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Podiumsdiskussion zum Internationalen Tag des Wassers unter dem Motto: "Wasser für Entwicklung"


{b1l}Berlin, 21.03.2002: "Zugang zu sauberem Wasser ist für viele Entwicklungsländer ein Schlüssel für nachhaltige Entwicklung."

Dies erklärten die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungs-ministerium Uschi Eid und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Gila Altmann übereinstimmend heute während einer Podiumsdiskussion anlässlich des Internationalen Tages des Wassers 2002 in Berlin. Der Weltwassertag wird auf Beschluss der Vereinten Nationen seit 1993 begangen und soll die Öffentlichkeit verstärkt für den sorgsamen Umgang mit dieser lebenswichtigen Ressource sensibilisieren. In diesem Jahr steht er unter dem Motto: "Wasser für Entwicklung".

Rund 80 Prozent aller Krankheiten in den Entwicklungsländern sind auf hygienisch nicht einwandfreies Wasser zurückzuführen ebenso wie die hohe Kindersterblichkeit in diesen Ländern. Eine fehlende Umweltinfrastruktur stellt eine Hauptursachen für die Verschmutzung der Flüsse und Bäche sowie des Grundwassers dar. Daher besteht eine der wesentlichen Aufgaben darin, die Abwasser - und Abfallbehandlung, die in vielen Dörfern und in städtischen Slumgebieten zum Teil völlig fehlt, zu schaffen bzw. deutlich zu verbessern.

In diesem Zusammenhang wies Uschi Eid darauf hin, dass Maßnahmen zur Wasserversorgung und Abwasserentsorgung den größten Investitionsbereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ausmachen. Pro Jahr würden etwa 300 bis 400 Millionen Euro für Beratung und Investitionsförderung in den Partnerländern ausgegeben. Regionaler Schwerpunkt seien die afrikanischen Staaten sowie die Mittelmeeranrainer.

Sie unterstrich die Bedeutung einer wirksamen Wasserpolitik für die Armutsbekämpfung und Konfliktvermeidung besonders in Afrika. Im Rahmen der G8-Initiative für Afrika, die sie als Beauftragte des Bundeskanzlers mit den anderen G8-Staaten vorbereite, werde auf ihren Vorschlag hin ein Programm für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an den großen afrikanischen Flüssen unterstützt. Im Juni 2001 habe sie für die Bundesregierung bei einer Geberkonferenz eine finanzielle Unterstützung für die Zusammenarbeit der zehn Nilanrainer-Staaten zugesagt.

Gila Altmann machte deutlich, dass die Deutschen im Vergleich zu den Entwicklungsländern in einer sehr privilegierten Situation leben. Die Versorgung sei - was Angebot als auch Qualität betrifft - auf einem sehr hohen Niveau: 99 Prozent aller Haushalte sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen, 95 Prozent an die Kanalisation und 93 Prozent an eine Kläranlage. Um diesen Standard halten zu können, seien aber auch in Deutschland in den kommenden Jahren Milliardeninvestitionen im Bereich der Wasserwirtschaft notwendig.

"Die Internationale Süßwasserkonferenz hat zu Recht die entscheidende Rolle des Staates bei der Sicherung einer nachhaltigen Wasserver- und - entsorgung herausgestellt. Wasser ist und bleibt ein öffentliches Gut. Die wichtige Aufgabe der Überwachung und Qualitätskontrolle muss beim Staat verbleiben," sagte Gila Altmann.

Die Bundesregierung hat im Dezember 2001 in Bonn die "Internationale Süßwasserkonferenz" veranstaltet, an der mehr als 1400 Delegierte von 118 Regierungen sowie Vertreter zahlreicher nationaler und internationaler Organisationen teilnahmen. Die Konferenz verabschiedete die "Bonner Handlungsempfehlungen", die zu Verbesserungen bei Verwaltung und Management, bei der Mobilisierung von Investitionsmitteln sowie beim Technologietransfer führen sollen. Die Empfehlungen liegen dem UN-Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung vor, der Ende August/Anfang September dieses Jahres in Johannesburg stattfindet. Sie sollen anschließend von den Regierungen, aber auch von den Wasserversorgungsunternehmen sowie Verantwortlichen vor allem auf lokaler Ebene umgesetzt werden.
Autor: Bundesumweltministerium, Berlin
2652 Aufrufe
Stand: 9. Oktober 2002
Erstellt: 21. Maerz 2002
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