KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 11738
Will Seehofer den sterbenden Wald künftig totschweigen?
Hamburg, 25.01.2007: Dem Wald geht es schlecht. Das belegt der Waldschadensbericht, den das Bundeslandwirtschaftsministerium heute in Berlin vorgestellt hat. Schon zum vierten Mal in Folge liegt der Anteil an geschädigten Bäumen bei 70 Prozent. Die Fakten geben es nicht her von einer "leichten Erholung" des Waldes zu sprechen, wie dies der zuständige Staatssekretär Peter Paziorek bei der Vorstellung des Berichts heute getan hat.Anstatt endlich wirksame Gegenmaßnahmen auf den Weg zu bringen, lässt Seehofer sein Ministerium darüber nachdenken, ob die Waldschadens-Zahlen künftig nur noch einmal pro Legislaturperiode erhoben und veröffentlicht werden sollen. 1982 schlossen sich Umweltschützer zusammen, um gegen das Sterben der Wälder gewaltfrei in Aktion zu treten. ROBIN WOOD fordert, die Jahresberichte beizubehalten und durch einen Maßnahmenkatalog gegen das Immissionsbedingtes Waldsterben tritt seit der Errichtung größerer Industrien auf. Durch die zunehmende Industrialisierung und den Bau hoher Schornsteine, die die Schadstoffe großräumig verteilten, trat das Waldsterben dann seit Beginn der 70er Jahre großflächig auf. Waldsterben zu ergänzen, der regelmäßig auf seine Umsetzung überprüft wird.
Seit 1983 werden die Waldschäden in Deutschland jedes Jahr erfasst. Die "Fieberkurve" des Waldes zeigt einen eindeutigen Trend. Dem Wald geht es immer schlechter. War Mitte der achtziger Jahre "nur" etwa die Hälfte der Waldbäume geschädigt, so sind es heute rund 70 Prozent.
Je länger und häufiger eine solche Messreihe erhoben wird, desto klarer lässt sich ein Trend von Schwankungen unterscheiden, die etwa durch unterschiedliche Wettersituationen begründet sein können. Minister Seehofer handelt fahrlässig, wenn er die Erfassung der Waldschäden zur Disposition stellt. "Welcher Arzt käme auf die Idee, das Messen der Fiebertemperaturen einzustellen, wenn es dem Patienten am schlechtesten geht?", fragt Rudolf Fenner, Waldreferent der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD. "Will Seehofer den sterbenden Wald nun auch noch totschweigen?"
Der Wald leidet unter Schadstoffen, vor allem unter Ammoniak ist ein farbloses Gas mit stechendem Geruch. Ammoniak aus der landwirtschaftlichen Tierproduktion sowie unter Stickoxiden und O. ist ein Sauerstoffmolekül aus drei Sauerstoffatomen, es wirkt als sehr starkes Oxidationsmittel mit typischem, leicht stechendem Geruch (Geruchsschwelle bei 10 pp in der Luft. Ozon aus dem Verkehr verursacht Umweltauswirkungen, die v.a. durch die Transportaktivitäten und durch den Ausbau und Erhalt der Verkehrsinfrastruktur entstehen. Verkehr . Auch die Klimaveränderungen machen dem Wald zu schaffen. Immer häufiger ziehen starke Stürme wie kürzlich der Orkan Kyrill ihre Schneisen durch die Wälder. Auch die Massenvermehrung von Forstschädlingen und ungewöhnlich starke Trockenperioden hinterlassen unübersehbare Folgen in den Wäldern.
Da die Emissionen aus der industriellen Tierproduktion inzwischen zu den Hauptursachen des Waldsterbens zählen, kann und muss Seehofer in seinem Ministerium konsequent gegensteuern. 1982 schlossen sich Umweltschützer zusammen, um gegen das Sterben der Wälder gewaltfrei in Aktion zu treten. ROBIN WOOD fordert die Umstellung auf eine ökologische Oberbegriff für gewerblichen Pflanzenanbau und Tierhaltung. Landwirtschaft , die ohne Importe von Stickstoff in Form von Düngemitteln und Tierfutter auskommt. Als Massentierhaltung wird die konzentrierte Haltung von Tieren, v.a. Geflügel, Rindern und Schweinen in großer Zahl auf engem Raum (z.B. Batteriehaltung von Legehennen)zur Erzeugung tierischer Nahrungsmittel bezeichnet. Massentierhaltung erfolgt mit sehr großen Beständen und meist nur eine Tierart. Massentierhaltung und Billigfleischproduktion müssen gestoppt werden.
Autor: Robin Wood e.V.
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Stand: 30. Januar 2007
Erstellt: 25. Januar 2007
Stand: 30. Januar 2007
Erstellt: 25. Januar 2007
Weiterführende Informationen:
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