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Will Seehofer den sterbenden Wald künftig totschweigen?


Hamburg, 25.01.2007: Dem Wald geht es schlecht. Das belegt der Waldschadensbericht, den das Bundeslandwirtschaftsministerium heute in Berlin vorgestellt hat. Schon zum vierten Mal in Folge liegt der Anteil an geschädigten Bäumen bei 70 Prozent. Die Fakten geben es nicht her von einer "leichten Erholung" des Waldes zu sprechen, wie dies der zuständige Staatssekretär Peter Paziorek bei der Vorstellung des Berichts heute getan hat.


Anstatt endlich wirksame Gegenmaßnahmen auf den Weg zu bringen, lässt Seehofer sein Ministerium darüber nachdenken, ob die Waldschadens-Zahlen künftig nur noch einmal pro Legislaturperiode erhoben und veröffentlicht werden sollen. ROBIN WOOD fordert, die Jahresberichte beizubehalten und durch einen Maßnahmenkatalog gegen das Waldsterben zu ergänzen, der regelmäßig auf seine Umsetzung überprüft wird.

Seit 1983 werden die Waldschäden in Deutschland jedes Jahr erfasst. Die "Fieberkurve" des Waldes zeigt einen eindeutigen Trend. Dem Wald geht es immer schlechter. War Mitte der achtziger Jahre "nur" etwa die Hälfte der Waldbäume geschädigt, so sind es heute rund 70 Prozent.

Je länger und häufiger eine solche Messreihe erhoben wird, desto klarer lässt sich ein Trend von Schwankungen unterscheiden, die etwa durch unterschiedliche Wettersituationen begründet sein können. Minister Seehofer handelt fahrlässig, wenn er die Erfassung der Waldschäden zur Disposition stellt. "Welcher Arzt käme auf die Idee, das Messen der Fiebertemperaturen einzustellen, wenn es dem Patienten am schlechtesten geht?", fragt Rudolf Fenner, Waldreferent der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD. "Will Seehofer den sterbenden Wald nun auch noch totschweigen?"

Der Wald leidet unter Schadstoffen, vor allem unter Ammoniak aus der landwirtschaftlichen Tierproduktion sowie unter Stickoxiden und Ozon aus dem Verkehr . Auch die Klimaveränderungen machen dem Wald zu schaffen. Immer häufiger ziehen starke Stürme wie kürzlich der Orkan Kyrill ihre Schneisen durch die Wälder. Auch die Massenvermehrung von Forstschädlingen und ungewöhnlich starke Trockenperioden hinterlassen unübersehbare Folgen in den Wäldern.

Da die Emissionen aus der industriellen Tierproduktion inzwischen zu den Hauptursachen des Waldsterbens zählen, kann und muss Seehofer in seinem Ministerium konsequent gegensteuern. ROBIN WOOD fordert die Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft , die ohne Importe von Stickstoff in Form von Düngemitteln und Tierfutter auskommt. Massentierhaltung und Billigfleischproduktion müssen gestoppt werden.
Autor: Robin Wood e.V.
2117 Aufrufe
Stand: 30. Januar 2007
Erstellt: 25. Januar 2007

Weiterführende Informationen:

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