im Lexikon
Social Bookmarks
Über unser Institut
Inserate
Folgen Sie uns nach Facebook


Top-News Umwelt und Natur
Fangverbot für Donau-Stör
VIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor Kopfgeldjägern
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“
Angriff auf Wale unter falscher Flagge
Nichts zu lachen für die Drachen
Südafrika verliert 448 Nashörner
5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar
Vögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen Fütterung
Containerwrack vor Neuseeland gesunken
Die Jagd verursacht Bestandsexplosion bei Wildschweinen
Inserate

Misteln zeigen verborgene Belastungen in Böden


Braunschweig, 23.12.2008: In England und den USA lädt der weihnachtliche Mistelzweig dazu ein, unter ihm Küsse zu tauschen. Finden sich Misteln jedoch anstatt am Türbalken in großen Mengen auf Bäumen, ist die Botschaft unter Umständen weniger froh. Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig haben herausgefunden, dass der Halbschmarotzer anzeigt, ob Schwermetalle im Boden vorhanden sind.


Die Verbreitung der Misteln hängt von vielen Faktoren ab, wie dem Vorkommen ihrer Wirtsbäume, von Vogelarten, die Mistelbeeren fressen und verbreiten, vom Kleinklima und nicht zuletzt von der individuellen Widerstandsfähigkeit des Wirtsbaumes. Die Belastung von Böden mit Schwermetallen setzt die Widerstandsfähigkeit der Bäume herab. Die Forscher des JKI-Institutes für Pflanzenbau und Bodenkunde zeigen in einer umfangreichen und soeben abgeschlossenen Studie, dass vor allem Pappeln auf schwermetallbelasteten Böden deutlich stärker von Misteln besiedelt werden als z. B. Ahornbäume oder Linden.

„In der Region Goslar, in der durch die Bergbaugeschichte viele Standorte mit Blei , Kupfer und Zink belastet sind, waren auf gering belasteten Böden des Stadtgebietes 9%, auf hoch belasteten Böden hingegen 49% aller Pappeln Wirte für Misteln“, berichtet Ewald Schnug. Nach Aussagen des Institutsleiters sind Schwarzpappeln häufiger betroffen als Pyramidenpappeln. Damit konnten die Wissenschaftler, die seit 2003 die Mistelthematik bearbeiten, bestätigen, dass eine vermehrte Verbreitung von Misteln auf erhöhte Schwermetallbelastungen in Böden hinweist. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wollen die Wissenschaftler nun ein Verfahren zur Vorerkundung entwickeln. Mit Pappeln als Indikatoren und basierend auf der Verbreitungsdichte der Misteln sollen damit rasch Bodenbelastungen aufgespürt werden.

Hintergrundinformationen zum Projekt :


Das Forschungsprojekt „Ein Beitrag zur Standortkunde der Laubholzmistel auf schwermetallbelasteten Böden" wurde seit Mitte 2003 bearbeitet und 2008 abgeschlossen. Aus ihm sind zwei Doktor- und eine Diplomarbeit hervorgegangen. Teilaspekte wurden in Kooperation mit dem HISCIA-Institut in Dornach und der Jacobs Universität Bremen bearbeitet.

Zwischenergebnisse sind 2006 im Sonderheft 301 der Landbauforschung Völkenrode erschienen: Ramm, H. (2006): Einfluss bodenchemischer Standortfaktoren auf Wachstum und pharmazeutische Qualität von Eichenmisteln (Viscum album auf Quercus robur und petreae). SH 301

In Kürze erscheint eine weitere Publikation in Landbauforschung - vTI Agriculture and Forestry Research: Sharma, Steckel, Koschinsky, Schnug (2009): Potential correlation of heavy metals in surface soils with infestation of Viscum album in poplar trees.


Bild: © Knipseline, PIXELIO
Autor: Julius Kühn-Institut
2551 Aufrufe
Stand: 23. Dezember 2008
Erstellt: 23. Dezember 2008

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Misteln, Schwermetalle":

