im Lexikon
Social Bookmarks
Über unser Institut
Inserate
Folgen Sie uns nach Facebook


Top-News Umwelt und Natur
Fangverbot für Donau-Stör
VIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor Kopfgeldjägern
Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist „Libelle des Jahres 2012“
Angriff auf Wale unter falscher Flagge
Nichts zu lachen für die Drachen
Südafrika verliert 448 Nashörner
5 Jahre nach Kyrill: Schäden im Wald noch immer deutlich sichtbar
Vögel nur im Winter füttern? VIER PFOTEN rät zur ganzjährigen Fütterung
Containerwrack vor Neuseeland gesunken
Die Jagd verursacht Bestandsexplosion bei Wildschweinen
Inserate

Fischer in trüben Gewässern


Hamburg, 04.03.2006: Europäische Regierungen sind auf einem Auge blind, wenn es um die zerstörerischen Auswirkungen der Fischerei geht. Das enthüllt der Bericht Murky Waters (Trübe Gewässer), den Greenpeace am Freitag veröffentlicht hat. Der Bericht dokumentiert die Praxis der Grundschleppnetzfischerei im Nordatlantik in den Jahren 2004 und 2005. Diese Art der Fischerei gilt als die zerstörischste überhaupt. Trotzdem vollzieht sie sich tagtäglich - unter europäischer Flagge.


Was ist Grundschleppnetzfischerei? Mit Gewichten beschwerte Grundschleppnetze werden über den Meeresboden gezogen und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung. Dabei werden nicht nur Tiefseefischbestände geplündert, die sich nur sehr langsam regenerieren - auch kostbare marine Vegetation wird einfach weggefegt.

Zeitgleich zum Erscheinen des Berichts trifft sich eine OECD-Arbeitsgruppe, um über das weitere Vorgehen gegen Piratenfischerei zu beraten. Erst vor einem Monat forderte die EU vor den Vereinten Nationen, dass endlich gegen zerstörerische Fischereimethoden und gegen Piratenfischerei vorgegangen werde. Die Doppelzüngigkeit dieser Politik ist nun entlarvt.

"Der Bericht zeigt, dass Europa führend in der Zerstörung der Tiefsee ist. Damit kann und muss Schluss sein", sagt Greenpeace-Meeresexpertin Sari Tolvanen. Für die Zerstörung großer Teile der Weltmeere durch Grundschleppnetze zeichnen nur ein paar hundert Schiffe verantwortlich. Zu 60 Prozent fahren sie unter der Flagge von EU-Ländern, hauptsächlich Spaniens, Dänemarks und Frankreichs.

"Indem sie ein UN-Moratorium zur Grundschleppnetzfischerei unterstützen, könnten die EU-Länder sicher stellen, dass diese kostbaren Ökosysteme gerettet werden. Die Bedeutung einer geschützten Tiefsee kann nicht mit den Kosten für ein solches Moratorium aufgewogen werden", so Tolvanen.

Es an der Zeit, den Worten Taten nachfolgen zu lassen: "Die Enthüllungen über die Grundschleppnetzfischerei im Greenpeace-Report sind nur eine Facette der weltweiten Zerstörung der Meere. Zurückzuführen ist sie auf das Versagen der Regierungen, illegale Fischerei wirksam zu regulieren!", so Tolvanen.

Anfang dieser Woche ist das Greenpeace-Schiff Esperanza aus Kapstadt in Südafrika aufgebrochen. Im Rahmen der SOS-Weltmeer-Tour wird das Schiff auf Gefahren für die Ozeane aufmerksam machen. Als nächstes wird die Esperanza Piratenfischer an Afrikas Westküste aufspüren.

