KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 13261
Giftiges Öl im Nationalpark
Hamburg, 09.11.2007: Die Ölverschmutzung im Nationalpark Wattenmeer ist nach Ansicht des WWF schwerwiegender, als zunächst angenommen. An mindestens fünf ostfriesischen Inseln Wangerooge, Norderney, Baltrum, Juist und Langeoog wurde bislang Öl angeschwemmt. Zahlreiche verölte Vögel sind gestorben. Das Öl stammt vermutlich von dem am Dienstagabend havarierten Frachter "Duncan Island. Das Schiff hatte Schweröl als Treibstoff an Bord. Wie viele Tonnen dieser giftigen Substanz ins Meer gelangt sind, ist unklar. Schon kleine Mengen Schweröl sind tödlich für Seevögel, deren Gefieder sofort verklebt, sagte Hans-Ulrich Rösner, Leiter des WWF-Wattenmeerbüros in Husum. Deshalb, und weil bei der Als Verbrennung bezeichnet man umgangssprachlich eine chemische Reaktion, bei der sich ein chemisches Element schnell und unter Wärmeabgabe mit Sauerstoff verbindet. Verbrennung von Schweröl auch große Mengen an Luftschadstoffen entstehen, fordert der Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründet WWF seit langem ein Verbot von Schweröl für Schiffsantriebe. Selbst vergleichsweise geringe Mengen des zähen Treibstoffes würden immer wieder enorme Umweltschäden anrichten. Als Ersatz könne zunächst D. ist ein Kraftstoff für Dieselmotoren, auch D.-Kraftstoff, D.-Öl, Gasöl genannt, der aus Kohlenwasserstoffen mit einem Siedebereich zwischen 170 und 370 Grad C (wie leichtes Heizöl) und aus Kraftstoffzusätzen besteht. Diesel eingesetzt werden.
Die Duncan Island hatte bei schwerem Seegang nahe der holländischen Insel Terschelling neun offenbar nicht ausreichend gesicherte Container verloren. Dabei schlug ein Container ein Loch in die Schiffswand mit einem der dahinter liegenden Tanks. Von den bis zu 170 Tonnen Schweröl floss eine noch unbekannte Menge ins Meer. Das Schiff verlor nach Medienangaben auch noch Öl, während es vom Mehrzweckschiff Neuwerk zunächst nach Cuxhaven geleitet wurde.
Der WWF fordert, das Öl an den ostfriesischen Inseln so schnell wie möglich einzusammeln. Das Havariekommando in Cuxhaven müsse jetzt zeigen, dass es die heute angelaufenen Aufräumarbeiten gemeinsam mit der Nationalparkverwaltung sowie den örtlichen Behörden und Gemeinden schnell und effektiv koordinieren könne, bevor das Öl noch mehr Schaden anrichte. Die Schäden an der Natur müssten dokumentiert und anschließend den Verursachern in Rechnung gestellt werden.
Vor dem Amphibisches Ökosystem zwischen Hoch- und Niedrigwasserlinie, das vom natürlichen Ungleichgewicht durch Wechsel der Überflutung lebt. Wattenmeer liegt mit der südlichen Die internationale Nordseeschutzpolitik hat bis heute keine entscheidenden Fortschritte für die Nordsee gebracht, da Nutzungsinteressen meist Vorrang vor wirksamen Umweltschutzkonzepten bekommen Nordsee eines der am dichtesten befahrenen Schifffahrtsgebiete der Welt. Der letzte schwerere Ölunfall hatte sich dort vor neun Jahren ereignet. Im Oktober 1998 verlor der brennende Holzfrachter Pallas mit rund 100 Tonnen zwar auch nur eine scheinbar geringe Menge Schweröl, doch allein daran starben mindestens 16.000 Seevögel. Seitdem sind zwar eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der Schiffssicherheit getroffen worden. Dennoch sei die Gefahr auch größerer Unfälle nicht gebannt, warnt der WWF. Denn zugleich würden die Schiffe immer größer und transportierten größere Mengen Stoffe, die durch ihre chemische oder physikalische Wirkung in der Lage sind, Mensch und Umwelt zu schädigen. Schadstoffe . Auch entstünden neue Sicherheitsrisiken wie Meereswindparks nahe der Schifffahrtsrouten, für die noch kein ausreichendes Sicherheitskonzept bestehe.
