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Donau ohne Stör und Schwarzpappel - WWF warnt vor neuen Plänen zum Ausbau des Schiffsverkehrs auf der Donau


Frankfurt, 01.02.2002: Neue Pläne zum Ausbau der Donau für die Schifffahrt sind ökologisch gefährlich, wirtschaftlich unsolide und müssen sofort gestoppt werden. Zu diesem Ergebnis kommt der WWF in einem neuen Bericht.

Nur noch an wenigen Stellen fließt die Donau in ihrem natürlichen Flussbett. Dieses auszubauen, zu kanalisieren, Staustufen und Kraftwerke zu errichten, würde viele der bedeutenden Feuchtgebiete an den Ufern zerstören – mit schweren Konsequenzen für die Natur: Seltenen Arten wie Stör und Schwarzpappel würde der Lebensraum entzogen, weniger Trinkwasser wäre verfügbar und der Abbau von Schadstoffen in Fluss und Aue würde sich verringern.
Der WWF -Bericht unterstreicht außerdem, dass die neuen Pläne auch wirtschaftlich nicht tragfähig sind. „Diese Projekte sind die größte Gefahr für die letzten verbliebenen natürlichen Gebiete entlang der Donau ,“ sagt Professor Emil Dister, Leiter des WWF -Auen-Instituts in Rastatt. „Der WWF ist nicht gegen den Schiffsverkehr generell, aber wir sind gegen Vorhaben, die weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll sind. Die Pläne widersprechen nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern auch der nationalen, internationalen und der EU-Naturschutzgesetzgebung.“
In Deutschland geht es vor allem um den Ausbau der 70 Kilometer langen Strecke zwischen Straubing und Vilshofen in Bayern. Diese sei neben der Weltenburger Enge die einzige in Bayern, die nicht durch Staustufen verbaut sei. Der WWF betont, dass dieser Teil der Donau von größter Bedeutung für den Naturschutz sei. Er schließe mit der Isar-Mündung ein „Gebiet von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ ein und sei als Natura2000-Gebiet an die EU gemeldet. Zahlreiche seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten seien dort noch vorhanden. In Bulgarien sei, so der WWF , der sehr naturnahe Bereich der Donau -Inseln von Plänen zur Verbesserung der Schifffahrt bedroht, die aus Mitteln des Stabilitätsfonds finanziert würden.
Die zerstörende Wirkung für die Natur sei jetzt schon absehbar, der wirtschaftliche Nutzen für Bulgarien höchst zweifelhaft.
Der WWF -Report zeigt, dass die Pläne überall entlang der Donau auf überholten technischen Argumenten beruhen und betont, dass ökologisch vertretbare Flussnutzung auf Europas größten Flüssen machbar ist ohne diese zu stark umbauen, ausbaggern oder begradigen zu müssen. Über den Main- Donau -Kanal besteht eine Schiffsverbindung von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer.
Autor: WWF Deutschland
2173 Aufrufe
Stand: 1. Februar 2002
Erstellt: 1. Februar 2002
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