KATALYSE-Journal
| Artikel Nr.: 16925
Die Nachhaltigkeit im Rucksack: Jugendherbergen auf neuem Weg
Bad Iburg, 28.06.2010: In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gewinnt das Thema Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Nachhaltige Unternehmensführung etabliert sich als Schlüsselkompetenz von Unternehmen. Dabei möchten die Jugendherbergen im Nordwesten Deutschlands in Fragen der Nachhaltigkeit neue Maßstäbe setzen.In einem von der Deutschen Bundesstiftung Der Begriff der Umwelt ist geprägt durch die anthropogene Sichtweise des Menschens. Umwelt ist danach definiert, als dem Menschen umgebende Medien (Wasser, Boden, Luft usw.) und aller darin lebenden Organismen. Umwelt (DBU) mit rund 155.000 Euro geförderten, bundesweiten Pilot- Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Entwicklungsvorhaben zum Lösen von Problemen, deren Erfüllung eine Organisation erfordert, die die Umsetzung der Aufgaben plant, steuert, durchführt und kontrolliert. Projekt wird ein nachhaltiges Unternehmenskonzept für den Landesverband Unterweser-Ems des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) entwickelt. Es soll als Modell für das gesamte DJH mit seinen 14 Landesverbänden und über 540 Jugendherbergen sowie für Jugend reisen und Klassenfahrten dienen. In der Jugendherberge Bad Iburg überreichten heute DBU-Kuratoriumsmitglied Georg Schirmbeck und DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde den Bewilligungsbescheid an Thorsten Richter, Geschäftsführer des DJH Landesverbandes Unterweser-Ems.
Nachhaltigkeit als Grundlinie
Ziel des Projektes sei es, ein nachhaltiges Unternehmenskonzept zu entwickeln, durch das sich alle Jugendherbergen und der gesamte Landesverband nachhaltig ausrichten, betonte Richter. Der Begriff Nachhaltigkeit wurde erstmals in der Forstwirtschaft verwendet: Danach soll nur soviel Holz aus dem Wald entnommen werden, wie in dem jeweiligen Gebiet nachwachsen kann. Nachhaltigkeit solle als Grundlinie konsequent in das bestehende Managementkonzept eingeflochten und die nachhaltige Entwicklung durch ein wirkungsvolles Qualitätsmanagement messbar und transparent gemacht werden. Dabei gehe es nicht um ein ökologisches Feigenblatt, sondern um die Entwicklung einer ernsthaften Nachhaltigkeitsstrategie, die mit definierten, quantita tiven Zielen und konkreten Kennzahlen arbeite und in allen Unternehmensbereichen erlebbar werde. Auch gehe es um eine auf Eigenverantwortung, Partizipation ist die Teilhabe, bzw. der Grad der Mitwirkungsmöglichkeit von Einzelnen oder Gruppen an Entscheidungsprozessen und Handlungsabläufen in übergeordneten Organisationen (z.B. Gewerkschaften, Parteien) und Strukturen (Gesellschaft, Staat). Partizipation , Marktorientierung und gesellschaftliche Verantwortung aufbauende Unternehmensphilosophie.
Ist-Analyse für vier Jugendherbergs-Standortypen
Ausgehend von vier Jugendherbergs-Standortypen (Insel/Borkum, Stadt/Bremen, ländlicher Raum/Bad Iburg, touristisches Zentrum/Alfsee) erfolge eine Ist-Analyse zu Themenfeldern wie Energieeffizienz und Farbloses, unbrennbares, schwach säuerliches riechendes und schmeckendes Gas. In freiem Zustand natürlicher Bestandteil von Luft (0,03 0,036 Vol.-Prozent) und Mineralquellen. Kohlendioxid -Neutralität, Einkauf und Beschaffung, Bau und Facility-Management (Verwaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen), Profile und Programmentwicklung, Personalentwicklung, umweltverträgliche Standortplanungen, Kennzahlen/Controlling sowie Marketing, Vertrieb, Transfer. Dabei geht es beispielsweise darum, Güter und Unter dem Begriff D. sind diejenigen von Menschen erbrachten Leistungen zusammengefaßt, die nicht in den Bereich der direkten Herstellung von Sachgütern fallen. Dienstleistungen umweltverträglich zu beschaffen und auch Jugendherb ergsangebote auf Umweltverträglichkeit zu überprüfen. Pro Jugendherberge wird ein individueller Zielkatalog mit Umsetzungszeitplan erarbeitet. Nach dessen Umsetzung werden alle 32 Jugendherbergen des Landesverbandes nach Standorttypen kategorisiert und nach einer individuellen Analyse in den Qualifizierungs- und Beratungsprozess eingebunden.
Wirtschaftliche Entwicklung mit sozialen und ökologischen Aspekten verknüpfen
Auch der Hauptverband des Deutschen Jugendherbergswerkes vertreten durch Hauptvorstandsmitglied Rainer Nalazek war als Hauptprojektpartner beim Übergabetermin in Bad Iburg vertreten. Nalazek, der in Personalunion auch stellvertretender Vorsitzender des DJH Landesverbandes Unterweser-Ems ist, betonte, der Leitgedanke, die wirtschaftliche Entwicklung mit sozialen und ökologischen Aspekten zu verknüpfen, habe bereits eine lange Tradition im DJH: D er Hauptverband blickt auf eine gute Zusammenarbeit mit der DBU zurück und freut sich über den positiven Förderbescheid für dieses umfassende, nachhaltige Projekt.
700.000 Übernachtungen von über 235.000 Gästen
Der Landesverband Unterweser-Ems im Deutschen Jugendherbergswerk betreibt gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft 32 Jugendherbergen im Nordwesten Deutschlands. Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen 700.000 Übernachtungen von über 235.000 Gästen um. Der Firmensitz ist Bremen. Die Zentrale in Bremen mit 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist verantwortlich für die strategische und operative Steuerung des Unternehmens, außerdem für den Einkauf der 32 Standorte.
Angesichts großer Multiplikatorwirkung Projekt als wegweisend einzustufen
Angesichts dieser Dimensionen und der großen Mult iplikatorwirkung des DJH sei das Projekt als wegweisend einzustufen, betonte DBU-Generalsekretär Brickwedde. Zwar gebe es im Landesverband bereits einige umweltorientierte Jugendherbergen, diese berücksichtigten allerdings häufig nur Einzelaspekte. Außerdem seien deren Erfahrungen bisher nicht in ein umfassendes Unternehmenskonzept zum Nutzen aller im Verband organisierten Jugendherbergen systematisch eingebunden worden. Brickwedde: Jetzt besteht die große Chance, den Gedanken des nachhaltigen Wirtschaftens im Sinne eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements im gesamten Deutschen Jugendherbergswerk und auch in vergleichbaren Einrichtungen außerhalb des DJH langfristig zu verankern und sichtbar zu machen.
Autor: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
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Stand: 28. Juni 2010
Erstellt: 28. Juni 2010
Stand: 28. Juni 2010
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