Autor: WWF Deutschland
2614 Aufrufe
Stand: 9. November 2007
Erstellt: 9. November 2007
Stand: 9. November 2007
Erstellt: 9. November 2007
Weiterführende Informationen:
Weitere Meldungen zum Thema "Umweltverschmutzung":
| Die neue Wohlstandsformel München, 15.01.2011: Was hat es mit gesellschaftlichem Wohlstand zu tun, wenn das Bruttoinlandsprodukt der USA nach dem Wirbelsturm Katrina durch die erforderlichen Wiederaufbauarbeiten um ein Viertel ansteigt? Absurde Ergebnisse wie dieses heizen die Kritik am einseitigen Messinstrument Bruttoinlandsprodukt an. |
| Von Schmetterlingen und Sportschuhen: Bildung für Nachhaltige Entwicklung an Ganztagsschulen Soest, 21.12.2010: Klimawandel, Umweltverschmutzung, Armut und Wirtschaftskrise: Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Lösungen dieser komplexen Probleme scheinen schier unmöglich. |
| Blogger kartografieren Chinas Umweltverschmutzung Hongkong/Hamburg, 06.11.2009: Ein Fotopreis und seine Folgen. Preisgekrönte Fotos dokumentieren das Tempo und den Preis von Chinas wirtschaftlichem Wachstum. Eine Karte, die die genaue Lage einiger der am schlimmsten verschmutzten Gebiete Chinas exakt bestimmt, macht ihre Runde im chinesischen Internet, nachdem die Ausstellung eines preisgekrönten Fotos viele Stadtbewohner dazu veranlasst hat, der Umweltzerstörung entgegenzutreten, die durch das halsbrecherische Tempo des Wirtschaftswachstums in drei Jahrzehnten verursacht wurde. |
| Der Baiji hat die Erde verlassen - Chinas Jangtse-Delfin ausgestorben Hamburg, 28.10.2009: Der mächtige Jangtse Chinas umfangreichste Wasserstraße war 20 Millionen Jahre lang Lebensraum eines besonderen weißen Delfins. Baiji nennen ihn die Chinesen. Der Gott des Jangtse war er im antiken China. Über Tausende von Jahren verbrachte er in einer Art magischer Koexistenz mit dem Menschen, die nun abrupt ihr Ende fand mit der Einführung neuer Technologien und in deren Folge massiver Umweltverschmutzung. |
| Rezension: green designed: fashion Köln, 13.11.2008: "Gerade in der Welt der Mode findet derzeit eine grüne Revolution statt. Die Missstände in der Modeindustrie, die von Ausbeutung und Diskriminierung über Umweltverschmutzung bis hin zu verheerenden Ökobilanzen durch den Baumwollanbau reichen, werden immer offensichtlicher." |
| Veggie Street Day geht in die dritte Runde Dortmund, 24.08.2008: Unter dem Motto "Tierleidfrei und Spaß dabei" findet am Samstag, den 06. September 2008, von 11-20 Uhr in Dortmund auf dem Reinoldikirchplatz der Veggie Street Day statt. Vegetarier und Veganer aus ganz Deutschland verwandeln an diesem Tag Dortmunds Innenstadt zu einem Open-Air-Restaurant der ganz besonderen Art. |
| Lärm ist gefährlich. Nicht nur für uns Menschen. Wädenswil, 16.04.2008: So, wie unser Erleben von optischen Eindrücken dominiert wird, ist in der Welt der Wale und Delphine der Gehörsinn von zentraler Bedeutung. Lärm stresst die Tiere. Er kann sie sogar töten. Lärm kennt keine Grenzen, auch vor Schutzgebieten macht er nicht halt: Deutschland erlaubt aktuell die Sondierung und Förderung von Erdgas in Schutzgebieten der Nordsee Schottland setzt das Überleben der letzten ... |
| Urbane Mobilität Brüssel/Berlin, 26.09.2007: "Hin zu einer neuen Kultur der Mobilität in der Stadt". Unter diesem Titel hat die EU-Kommission ein Grünbuch verabschiedet, das eine Debatte über die urbane Mobilität eröffnen soll. Dabei geht es um zentrale Fragen wie frei fließender Verkehr, grünere Städte, intelligentere urbane Mobilität sowie ein Nahverkehr, der für alle europäischen Bürger zugänglich und sicher ist. |
| Aktionsprogramm für Klima- und Artenschutz Brüssel/Berlin, 04.05.2007: Die Europäische Kommission wird sich in der Umweltpolitik auch in Zukunft auf Klimawandel, Artenschwund, nachhaltige Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen und Abfall konzentrieren. Das geht aus der Halbzeitbewertung des Sechsten Aktionsprogramms der Europäischen Gemeinschaft für die Umwelt (UAP) hervor. Die Bewertung bietet einen Überblick über die ... |
| Sachalin II: Sicherheitsbedenken bei Shell seit Jahren bekannt Köln, 08.11.2006: In dieser Woche wurde bekannt, dass Shell bereits vor Jahren durch einen seiner Top-Manager vor möglichen Sicherheitsrisiken beim Projekt Sachalin II gewarnt. Heute sind große Landstriche der Insel auf Jahrzehnte verseucht. Bereits vor vier Jahren wurde Shell durch einen seiner Top-Manager vor möglichen Sicherheitsrisiken beim Projekt Sachalin II gewarnt. |
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des
KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012










