KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 15904
Pilze: Bei Angriff hagelt´s Blausäure
Die Juli-Ausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" berichtet davon. Eine Pflanze kann sich gegen Fraßfeinde verteidigen, indem sie permanent einen Abwehrstoff produziert oder indem sie ihn erst dann bildet, wenn Gefahr droht. Der Vorteil dieser letzten Strategie: Die Pflanze muss sich nicht ständig gegen ihren eigenen Giftstoff schützen. Der Nachteil: Es dauert einige Stunden, bis die Pflanze von dem Schutz profitiert - in dieser Zeit hat ihr letztes Stündchen möglicherweise bereits geschlagen.
Der Kompromiss zwischen beiden Extremen ist ein verwundungsaktivierter Mechanismus: Die Pflanze produziert ständig harmlose Vorstufen eines Giftstoffs, beispielsweise Blausäureglykoside. Wird die Pflanze mechanisch verletzt, setzt sie E. sind Biokatalysatoren, die Reaktionen beschleunigen oder überhaupt ermöglichen, ohne selbst verändert zu werden. Enzyme frei; diese spalten die Vorstufe und nahezu sofort entsteht Blausäure.
So setzt die Orangefarbene Mehlscheibe, ein stecknadelkopfgroßer Rindenpilz, Blausäure frei, wenn ihr Fruchtkörper verletzt ist. Der intakte Fruchtköper enthält dagegen nur einen ungefährlichen Blausäureether. Der Weißmilchende Helmling wiederum sondert bei Verletzung einen weißen Milchsaft mit einem Fungizid ab, das Pilzkonkurrenten tötet.
Giftige Pilze sind keine Pflanzen. Es sind Organismen, die ebenso wie die Pflanzen (Plantae) und Tiere (Animalia)zu einem eigenständigen Organismenreich zusammengefasst werden. Pilze kennt man seit Jahrhunderten - Pilze, die Giftstoffe bei Verwundung freisetzen, erst seit einigen Jahren. In der Juli-/August-Ausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" stellt der Chemiker Peter Spiteller vor, mit welchen Strategien sich Pilze verteidigen können - und warum es auf diesem Gebiet noch so einige Geheimnisse zu lüften gibt. Die PDF-Datei gibt es bei der Redaktion der "Nachrichten aus der Chemie" unter nachrichten@gdch.de.
Nahezu 80.000 anspruchsvolle Chemiker und Chemikerinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Lehre informieren sich mit den "Nachrichten aus der Chemie" über Entwicklungen in der Chemie, in angrenzenden Wissenschaften sowie über gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte. Kennzeichen der Zeitschrift der Gesellschaft Deutscher Chemiker sind das breite Spektrum der Berichte, das einmalige Informationsangebot an Personalien, Veranstaltungs- und Fortbildungsterminen sowie der große Stellenmarkt.Bild 1: © Meinhard-Siegmundt, PIXELIO
Bild 2: © Re.Ko., PIXELIO
Autor: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.
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Stand: 24. Juli 2009
Erstellt: 24. Juli 2009
Stand: 24. Juli 2009
Erstellt: 24. Juli 2009
Weiterführende Informationen:
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