztiere mittlerweile 103 Rassen. Die Einschränkung der Nutzung auf wenige Rassen ist nicht nur hierzulande ein Problem, erläutert Matthias Meissner, Referent für Landwirtschaft beim WWF. Weltweit gelten mehr als die Hälfte Nutztierrassen als gefährdet. Mit den Tieren sterbe ein Stück kultureller und biologischer Vielfalt. Um diese Entwicklung zu stoppen, machen sich WWF und GEH dafür stark, Nutztiere zu erhalten, die an die Region, die Böden und die jeweilige Landschaft angepasst sind. Fleisch von alten Haustierrassen kann preislich nicht mit der Massenware aus den industriellen Großbetrieben mithalten. Immer mehr Begriff aus der Ökologie. Konsumenten legen jedoch gerade beim Fleisch auf eine ökologische Produktion, so Matthias Meißner. Der WWF sieht für die alten Haustierrassen durchaus Chancen, allerdings müsse sich die Festgeschriebenes Ziel der Agrarpolitik in Deutschland und der EG ist es, die Existenz bäuerlicher Familienbetriebe zu sichern. Agrarpolitik stärker als bisher um ihren Erhalt kümmern und zum Beispiel die regionale Vermarktung fördern. Wir wollen keine Zoos für Haustiere, sondern wir wollen alte Nutztierrassen nutzen, unterstreichen GEH und WWF. Insbesondere in der Landschaftspflege und beim ökologischen Landbau ergäben sich große Potenziale, um alte Haustierrassen wirtschaftlich attraktiv zu machen.
Autor: WWF Deutschland
1680 Aufrufe
Stand: 1. April 2010
Erstellt: 1. April 2010
Stand: 1. April 2010
Erstellt: 1. April 2010
Weitere Meldungen zum Thema "Kaninchen":
| Tipps zur Freilandhaltung im Winter: Freigehege für Kaninchen und Meerschweinchen jetzt winterfest machen Hamburg, 14.09.2011: Kaninchen und Meerschweinchen fühlen sich am wohlsten wenn sie das ganze Jahr im Freigehege gehalten werden. Damit die Tiere die kalten Wintermonate im Freien unbeschadet überstehen, hat VIER PFOTEN einige wichtige Hinweise zusammengestellt. |
| BASF will Draize-Test an Kaninchen vollständig ersetzen Aachen, 26.07.2011: www.InVitroJobs.com, das Wissenschaftsportal des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte zur Unterstützung der tierversuchsfreien Forschung, präsentiert aktuelle Forschungsarbeiten zum Ersatz von Tierversuchen. |
| Zeuge von Tierleid – was tun? Hamburg, 26.07.2011: Das Kaninchen von Bekannten hinkt, trotz mehrfacher Aufforderung bringt es keiner zum Tierarzt. Der Nachbar schlägt seinen Hund. Während des Spaziergangs sieht man abgemagerte Tiere auf einer Weide stehen. Wie soll man sich da verhalten? |
| Ministerin Ilse Aigner erlaubt tierquälerische Käfighaltung von Kaninchen Hamburg, 18.06.2011: Keine Einstreu, Spaltenboden und ein Leben im Käfig: Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz hat ein Eckpunkteblatt für seine Mindestforderungen an die Kaninchenhaltung vorgelegt. Für die Kaninchen und die bestehende Käfighaltung will es nicht allzu viel ändern. |
| Kaninchenmast: Kaufhof bezieht immer noch Fleisch aus grausamer Käfighaltung Hamburg, 21.04.2011: Erfolgreiches Eingreifen von VIER PFOTEN hat dazu geführt, dass Deutschlands führende Handelsunternehmen wie etwa Kaufland, Lidl und Tegut kein Kaninchenfleisch aus Käfighaltung mehr verkaufen. Einzig Kaufhof lässt sich immer noch von der italienischen Firma AIA beliefern. |
| Tiere vom Wühltisch: Dokumentation zeigt erschreckende Missstände auf Börsen in ganz Deutschland München, 13.12.2010: Auf deutschen Tierbörsen herrschen gravierende Missstände in punkto Tierschutz. Dieses Fazit ziehen der Deutsche Tierschutzbund und die Artenschutzorganisation Pro Wildlife nach der Untersuchung von 32 Tierbörsen in ganz Deutschland. |
| Labor statt Gehege – das Kaninchen, Tier des Monats August Aachen. 13.08.2010: Kaninchen gelten als beliebte Heimtiere und werden häufig im Tierversuch eingesetzt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte zeigt mit dem Kaninchen als Tier des Monats August auf, wie dessen natürliches Leben aussieht, welche Tierversuche mit ihm gemacht werden und wie es um die tierversuchsfreie Forschung steht. |
| Das traurige Leben der Edeka-Kaninchen Hamburg, 25.06.2010: Kaninchen in völlig überfüllten Käfigen, unzählige kranke und verletzte Tiere, qualvolle Enge die unvermeidbaren Folgen: Krankheiten verbreiten sich rasend schnell, und die Enge treibt die Tiere in Kannibalismus und Selbstverstümmelung. |
| Tipps zur Freilandhaltung von Meerschweinchen und Kaninchen im Frühjahr und Sommer Hamburg, 16.04.2010: Es ist bald an der Zeit, Kaninchen und Meerschweinchen an die frische Luft zu setzen. Außengehege müssen überholt oder neu gebaut werden, der Standort wohl gewählt sein. VIER PFOTEN gibt hierfür Anleitungen. |
| Stallhasen lassen die Ohren hängen Berlin, 01.04.2010: Hasen findet man immer seltener in Feld und Wiese, sondern bereits seit Jahren auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Vielen seiner domestizierten Verwandten ergeht es kaum anders. Die Kaninchenställe von heute ähneln industriellen Fleischfabriken und dort finden sich fast nur noch auf schnelles Wachstum getrimmte Mastkaninchen. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