Produkttest: Gefährliche Giftstoffe in Pelzkleidung Produkttest: Gefährliche Giftstoffe in Pelzkleidung
Hamburg, 06.12.2011: Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat Fuchs-, Marderhund- und Nerzpelze von 35 Bekleidungsstücken in einem Fachlabor auf Schadstoffe untersuchen lassen. Ein unabhängiger Gutachter bewertete die Ergebnisse.
Lebensmittelüberwachung 2010: Mangelnde Hygiene wird am häufigsten beanstandet Lebensmittelüberwachung 2010: Mangelnde Hygiene wird am häufigsten beanstandet
Berlin, 27.10.2011: Mängel in der Betriebshygiene und im Hygienemanagement sind nach wie vor die Hauptursache für Beanstandungen. Das zeigen die Zahlen der amtlichen Lebensmittelüberwachung für das Jahr 2010, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gestern in Berlin präsentiert hat.
Erster Jahrestag der Rotschlamm-Katastrophe in Ungarn Erster Jahrestag der Rotschlamm-Katastrophe in Ungarn
Berlin / Budapest, 02.10.2011: Ein Jahr nach der Rotschlammkatastrophe in Ungarn hat sich nur wenig getan um Katastrophen dieser Art zukünftig zu verhindern, warnt die Umweltorganisation WWF.
ÖKO-TEST Gummistiefel: Üble Stinkstiefel ÖKO-TEST Gummistiefel: Üble Stinkstiefel
Augsburg, 29.08.2011: Kindergummistiefel sind geradezu mit Schadstoffen verseucht. Das ist das Ergebnis eines neuen Tests, den das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST nun veröffentlicht hat.
Erfrischung bei Zimmertemperatur Erfrischung bei Zimmertemperatur
Berlin, 09.07.2011: Wer die sommerwarmen Tage und lauen Nächte frisch und munter erleben will, braucht immer wieder eine Erfrischung. Regelmäßiges Trinken hält den Kreislauf in Schwung und kühlt von innen. Doch nicht alles, was flüssig ist, ist auch ein guter Durstlöscher. Am besten sind zuckerarme, alkohol- und koffeinfreie Getränke bei Zimmertemperatur.
Fukushima - und das stumme Leiden der Wale Fukushima - und das stumme Leiden der Wale
Wäderswil, 06.07.2011: Der sogenannte Fukushima-Effekt hat viele Facetten. Bereits sind auch Wale Opfer radioaktiver Verstrahlung geworden. Diese tragische Folge der japanischen Atom-Katastrophe sollte an der jährlichen Internationalen Walfang-Konferenz IWC zu reden geben.
Europarat ruft die Mitgliedsländer auf, die Umweltbelastung durch Schwermetalle zu reduzieren Europarat ruft die Mitgliedsländer auf, die Umweltbelastung durch Schwermetalle zu reduzieren
Würzburg, 21.06.2011: In einer Resolution vom 27.05.2011 fordert die Parlamentarische Versammlung des Europarates alle Mitgliedsstaaten dazu auf, so viele toxische Metalle wie möglich aus der menschlichen Umwelt zu entfernen und ihrer Bioakkumulation in der Natur, sowie ihre Anreicherung in der Nahrungskette und im menschlichen Körper zu verhindern.
KATALYSE-Bestseller: „Chemie in Lebensmitteln“ online KATALYSE-Bestseller: „Chemie in Lebensmitteln“ online
Köln, 03.05.2011: Mittlerweile ist es mehr als zehn Jahre her, dass die letzten Exemplare der 49. Auflage des KATALYSE-Bestsellers „Chemie in Lebensmitteln“ verkauft wurden. In den achtziger Jahren war der Ratgeber mit einer Gesamtauflage von über 400.000 Exemplaren eines der erfolgreichsten Sachbücher im deutschsprachigen Raum.
Dioxine: Essen Sie vielseitig: Neue Forschungsergebnisse zur Aufnahme von Umweltkontaminanten Dioxine: Essen Sie vielseitig: Neue Forschungsergebnisse zur Aufnahme von Umweltkontaminanten
Bonn, 14.01.2011: Dioxine sind langlebig und reichern sich am Ende der Nahrungskette an, vor allem in den Fettanteilen tierischer Lebensmittel. Pflanzliche Lebensmittel enthalten im Allgemeinen deutlich weniger Dioxine und tragen deshalb lediglich zu rund einem Viertel der durchschnittlichen Belastung eines Menschen bei.
Vorschläge zur Spielzeugsicherheit zügig umsetzen Vorschläge zur Spielzeugsicherheit zügig umsetzen
Berlin, 05.11.2010: Zügige Maßnahmen für mehr Spielzeugsicherheit auf Bund-, Länder- und EU-Ebene fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Dabei begrüßt er den Antrag der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP zur Nachbesserung der EU-Spielzeugrichtlinie.
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012