Benjamin Borgerding
Autor: Greenpeace e.V.
2327 Aufrufe
Stand: 4. Maerz 2006
Erstellt: 4. Maerz 2006

Weiterführende Informationen:

Weitere Meldungen zum Thema "Fischerei":

Fangverbot für Donau-Stör Fangverbot für Donau-Stör
Berlin, 29.01.2012: Die bulgarischen Behörden haben ein vierjähriges Fangverbot für Stören in der Donau und dem Schwarzen Meer bekannt gegeben. Auch der Handel mit Kaviar von wildlebenden Stören ist nun für vier Jahre untersagt.
Fischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigt Fischen ohne Grenzen: Ein Drittel der Weltmeere durch Fischerei geschädigt
Hamburg, 25.01.2012: Die Fangflotten der Weltfischerei breiten sich über den gesamten Globus aus und hinterlassen dabei Spuren. Seit 1950 haben sie ihren zerstörerischen Aktionsradius verzehnfacht: 100 Millionen Quadratkilometer werden so intensiv befischt, dass die Ökosysteme bereits stark geschädigt sind. Das entspricht einem Drittel der Oberfläche des gesamten Weltmeeres.
Comeback der Lachse Comeback der Lachse
Köln, 12.01.2012: Heute gleicht das Auftauchen eines Lachses im Rhein bei Basel einer Sensation und kaum jemand weiß von der historischen Verbreitung der Rheinlachse. Das Buch „Der Lachs“ schließt vorhandene Wissenslücken und bietet viel Aufschlussreiches rund um den Fisch, der sich langsam seine alten Reviere wiedererobert.
Wale ersticken in Fischernetzen Wale ersticken in Fischernetzen
Berlin, 09.01.2011: Die weltweiten Bestände von Zahnwalen, wie Tümmler, Schweinswal und Delphin, sind in den vergangenen zehn Jahren dramatisch geschrumpft. Zu diesem Ergebnis kommt ein UN-Bericht, der von der Umweltschutzorganisation WWF mitfinanziert und durchgeführt wurde.
Walfang – der Streit zwischen den Nationen geht weiter Walfang – der Streit zwischen den Nationen geht weiter
Braunschweig, 08.01.2012: Auch in diesem Jahr werden im Südpolarmeer wieder mehrere hundert Zwergwale gejagt und erbeutet werden. Japan reklamiert für sich eine Fangquote von bis zu 850 Tieren.
Gericht untersagt Muschelimport in den Nationalpark Wattenmeer Gericht untersagt Muschelimport in den Nationalpark Wattenmeer
Hamburg/Husum, 20.12.2011: Zufrieden sind die Naturschutzverbände Schutzstation Wattenmeer und WWF mit einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes in Schleswig, nach dem der Import von Miesmuscheln aus entfernten Regionen in den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer unterbleiben müsse.
Luchs, Nashorn & Co: Die Gewinner und Verlierer 2011 Luchs, Nashorn & Co: Die Gewinner und Verlierer 2011
Berlin, 20.12.2011: Die Umweltstiftung WWF zieht unter Artenschutzgesichtspunkten eine zweischneidige Jahresbilanz.
Japan jagt wieder Wale Japan jagt wieder Wale
Berlin, 07.12.2011: Obwohl sich die Walpopulationen noch immer nicht vom Walfang-Boom vergangener Jahre erholt haben - allein der Bestand antarktischer Blauwale ist nach WWF-Schätzungen von rund 230.000 Tiere auf wenige tausend Exemplare zusammengebrochen - ist die japanische Walfangflotte am Dienstag wieder in See gestochen.
Milliardengrab Meer - Förderung der EU Fischerei wird neu geregelt Milliardengrab Meer - Förderung der EU Fischerei wird neu geregelt
Hamburg, 05.12.2011: Die EU-Kommission hat in Brüssel ihren Vorschlag für den neuen Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) vorgestellt.
Zum Weltfischereitag: Rotbarsch entkommt Barotrauma Zum Weltfischereitag: Rotbarsch entkommt Barotrauma
Hamburg, 21.11.2011: Anlässlich des Weltfischereitages am Montag den 21. November fordert der WWF, die Fischerei umweltverträglicher zu gestalten und stellt die Gewinner des internationalen Wettbewerbs „Schlaue Netze“ vor.
Umweltlexikon-online.de ist ein Projekt des KATALYSE Institutes, Köln
in Kooperation mit der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis
Das KATALYSE-Journal ist ein Projekt der André Sepeur Medienberatung, Saarlouis.
Die presserechtliche Verantwortlichkeit entnehmen Sie bitte den Kontaktdaten des folgenden Impressums
© 1999 - 2012